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GLEICH DREI 1:0-ÜBERRASCHUNGEN BEI DEN DAMEN

18. April 2026

Gleich mehrere Überraschungen hatte der 17. Spieltag der 1. Bundesliga Damen zu bieten. Jeweils mit 1:0-Siegen setzten sich UHC Hamburg, Münchner SC und Bremer HC am Samstag gegen höher in der Tabelle platzierte Mannschaften durch.

Es begann am Freitagabend mit dem Auswärtssieg des UHC Hamburg beim Harvestehuder THC, der vor dem Spiel die derzeit verletzte Maren Kiefer offiziell verabschiedete. Obwohl der amtierende Meister sich auf heimischem Platz Vorteile erspielen konnte, verstand er es nicht, aus seinem Chancenplus (darunter 5:1 Ecken) etwas Zählbares zu machen. Und wie es dann eben oft so kommt: Hinten wird man dafür bestraft. Als die Gäste drei Minuten vor Ende zu ihrer ersten Strafecke kamen, nutzten sie diese prompt zum 0:1-Siegtreffer (58.), als Claire Behrend den zweiten Nachschuss im Kasten der zuvor zweimal parierenden Finja Starck unterbrachte.

 

Während der UHC mit dem Sieg seinen sechsten Platz stabilisierte, bekam Harvestehude seinen Ausrutscher prompt zu spüren, indem man von Platz drei auf fünf in der Tabelle fiel. Am HTHC zogen Berlin und auch der Düsseldorfer HC vorbei, der sich im Heimspiel gegen den Großflottbeker THGC mit 2:0 (1:0) durchsetzte. Clara Ycart hatte den DHC nach einer Angriffskombination über rechts früh in Führung gebracht (2.). Diese hätte Sara Strauss nach elf Minuten gleich ausbauen können, doch die Nationalstürmerin scheiterte mit einem selber herausgeholten Siebenmeter an der stark reagierenden Flottbeker Torhüterin Marta Kucharska. Als Strauss dann in der zweiten Hälfte Kucharska endlich mal überwunden hatte, pfiff der Schiedsrichter ihren Eckenstecher wieder zurück. Noch ein zweites Mal wurde den DHC-Damen der Torjubel nach einem wenig glücklichen Pfiff der Unparteiischen abgedreht. Aber es sollte sich nicht spielentscheidend auswirken. Charlotte Ritter machte mit dem 2:0 (42.) den Deckel drauf. „Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns heute. Und das war das Wichtigste“, wollte Sara Strauss hinter nicht mehr an die Missgeschicke während der 60 Minuten denken.

 

Von den vier Mannschaften auf den letzten Tabellenplätzen punktete lediglich der SC Frankfurt 80 nicht. Dessen Aufgabe war mit dem Auswärtsspiel beim Mannheimer HC wohl auch die schwerste. Der Spitzenreiter fuhr letztlich einen ungefährdeten 3:0 (2:0)-Arbeitssieg ein. Nadine Kanler (11.) und Stine Kurz (E, 30.) vor der Pause sowie Sonja Zimmermann in der Schlussphase (E, 53.) trafen für den MHC, der wohl selber kaum damit gerechnet hatte, dass sich an diesem Nachmittag sein Vorsprung an der Spitze noch weiter ausbauen sollte.

 

Aber genau das passierte. Denn Mannheim-Verfolger Club an der Alster strauchelte überraschend beim Bremer HC mit 0:1. Obwohl die Hamburger Gäste erwartungsgemäß mehr vom Spiel hatten und aus dem Spiel heraus sowie bei zahlreichen Strafecken auch mehrfach gefährlich im Bremer Kreis auftauchten, so sollte spätestens an der bärenstarken Franziska Hagen einfach kein Vorbeikommen sein. In der 44. Minute krönte die BHC-Torhüterin ihre Leistung, als sei einen von Lovagnoni an Wolbers verursachten Siebenmeter entschärfte, indem sie den Flachschlenzer von Linda Cobano mit ihrem Schläger um den Pfosten drehte. In den letzten paar Minuten setzte Alster-Coach Julian Tarres alles auf eine Karte und ließ mit elf Feldspielerinnen auf den Siegtreffer drängen. 30 Sekunden vor Ende schafften es die Gastgeberinnen, den Ball Höhe Mittellinie abzufangen. Mit einem schnellen Ball in die Spitze war Delfina Gerula gefunden, die mit einer krachenden Rückhand aus spitzem Winkel den leeren Alster-Kasten traf (Foto). Wie im ersten Saisonduell Ende September hatte der BHC den Club an der Alster erneut mit 1:0 geschlagen.

Mit der Niederlage vergrößerte sich Alsters Rückstand auf Mannheim auf acht Punkte, während sich Bremen einem Play-off-Platz wieder bis auf vier Punkte genähert hat.

 

Denn der Tabellenachte Rot-Weiss Köln erlitt in München einen Rückschlag, indem er sich dem MSC mit 0:1 geschlagen geben musste. Für den einzigen Treffer des Nachmittags sorgte nach 18 Minuten Lara Niebler, als sie die zweite Münchner Strafecke im Nachgang über die Linie stocherte. Köln unternahm viel, rannte aber bis zum Ende vergeblich an. „Wir sind spät richtig ins Spiel reingekommen und haben dann unsere Chancen einfach nicht gut genutzt“, befand RW-Trainer Tibor Weißenborn, der allerdings auch die „gute MSC-Verteidigung“ zu würdigen wusste. „Wir haben vor allem die vielen Kölner Ecke gut wegverteidigt“, freute sich Münchens Co-Trainer Fabian Fritsche über wichtige drei Punkte, die das Spiel am Sonntag gegen Frankfurt zu einem „kleinen Finale“ um Platz zehn machen können.

 

Aus dem Tabellenkeller punktete auch der Club Raffelberg. Im Heimspiel gegen den Berliner HC sah es nach einem Doppelschlag von Anneke Maertens (E, 41.) und Filippa von dem Borne (42.) zum 2:0 nach dem dritten Saisonerfolg für das Schlusslicht aus. Der BHC rettete sich durch Tore von Alessa Volkert (E, 47.) und Luzie Franz (59.) zum 2:2-Endstand noch so eben ins Shoot-out, wo die Gäste dann durch Philine Drumm und Joana Boehringer, bei nur einem CR-Treffer von Giulia Funkel, mit 2:1 den Zusatzpunkt mitnahmen.

Die zwei Punkte ließen Berlin auf den dritten Tabellenplatz zurückkehren, aber auch für Raffelberg trägt der eine Zähler dazu bei, noch einmal die Chancen zu erhöhen, das Schlusslicht abgeben zu können.

 

Foto: A.Kaste /Sports-Gallery