UHC HAMBURG SETZT SICH NACH SHOOT-OUT GEGEN TSV MANNHEIM DURCH
07. February 2026
Wie im ersten Halbfinale, so brauchte es auch im zweiten Vorschlussrundenspiel der Herren ein Shoot-out, ehe der Endspielgegner des Mannheimer HC feststand. Letztlich konnte sich der UHC Hamburg nach 3:3 (1:0)-Unentschieden mit 4:3 bei den Penaltys gegen den TSV Mannheim Hockey durchsetzen. Die Hanseaten stehen zum siebten Mal in einem DM-Endspiel, sie greifen am Sonntag (14:45 Uhr) nach ihrem vierten Hallen-Titel nach 1964, 2002 und 2018.
Sehr viel Bewegung auf dem Spielfeld herrschte von Beginn an. Vor allem der TSV versuchte durch ständige Rotation im Offensivbereich, den Gegner zu Stellungsfehlern zu verleiten. Doch der UHC ließ sich nicht aus der Reserve locken. Wenn die Hamburger ihrem Gegner mal etwas anboten, dann waren es fast nur Abschlüsse aus der linken Spielfeldecke. Und die hielt UHC-Keeper Felix Damberger mit stoischer Ruhe.
Viel mehr zwingende Torgefahr konnten allerdings in der ersten Halbzeit auch die Hanseaten nicht entfachen. Nicolas Proske blieb gegen seine früheren Mannschaftskameraden zunächst ohne erfolgreichen Abschluss. Bei seinem soften Ablenker an den Pfosten (21.) war er am nächsten dran. Und weil TSV-Abwehrstratege Manuel Prol mit zwei Ecken an Damberger scheiterte, war das einzig Zählbare der ersten 30 Minuten der Eckentreffer von Constantin Staib, der nach 14 Minuten die erste UHC-Strafecke schnörkellos zum 1:0 unter die Latte ins Netz setzte.
Nach der Halbzeitpause ging es grundsätzlich in gleichem Stil weiter. Die strikten Pärchen der übers gesamte Spielfeld praktizierten Manndeckung areiteten sich weiter aneinander ab. Allerdings gab es mehr Torabschlüsse als im ersten Durchgang. Esonders Mannheim erhöhte noch einmal die Schlagzahl. Doch bei der Verwertung ihrer herausgearbeiteten Möglichkeiten, besonders über Überzahlangriffen blieb weiter viel Luft nach obven. So ließ TSV-Torjäger Alvaro Tello nach Vorarbeit des Antreinbers Anze Fujs ziemlich kläglich aus (38.), Sturmpartner Nico Reichert verfehlte mehrfach. Bei seinem Außenpfostentreffer (39.) war er noch am nächsten am Ausgleioch dran. Da auch der UHC seine wenigen Einschussgelegenheiten nicht nutzen konnte, ging es mit dem 1:0 ins Schlussviertel.
Kurioserweise führte dann eine der nicht ganz zwingenden Chancen zum 2:0. Nicolas Proske brachte mit einer schnellen Bewegung aus dem Handgelenk den Ball von links vor das TSV-Gehäuse, wo Benke ihm noch die letzte Richtungsänderung über die Linie gab – 2:0 (48.). Als ob es den vergrößerten Rückstand gebraucht hätte, um endlich auch mal selber treffen zu können, antwortete Mannheim schnell. Die bald nach dem Gegentor geholte dritte Ecke führte zum Anschlusstreffer, als die gut getäuschte Ablage auf Emil Könönen perfekt klappte – 1:2 (49.). Und gleich darauf folgte der Ausgleich mit der vierten TSV-Ecke, die Dario Benke direkt in den Maschen schlenzte – 2:2 (50.).
Alles war wieder völlig offen. Mannheim hatte das Momentum auf seiner Seite, drängte auf die Führung. Allerdings musste der TSV auch zwei brenzlige Situationen überstehen, als der UHC seine zweite Ecke herausholte (55.), diese dann aber verstoppte, und Liam Holdermann bei einem Hamburger Überzahlangriff den Ball übers Tor schoss. Auf der Gegenseite legte Fuijs für Tello auf, der aus der Mitte das 3:2 (57.) für den TSV schoss.
UHC-Coach Rabente reagierte sofort, nahm Damberger für einen sechsten Spieler om Platz. Genau 60 Sekunden vor Ende brachte die Überzahl den Ausgleich, als Holdermann von halbrechts über den Innenpfosten zum 3:3 verwandelte. Tello handelte sich fünf Sekunden vor Ablauf der Uhr noch eine gelbe Karte ab. Und so ging es letztlich nicht unverdient in ein Shoot-out.
Der UHC brachte hier Jasper Milt als Torwart ins Spiel. Der hielt den zweiten Versuch des Gegners (Anze Fujs) ebenso stark wie Lukas Stumpf gegen den UHC-Schützen Constantin Staib. Weil Luis Bernstein und Dario Benke im ersten Durchgang sowie Nicolas Proske und Philipp Wossidlo im dritten Durchgang ihre Versuche nutzten, musste es bei 2:2-Gleichstand ins Sudden Death gehen. Jetzt konnte Mannheim vorlegen, was durch Benke auch gelang. Proske hielt den UHC mit dem Ausgleich im Rennen. Dann zog Fujs gegen Milt einen Siebenmeter. Beide Teams wechselten dafür die Protagonisten. Manuel Prol kam als Schütze, Felix Damberger als Torwart – und der Keeper hielt. Bernstein hatte nun Matchball für Hamburg. Das aktive Einsteigen des Keepers Stumpf war dem Schirigespann Lohse/Göntgen zu hart – wieder entschieden sie auf Strafstoß. Luis Bernstein jagte den Ball unhaltbar in den Winkel und entschied damit diesen heißen Halbfinalkampf.
Foto: Worldsportpics