MANNHEIM, DÜSSELDORF UND MÜNCHEN FEIERN SECHS-PUNKTE-WOCHENENDE
19. April 2026
Der Mannheimer HC kommt dem Hauptrundengewinn in der 1. Bundesliga Damen immer näher. Am 18. Spieltag baute sich der MHC-Vorsprung auf Verfolger Alster auf neun Punkte aus. Wie der Spitzenreiter konnten sich auch Düsseldorfer HC und Münchner SC über ein Sechs-Punkte-Wochenende freuen.
Auch wenn der Tabellenführer sicher nicht sein bestes Spiel ablieferte – „Wir können nicht zu 100 Prozent mit unserer Leistung zufrieden sein, aber wir haben hinten nicht viel zugelassen und sind geduldig geblieben“, so Mannheims Nationalspielerin Sonja Zimmermann -, so reichte es am auch zweiten Wochenendspiel zu einem weiteren Sieg ohne Gegentor. Dem 3:0 über Frankfurt folgte am Sonntag ein Mannheimer 1:0 gegen Rot-Weiss Köln. Für den goldenen Treffer sorgte nach 38 Minuten Ines Wanner per Strafecke. Zuvor hatte der MHC im Eckennachschuss durch Charlotte Gerstenhöfer bereits den Pfosten getroffen (23.).
Für den MHC war es ein Sechs-Punkte-Wochenende, für Köln dagegen ein Doppelspieltag zum Vergessen: dem 0:1 in München folgte ein weiteres 0:1 in Mannheim. Die Teilnahme am Viertelfinale ist wieder in deutliche Gefahr geraten.
Denn der Kölner Hauptkonkurrent um Platz acht, der Bremer HC, legte ein starkes Wochenende hin. Dem 1:0-Sensationssieg über den Club an der Alster folgten zwei weitere Punkte am Sonntag. Gegen den UHC Hamburg holte Bremen einen frühen Rückstand (Claire Engel/9.) mit einem starken Schlussspurt noch auf. Nina Pätzold stellte per Strafecke (51.) den 1:1-Gleichstand her, der Sekunden vor Ende fast sogar noch zum Sieg gedreht werden konnte. Im Shoot-out wurde einmal mehr Franziska Hagen zur Matchwinnerin für den BHC. Die Bremer Torhüterin ließ nur einen Treffer durch Greta Köllinger zu, offensiv sicherten Lena Frerichs und Agostina Lovagnin den 2:1-Sieg. Bremer liegt damit nur noch zwei Zähler hinter Köln.
Auch der Düsseldorfer HC konnte sich über zwei Siege am Wochenende freuen. Dem 2:0 am Samstag über Flottbek folgte am Sonntag nun ein 2:1 gegen den Berliner HC. Die Gäste gingen durch Luzie Franz zum Ende des ersten Viertels in Führung (15.). Für den DHC wichtig war es, dass noch vor der Pause der Ausgleich gelang. Annika Sprink glich per Strafecke (27.) zum 1:1-Pausestand aus. Sprink war auch maßgeblich am Düsseldorfer Siegtreffer beteiligt. Eine weitere DHC-Strafecke schien nach Ycart-Schrubber von der Berliner Torhüterin Maja Sielaff bereits entschärft, als Sprink den Ball nicht nur vor dem Ins-Aus-gehen rettete, sondern mit ihrem Schlägereinsatz für eine ideale Vorlage sorgte, die am langen Pfosten von Sara Strauss zum 2:1 (43.) ins Tor geblockt wurde. Der knappe Vorsprung wurde erfolgreich über die Zeit gebracht. Düsseldorf verdrängt mit dem Sieg den BHC vom dritten Tabellenplatz.
Berlin behielt zumindest den vierten Rang, weil der Harvestehuder THC gegen den Club an der Alster am Ende nur einen Punkt auf sein Konto bringen konnte. Zwischendurch sah es sogar nach der zweiten HTHC-Derby-Niederlage innerhalb von drei Tagen aus (0:1 hieß es am Freitag gegen den UHC). Auf eigenem Platz lag Harvestehude mit 0:2 in Rückstand. Laura Rodriguez (3.) und Emely Tödter (E, 32.) brachten Alster in Führung. Mit einem Kraftakt und zwei Strafeckentoren von Merle Knobloch (47.) und Laura Saenger (54.) im letzten Viertel rettete sich der amtierende Meister zum 2:2 und ins Shoot-out. Dort ging der zweite Punkt jedoch an die Gäste, die durch Emma Davidsmeyer, Jule Bleuel und Nele Aring trafen, während HTHC lediglich Treffer durch Katharina Becker und Fenja Poppe landen konnte.
Während man beim HTHC mit dem einen Punkt irgendwie leben konnte (Laura Saenger: „In der zweiten Hälfte haben wir eine Schippe draufgelegt und verdient ausgeglichen“), lobte Alster-Kapitänin Hanna Rothländer die „richtige Reaktion nach dem Bremen-Spiel“.
Eine Einzelleistung von Jette Fleschütz (im Bild aus einer Szene vom Vortagsspiel in Düsseldorf) zu Beginn des letzten Viertels entschied die Partie zwischen Club Raffelberg und Großflottbeker THGC. Die Hamburger Nationalspielerin ließ sich auch von einem vielbeinig besetzten Raffelberger Schusskreis nicht aufhalten und beendete ihren an der Viertellinie gestarteten Sololauf mit einem Schlenzball aus spitzem Winkel, der CR-Torhüterin Sophia Wegener auf Hüfthöhe zum 0:1 (46.) passierte. Trotz diverser Raffelberger Ecken in der Schlussphase blieb es bei diesem knappen Sieg der Gäste. „Ein Schritt nach vorn Richtung Viertelfinale“, atmete Flottbeks Co-Trainer Malte Pinmgel nach diesem „Geduldsspiel“ auf, das durch den Geniestreich von Jette Fleschütz entschieden wurde.
Die dritte Mannschaft mit einem Sechs-Punkte-Wochenende war der Münchner SC. Ihr nicht unbedingt erwartetes 1:0 über Köln veredelten die Bayerinnen mit einem 2:1 über den SC Frankfurt 80. Charlotte Remmele brachte den MSC früh auf Siegkurs (2.), Mitte des dritten Viertels legte Paula Nahr per Eckennachschuss das 2:0 (38.) nach. Frankfurt verkürzte durch Paula Bonanni (E, 57.) spät und wird sich ärgern, zuvor einige hochkarätige Chancen ausgelassen zu haben.
München verdrängt den SC 80 mit dem Sieg vom zehnten Tabellenplatz. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich beide Mannschaften in den Play-off-Duellen wiedersehen, ist groß.
Foto: S. Fehrmann / Sports-Gallery