FEUDENHEIM SORGT FÜR MÜNCHNER STURZ VON DER TABELLENSPITZE
10. January 2026
Die angespannte Wetterlage im Norden sorgte am Samstag lediglich für einen einzige Spielabsage in der 1. Bundesliga Damen. Sportlich am bemerkenswertesten war der Sturz von Süd-Tabellenführer Münchner SC, der beim Feudenheimer HC verlor.
Gruppe Nord
Während das Spiel von Tabellenführer Club an der Alster gegen Eintracht Braunschweig wegen der Witterungsverhältnisse abgesetzt wurde, fanden die beiden anderen Begegnungen in Hamburg statt. Die Damen des Bremer HC hatten die Anreise durch die Schneelandschaft gepackt und waren beim Harvestehuder THC drauf und dran, zumindest einen Zähler mitzunehmen. Der Tabellenletzte konnte durch Mina Üzbe (2) und Lena Frerichs (2) Rückstände von 1:3 und 3:4 bis zur vorletzten Minute wegmachen. Doch in der Schlussminute schoss Teresa Martin Pelegrina per Ecke noch den 5:4 (2:1)-Siegtreffer des HTHC. Die weiteren Harvestehuder Treffer erzielten Madita Niebuhr (2), Laura Saenger und Fenja Poppe.
Der UHC Hamburg greift nach einem 7:4 (4:3)-Heimsieg über den Großflottbeker THGC noch einmal ernsthaft ins Rennen um den zweiten Viertelfinalplatz ein. Einen 0:3-Rückstand konnten die Gäste zwar über 2:3, 3:4 und 4:6 immer wieder verkürzen, aber sie kamen nie mehr ganz heran. Levia Grabietz (2), Johanna Seelmaecker (2), Greta Köllinger, Marisa Fahning und Sarah Kardorf trafen für den UHC, Lale Schilling (3) und Janne Raimund hielten für den GTHGC dagegen. UHC verdrängte Flottbek vom dritten Tabellenplatz.
Gruppe Ost
Nachdem Aufsteiger Berliner SC gegen den Primus BHC lange die Gegentore vermeiden konnte und nach dem 0:1 (21.) zur Pause lediglich mit 0:2 in Rückstand lag, wurde es zum Ende hin doch noch bitter hoch und zweistellig für den Neuling. Tabellenführer Berliner HC kam durch Treffer von Greta Dressel (3), Philine Drumm (3), Joana Boehringer (2), Rosa Kunze, Johanna Franz, Elissa Mewes und Birthe Reitemeier zum 12:0 (2:0)-Sieg.
Im Verfolgerduell um den zweiten Viertelfinalplatz landete TuS Lichterfelde einen wichtigen 5:4 (3:2)-Sieg beim direkten Konkurrenten TC Blau-Weiss Berlin. Aus einem 1:0 der Gastgeberinnen machte TuSLi ein 1:3 und später 2:5 (49.). Der Tennis-Club arbeitete sich noch einmal auf 4:5 (59.) heran, der Ausgleich wollte jedoch nicht mehr glücken. Maja Stephan (2), Nele Rösch und Antonia Patzelt schossen die BW-Tore, Chiara Gutsche (2), Julia Ullrich (2) und Clarissa Schneider sorgten für den Erfolg von TuSLi, das nun mit fünf Punkten Vorsprung in die letzten drei Spiele geht.
Seinen ersten Punkt konnte der ATV Leipzig nach zuvor sechs verlorenen Partien erringen. Bei den Zehlendorfer Wespen gab es ein 3:3 (2:1)-Unentschieden. Nach Leipziger Pausenführung konnten die Berliner Gastgeberinnen das Resultat zum 3:2 drehen, ehe der ATV acht Minuten vor Ende ausglich. Johanna Bergmann, Katharina Balks und Emily Gesch trafen für die Wespen, Anna Marie Scholl, Wilma Brox und Stella Schniewind waren für Leipzig erfolgreich. Bei fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer war der heutige Befreiungsschlag wahrscheinlich zu gering.
Gruppe Süd
Verstärkt mit den von der Nationalmannschaft zurückgekommenen Stine Kurz und Aina Kresken kam der Mannheimer HC im Heimspiel gegen den HC Ludwigsburg zu einem klaren 9:4 (6:0)-Heimsieg. Den Gästen gelang erst beim Stand von 0:8 der erste Gegentreffer (45.), dann sogar drei weitere am Stück, aber der Schlusspunkt zum 9:4 setzte der MHC, für den Nadine Kanler (2), Aina Kresken (2), Verena Neumann (2), Paulina Niklaus, Charlotte Gerstenhöfer und Hannah Reichert die Tore schossen. Für den HCL trafen Sina Burkhardt, Laurentien Vogelmann, Daniela Bauer und Carlotta Koch.
