FLOTTBEK WEHRT BREMER ANGRIFF AUF PLATZ 8 MEHR ALS SOUVERÄN AB
10. May 2026
Am Schlusstag der 1. Bundesliga Damen gab es immerhin noch vier Positionsveränderungen gegenüber der Vorwoche. Das hat dann auch noch einmal ziemliche Auswirkungen auf die anstehenden Play-off-Spiele.
Die spannendste Frage war vor dem 22. Spieltag, ob der Bremer HC seine Minimalchance würde nutzen können, um mit einem hohen Sieg in Flottbek doch noch in den exklusiven Kreis der acht Viertelfinalteilnehmer einziehen zu können. Am Ende stand tatsächlich ein 7:0 auf der Anzeigetafel, wie es sich Bremen in den kühnsten Träumen vielleicht vorgestellt hatte. Doch es war genau in die andere Richtung gelaufen. Nicht den BHC schaffte den hohen Erfolg, sondern der GTHGC schoss die Tore. Der hohe Sieg der Hamburgerinnen zeichnete sich lange nicht ab, war es doch durch Treffer von Stella Teigtmeier (9./35.) und Charlotte Hendrix (41.) bis zehn Minuten vor Ende ein normales Resultat, wobei Bremen durch einen vergebenen Siebenmeter (28.) das mögliche 1:1 vergab. Erst dann schraubten Paula Velmans (E, 50.), Jette Fleschütz (7m, 53./59.) und Tyra Stark (55.) das Resultat noch in die Höhe.
War Bremen damit eindeutig in der Abstiegsrunde, so hatte Flottbek mit dem torreichen Ergebnis seine Chancen kräftig erhöht, im Abschlussklassement vor dem punktgleich in die letzte Runde gegangenen Rot-Weiss Köln zu landen. Und das gelang, obwohl die Rheinländerinnen tatsächlich das Kunststück vollbrachten, beim Tabellenzweitem Club an der Alster als 1:0-Sieger vom Platz zu gehen. Fernanda Arieta Mesias gelang per Ecke nach 44 Minuten der einzige Treffer des Tages. Und trotz des Prestigeerfolges fiel Köln wegen des vier Treffer schlechteren Torverhältnisses auf Rang acht zurück.
Interessant war natürlich auch das „Endspiel“ um Rang vier zwischen dem Berliner HC und Harvestehuder THC. Die Hauptstädterinnen brauchten einen Sieg, um den amtierenden Meister aus Hamburg noch überholen zu können. Das Ziel kam immer näher, als nach 40 Minuten Alessa Volkert dem Spielverlauf nach verdient den BHC in Führung schoss. Das 1:0 hielt bis in die Schlussphase, ehe die Gäste die Ärmel noch einmal nach oben krempelten und zum Gegenschlag ansetzten. Laura Saenger verwandelte fünf Minuten vor Ende eine Ecke zum Ausgleich, was Berlin wieder dazu nötigte, noch mehr in die Offensive zu gehen. Das führte kurz vor Ende zu einem HTHC-Konter mit Eckenfolge. Und erneut schlug Saenger mit einem Flachschlenzer ins Schlägereck von Sielaff zu – 1:2 (60.).
Harvestehude hielt mit dem späten Sieg seinen vierten Platz, der BHC wiederum wurde durch den doppelten Nackenschlag mit der Versetzung auf Platz sechs bestraft. Denn der UHC Hamburg nutzte die Chance, mit einem 2:0 (0:0)-Heimsieg über den SC Frankfurt 80 noch an Berlin vorbeizuziehen. Allerdings musste der UHC viel Geduld mitbringen, ehe Carlotta Rickheit (53.) und Yara Mandel (E, 57.) den Dreier sicherstellten.
Der Club Raffelberg besaß durch die Frankfurter Niederlage theoretisch die Chance, die Rote Laterne an den SC 80 abzugeben. Dazu hätte es eines Punktgewinnes beim Ligagewinner Mannheimer HC bedurft. Eine Halbzeit lang waren die Duisburgerinnen gar nicht so weit von diesem Husarenstück entfernt. Die MHC-Führung von Charlotte Gerstenhöfer (10.) glich Giulia Funkel noch in der gleichen Spielminute per Siebenmeter aus. Bei einem weiteren Strafstoß (17.) hatte Funkel die Chance, Raffelberg in Führung zu bringen, doch diesmal gewann Torhüterin Chiara Vischer das Duell mit der Schützin. Als dann gleich auf der anderen Seite Stine Kurz ihrerseits einen Siebenmeter zum 2:1 (18.) nutzte, konnte Mannheim mit einer kleinen Führung in die Pause gehen. Nach dem Seitenwechsel zog Mannheim dann das Tempo an und kam durch Nadine Fieber (ehemals Kanler/35.), Agustina Habif (E, 36.), Aina Kresken (40.), Carolin Seidel (42.) und Sonja Zimmermann (50.) noch zu einem klaren 7:1-Erfolg.
Das einzige Shoot-out des Tages gab es in der Partie zwischen Münchner SC und Düsseldorfer HC. Der DHC war durch Clara Ycart (4.) und Lisa Nolte (43.) zweimal in Führung gegangen, München schaffte durch Paula Nahr (5.) und Clara von Falck (47.) zweimal recht schnell den Ausgleich. Die Riesenchance zum Sieg vergab Düsseldorf eine Minute vor Schluss, als es nach einem Stockfoul an Oruz Siebenmeter gab, den Sara Strauss gegen die aufmerksame Selina Müller aber nicht über die Linie brachte. Ärgerlich für Strauss, weil sie durch den Fehlschuss nicht nur den Dreier für ihr Team liegenließ, sondern im Fernduell um die „Volvo E.R.B. Tormaschine“ nicht mit Stine Kurz und Laura Saenger gleichziehen konnte. Im Shoot-out behielt Düsseldorf mit 3:1 nach Toren von Sophia Schwabe, Lisa Nolte und Selin Oruz, bei nur einem MSC-Treffer von Lea Sack, mit 3:1 die Oberhand.
So geht es im Viertelfinale nächstes Wochenende im „best of three“ nun weiter:
Play-off:
Rot-Weiss Köln (8) – Mannheimer HC (1)
Großflottbeker THGC (7) – Club an der Alster (2)
Berliner HC (6) – Düsseldorfer HC (3)
UHC Hamburg (5) – Harvestehuder THC (4)
Play-down:
Club Raffelberg (12) – Bremer HC (9)
SC Frankfurt 80 (11) – Münchner SC (10)
Foto: Kramhöller / Sports-Gallery