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DÜSSELDORF DREHT 1:3-RÜCKSTAND NOCH ZUM 5:3-SIEG

07. February 2026

Der Traum vom Titelhattrick ist für die Damen des Mannheimer HC vorbei. Im ersten Halbfinale des Volvo E.R.B. Final4 2026 in Frankfurt unterlag der Titelverteidiger dem Düsseldorfer HC mit 3:5 (3:1). Für den DHC bedeutet der Sieg die neunte Finalteilnahme seit 2015. Möglich ist am Sonntag der fünfte Hallen-Titel nach 2015, 2019, 2022 und 2023.

Beide Mannschaften brauchten ein paar Minuten, um sich mit dem ungewohnten Boden und der DM-Nervosität zurechtzufinden. Nach ersten Minuten ohne jeglichen Torabschluss war es Mannheim, das die erste Ecke erzwang. Der Schlenzer von Stine Kurz verfehlte den Kasten (8.). Kurz nach der ersten zwingenderen DHC-Torannäherung durch Elisa Gräve schlich sich auf der anderen Seiten Paulina Niklaus über die rechte Seite bis in in den Düsseldorfer Kreis und erzwang die nächste Ecke, die sie dann selber flach im kurzen Eck des DHC-.Kastens zum 1:0 (12.) unterbrachte. Damit ging es in die erste Viertelpause.

In der zweiten Viertelstunde übernahm zunehmend Düsseldorf das Geschehen. Minutenlang tauchte Mannheim nicht mehr mit Ball in der gegnerischen Hälfte auf und war vollauf damit beschäftigt, den Gegner nicht zum Abschluss kommen zu lassen. Der erste Versuch von DHC-Torjägerin Mabel Brands misslang noch, doch dann klaute Friederike Heusgen der MHC-Europameisterin Linda Bens einen Meter vor der Mannheimer Torlinie den Ball raffiniert aus dem Schläger – 1:1 (19.). Lange konnte sich Düsseldorf nicht am Ausgleich erfreuen. Aina Kresken nutzte auf der Gegenseite ihre Schnelligkeit und lupfte den Ball aus vollem Lauf über die herausrutschende Femke Jovy. Mannheim hatte seine Führung zurück (20.).

Und es kam bis zur Pause noch besser für den Südmeister. Youngster Hannah Reichert holte die dritte MHC-Ecke heraus, aus der dann in der Wiederholung ein Siebenmeter wurde, weil Oruz den Niklaus-Schlenzer nur mit dem Körper vor der Linie parieren konnte. Charlotte Gerstenhöfer verwandelte schnörkellos zum 3:1 (28.), mit dem es dann auch in die Pause ging.

Düsseldorf war mit Wiederbeginn zum Vollangriff gezwungen. Mannheim verließ sich auf seine Defensivqualitäten. Das ging bis in die letzte Minute des dritten Viertels gut. Dann schlenzte Brands die dritte DHC-Ecke zum 2:3-Anschlusstreffer (45.) halbhoch in die Maschen.

Der MHC ging nur noch mit einem Minivorsprung ins letzte Viertel, machte aber keine großen Anstalten, wieder mehr für die eigene Offensive zu tun. Es blieb bei gelegentlichen Vorstößen, meist nach langen Anspielen aus der Abwehr. Doch in echte Gefahr geriet Jovy im DHC-Kasten nicht mehr, selbst bei einer kurzen Unterzahl Düsseldorfs passierte wenig. Kaum war der DHC wieder vollzählig, fiel der Ausgleich. Selin Oruz traf mit der vierten Ecke zum 3:3 (48.). Wenige Minuten später war für die Kapitänin das Spiel vorzeitig beendet. In der 42., Minute war Oruz auf dem aufgeklebten Werbebanner in der Spielfeldmitte ausgerutscht, ihr Oberschenkelmuskel machte nach dem sichtbar „ungesunden“ Ausfallschritt irgendwann zu. Nichts ging mehr.

Schon vor Oruz‘ Ausscheiden hatte Düsseldorf das Spiel vollends gedreht. Nach einem Sololauf von Pia Lhotak verwertete Lucy Zich die Flanke zum 4:3 (51.).

Mannheims Trainer Jörn Henkel entschied sich schon sechs Minuten vor Ende, Torhüterin Leonie Weißenberger für eine weitere Feldspielerin herunterzunehmen. Die künstliche Überzahl führte schnell zu einer Ecke, doch Jovy lief den Nklaus-Schlenzer (55.) gut ab. Viel mehr Chancen zum 4:4 boten sich dem Titelverteidiger nicht.

Als die Rheinländerinnen im Konter ihre fünfte Ecke holten und Brands diese schnörkellos zum 5:3 (57.) verwandelte, war die Entscheidung gefallen.

 

Foto: Worldsportpics