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ROT-WEISS KÖLN MACHT DAS WEST-FINALE PERFEKT

07. February 2026

Das reine West-Endspiel steht. Rot-Weiss Köln schaltete im zweiten Halbfinale der Damen den Vorjahresfinalisten Berliner HC mit 6:2 (2:1) aus und trifft damit am Sonntag (12 Uhr) auf den Gruppenrivalen Düsseldorfer HC. Für Rot-Weiss ist es die fünfte Endspielteilnahme, die erste seit 2012. Es könnte der dritte Kölner DM-Titel nach 1965 und 2012 herausspringen.

Sehr schnell nahm die Partien Fahrt auf. Berlin pflegte von Beginn an ein schnelles Kombinationsspiel, und Köln startete bei Ballgewinnen immer wieder Konterausflüge mit gleich mehreren Spielerinnen. Die erste Großchance gab es für den BHC, als die vor Spielbeginn mit der Bundesliga-Tormaschine geehrte beste Ligatorschützin Philine Drumm mal freie Bahn hatte, sich aber in letzter Sekunde für einen Pass (der dann nicht ankam) entschied statt zu schießen (3.).

Mehr Glück mit der finalen Abschlussentscheidung hatte dann auf der Gegenseite Helena Würker. Links im Kreis freigespielt, fand die Rot-Weiss-Angreiferin bei ihrem hohen Abschluss die freie Bahn an den Abwehrspielerinnen vorbei hoch ins Tornetz – 1:0 (7.). Weiteres Glück hatte Köln kurz danach, als zuerst Lisa Höllriegl gegen Boehringer parierte und die Kölner Torhüterin kurz danach Drumm fast an der Bande attackierte und mit einem Eckenpfiff von Schiedsrichterin Alia Korth noch gut bedient war. Bei der ersten Ecke des Spiels blieb Boehringer dann mit dem Schläger im Boden hängen.

Einer der schon beim Viertelfinalsieg bei Alster auffallend starken Kölner Konter brachte nach zehn Minuten das 2:0. Sophie Prumbaum spielte sich über rechts durch und schlenzte den Ball dann auch noch sehenswert unters Dach. Gleich darauf musste die Torschützin für Ins-Brett-Spielen auf die Strafbank. Köln überstand die Unterzahl schadlos, weil Torhüterin Maja Sielaff gegen Drumm und Jäger zweimal sauber parierte.

Im zweiten Viertel ein ähnliches Bild: Berlin kombinierte flüssig, konnte sich aber lange nicht belohnen, weil Köln spätestens bei gegnerischen Abschlussversuchen gut zugemacht hatte. Die Rot-Weiss-Konter wurden weniger, außer zwei klar vergebenen Ecken gab es offensiv nichts. Insofern war auch der Berliner Anschluss hochverdient. Nachdem Philine Drumm bei der zweiten BHC-Ecke mit einem Lattenschuss noch Pech hatte (25.), konnte sie kurz danach endlich jubeln. Nach Brux-Attacke gegen Drumm hatte Korth diesmal auf Siebenmeter entschieden, den die Gefoulte souverän oben rechts versenkte – 1:2 (26.). Damit ging es in die Pause.

Schon bald nach Wiederbeginn hatte der West-Zweite seinen Zwei-Tore-Vorsprung zurück, als die mit nach vorne gestürmte Verteidigerin Paula Brux einen Pass vors Berliner Tor mit mehr Glück als Verstand zum 3:1 (32.) in den Kasten lenkte. Diesmal folgte die BHC-Antwort sofort: Drumm verkürzte mit Verwandlung der dritten BHC-Ecke zum 2:3 (33.).  Anders als im zweiten Viertel investierte Köln nun viel mehr in eigenen Ballbesitz und drängte den Gegner zurück. Eine weitere starke Einzelleistung der auffällig guten Sophie Prumbaum sorgte dann für das 4:2 (39.), dem nur wenige Spielsekunden später gar das 5:2 folge, als erneut Prumbaum beteiligt war, deren Pass Nika Hansen in den Berliner Kasten lenkte.

Dem Ostmeister blieb jetzt nur noch eine Viertelstunde, um das Ausscheiden zu verhindern. Das Berliner Anrennen brachte minutenlang kaum zwingende Chancen, weil sich Köln selten in Verlegenheit bringen ließ und mit Zweikampfstärke dem BHC immer wieder den Zahn zog. Erst fünf Minuten vor Schluss nahm BHC-Coach Casper von Quadt seine Torhüterin für eine weitere Feldspielerin vom Platz. Es wurde sogleich eine doppelte Überzahl für Berlin, weil RW-Spielerin Jule Hufer beim Wegwerfen ihres Schutzhandschuhs Schiri Paul Picht unabsichtlich getroffen hatte und dafür für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Aber auch das brachte die zunehmend verzweifelteren Berlinerfinnen nicht mehr ins Spiel zurück. Mehr als Ecken, die dann nicht verwandelt werden konnten, kam nicht heraus. In der letzten Minute fuhr Rot.Weiss noch einen Konter, der nach Foul an Würker zum Siebenmeter führte, den Paula Brux zum 6:2-Endstand verwertete.

 

Foto: Worldsportpics