DÜSSELDORF BRINGT SCHMILZENDEN VORSPRUNG ERFOLGREICH INS ZIEL
08. February 2026
Im fünften reinen West-Finale der Geschichte Deutscher Hallenmeisterschaften der Damen setzte sich der Düsseldorfer HC beim Volvo E.R.B. Final4 2026 in Frankfurt mit 3:2 (3:0) gegen Rot-Weiss Köln durch und feierte seinen fünften Titel. Auch der Preis des MVP ging an den neuen Meister: Selin Oruz wurde über eine von DYN durchgeführte Publikumswahl gewählt.
Die Sorge, dass Selin Oruz nach ihrem fatalen Ausrutscher auf der Werbefolie im ersten Halbfinale und der daraus resultierenden Verletzung ihres Oberschenkels für das Endspiel ausfallen würde, war zum Glück unbegründet. Die Düsseldorfer Kapitänin lief mit stark bandagiertem Oberschenkel auf – und setzte gleich den ersten Akzent. Als sich der DHC im Pressing rechts an der Bande den Ball eroberte und die aufgerückte Verteidigerin Annika Sprink vom Eck im Kölner Kreis den Ball zur Mitte passen konnte, da stand Oruz goldrichtig und schoss eiskalt zum 0:1 (3.) in den Kasten. Davor hatte der DHC schon eine Ecke gehabt, die gehalten wurde.
Den Düsseldorferinnen, von denen Oruz, Sprink und Lhotak bereits ihr neuntes Hallen-Finale bestritten, merkte man die natürlich deutlich größere Erfahrung in solch einem Highlightspiel an. Dagegen war Rot-Weiss sozusagen ein echter Finalneuling, hatte doch keine Spielerin die 14 Jahre zurückliegende letzte Kölner Endspielteilnahme auf dem Platz miterlebt.
Erst nach einigen Minuten konnte auf Köln gegen die zunächst dominanten Gegnerinnen etwas mehr Standfestigkeit erlangen. Zum Ende des ersten Viertels wurden die Rot-Weiss-Offensivbemühungen auch zwingender. Die beste Chance auf den Ausgleich verpasste Helena Hürker, deren Schlenzer von Femke Jovy pariert wurde. Da auch Kölns erste Ecke (14./Brux) abgelaufen wurde, ging es mit einem 1:0 in die erste Viertelpause.
Im zweiten Abschnitt konnte Düsseldorf schnell nachlegen. Elisa Gräve hatte nach einem Turnover plötzlich viel Platz, kam über rechts in den Kölner Kreis und legte den Ball nach einer Täuschbewegung mit der Rückhand an TW Höllriegl vorbei in den Kasten – 0:2 (18.). Obwohl Rot-Weiss nun längst ein gleichwertiger Finalgegner war und mindestens so häufig wie der Konkurrent gefährlich im gegnerischen Kreis auftauchte, musste Köln erst noch das 0:3 (25.) schlucken. Selin Oruz verwandelte im Nachschuss, ehe es für die spätere MVP wieder zur Behandlung des schmerzenden Oberschenkels auf die Bank ging.
Kölns letzte Chance, noch vor der Pause auf die Anzeigetafel zu kommen, verpasste Inma Hofmeister mit ihrem Heber knapp über die Latte. So ging es mit einem 0:3 aus Kölner Sicht in die Pause. Auch beim letzten Bundesligavergleich stand es zur Halbzeit 0:3, und am Ende hatte Rot-Weiss den Rückstand komplett aufgeholt und noch ein 3:3-Unentschieden erzielt.
Düsseldorf war also gewarnt und sah sich nach Wiederbeginn tatsächlich verstärkten Angriffen des Gegners ausgesetzt. Doch noch hielt das Bollwerk um Lhotak, Sprink und die sich auffallend gut in Szene setzende Gabrielle Mosch. Wenn was durchkam, war Jovy zur Stelle. So blieben die Versuche von Prumbaum (33.), Hofmeister (35.) und Hansen (41.) ohne Erfolg. Auf der anderen Seite verpasste der DHC bei gelegentlichen Überzahlangriffen eine mögliche Vorentscheidung, auch zwei Ecken brachten für Düsseldorf nicht das mögliche 4:0.
Als Gräve dann mit grün auf die Strafbank musste, nutzte das Köln umgehend durch Sophie Prumbaum, deren Rückhandabschluss glücklich über die Linie rollte (44.). Und gleich nach der letzten Viertelpause setzte Nika Hansen nach Vorstoß über rechts den Ball spektakulär zum 2:3 (46.) unter die Latte. Alles war wieder vollkommen offen.
Gekämpft wurde auf beiden Seiten mit maximalem Einsatz und um jeden Quadratmeter. Die beiden Schiedsrichter Teresa Lipsky und Paul Picht hatten da keinen leichten Stand, leisteten sich aber auch keine groben Schnitzer. Bei einer Serie von drei Ecken (55.) war der Ausgleich für Köln am greifbarsten, doch die DHC-Abwehr funktionierte. Sicher sein konnte sich Düsseldorf aber noch nicht, auch weil Lhotak und Heusgen bei Kontern ein mögliches 4:2 jeweils knapp verpassten.
Ebenso knapp flog Prumbaums Rückhandschlenzer (58.) am DHC-Kasten vorbei. Etwas erstaunlich war, dass Rot-Weiss erst 35 Sekunden vor Ende Torhüterin Höllriegl vom Platz nahm, und bis auf Prumbaums Verzweiflungsschuss brachte die künstliche Überzahl nichts mehr. Dann war Düsseldorf am Ziel.