Im Kampf um den Klassenerhalt feierte der TSV Mannheim einen 3:1 (0:0)-Heimsieg über die HG Nürnberg. Nach torloser erster Hälfte konnte sich der TSV durch Lotte Nafzger (2) und Paulina Mayer auf 3:0 absetzen, Aufsteiger HGN, das bereits beim Stand von 0:2 die Torhüterin durch eine sechste Feldspielerin ersetzte, konnte erst in der vorletzten Minute durch Emelie Haas verkürzen.
Mit der Niederlage rutschte Nürnberg ans Tabellenende, denn der als Schlusslicht ins neue Jahr gegangene Feudenheimer HC glückte ausgerechnet gegen den als Tabellenführer angereisten Münchner SC der Befreiungsschlag. Die FHC-Maßnahme, das Spiel aus taktischen Erwägungen ohne Torhüterin zu beginnen und bis auf kurze Phasen während einer Zeitstrafe auch konsequent durchzuziehen, lohnte sich trotz gelegentlicher Rückschläge. 8:7 (2:1) hieß es am Ende. Der MSC konnte durch frühzeitiges Herausnehmen von Nationaltorfrau Selina Müller zwar gegensteuern und bis sechs Minuten vor Ende nach einem 1:3 zum 4:4 gleichziehen, kassierte dann aber in einer wilden Schlussphase mehrere Empty-net-Gegentreffer zum 4:8. Die nochmalige Aufholjagd brachte zwar drei Münchner Treffer, den letzten aber erst mit einer Schlussecke. Emma Himmler (4), Yevheniya Kernoz (2), Luise Höfling-Conradi und Denise Hechler schossen die FHC-Tore, beim gestürzten Tabellenführer waren Nike Beckhaus (2), Emma Knörndel (2), Paula Nahr, Josephine Wahmes und Charlotte Remmele erfolgreich. Durch die Münchner Niederlage hat der Mannheimer HC seine Spitzenposition zurück.
Gruppe West
Die beiden West-Dominierenden ließen in fremder Halle nichts anbrennen. Tabellenführer Düsseldorfer HC kam beim Bonner THV zu einem 8:3 (5:0)-Auswärtserfolg. Schon zur Pause war bei einem 0:5 eine Vorentscheidung gefallen. Und erst beim Stand von 0:6 konnte sich der BTHV erstmals auf die Anzeigetafel bringen. Über das 3:7 kam es zum Endstand. Zarina Chruscz, Thea Scheidl und Tia Gräfe trafen für Bonn, beim DHC teilten sich Mabel Brands (3/Foto), Elisa Gräfe (2), Selin Oruz (2) und die nach der U21-WM ins Hallenprogramm eingestiegene Friederike Heusgen die Treffer.
Auch der Tabellenzweite Rot-Weiss Köln ließ sich souverän durch. Beim 6:1 (2:0) beim HTC Uhlenhorst Mülheim konnte das Heimteam lediglich durch Leni Hamacher zum 1:2 nach 34 Minuten einen Treffer landen. Jule Hufer (2), Nika Hansen (2), Sophie Prumbaum und Inma Hofmeister sorgten für den Kölner Sieg.
Bonn und Mülheim tun die Niederlagen insofern nicht besonders weh, als ihr Vorsprung auf den Abstiegsplatz nicht anwuchs. Denn Schlusslicht DSD Düsseldorf konnte die Chance, seinen Fünf-Punkte-Rückstand zu verkleinern, nicht nutzen und musste sich beim Club Raffelberg mit 3:6 geschlagen geben. Dabei führte der DSD schnell 2:0 und auch zur Pause noch mit 3:2. Aber im kompletten zweiten Durchgang gelang dem Aufsteiger kein weiterer Treffer mehr. Anneke Mertens (2), Klara Weyand (2), Giulia Funkel und Helena Hindenburg trafen für Raffelberg, das seinen dritten Rang festigte. Beim DSD waren Tore von Donja Zwinkels, Carina Salz und Silja Drewitz zu wenig.
Foto: Kramhöller/Sports-Gallery