MANNHEIM WIRD BESIEGT UND IST TROTZDEM LIGAGEWINNER
02. May 2026
Trotz eines im Shoot-out verlorenen Spieles in Bremen ist der Mannheimer HC in der 1. Bundesliga Damen vorzeitig Hauptrundengewinner und somit für die Euro Hockey League 2027 qualifiziert.
Im Hamburger Derby gelang dem Großflottbeker THGC ein ganz wichtiger Last-Minute-Dreier durch den späten 2:1-Siegtreffer von Jette Fleschütz. Nach torloser erster Halbzeit war der UHC durch Lisa Musci (34.) in Führung gegangen. Noch im dritten Viertel schaffte Friederike Seifert (40.) der Ausgleich. Flottbek drängt vor allem im Schlussviertel auf den Sieg, schien aber nicht durchzukommen. Als sich schon viele auf ein Unentschieden und ein Shoot-out eingestellt zu haben schienen, kam im UHC-Kreis Jette Fleschütz zum Abschluss. Deren wuchtige Rückhandschüsse sind bekannt, UHC-Keeperin Hella Vorpagel schien den Ball auch entschärft zu haben. Doch von ihren Schienen prallte die Kugel unglücklich aus ihrer Sicht nach hinten weg und hoppelte über die Linie. Da waren keine 30 Sekunden mehr auf der Uhr.
Im Spiel zwischen dem Club an der Alster und dem Berliner HC (Foto) stand das spätere Endergebnis bereits nach elf Minuten fest. Birthe Reitemeier hatte die Gäste aus der Hauptstadt nach sieben Minuten in Führung gebracht, Martina Reisenegger Lillo antwortete schnell mit dem 1:1 (8.), und nur wenig später hatte Johanna Hachenberg mit dem 2:1 (11.) das Resultat zugunsten der Hamburgerinnen gedreht. Alster verpasste es, die Führung in seiner besseren Halbzeit auszubauen, nach der Pause wurde Berlin stärker, schaffte es aber seinerseits nicht, sich dafür zu belohnen. So blieb es beim 2:1 für Alster, das seinen zweiten Tabellenplatz absicherte.
Der Harvestehuder THC profitierte von der BHC-Niederlage und überholte Berlin auf Platz vier der Tabelle mit dem 2:0 (0:0)-Heimsieg über den Münchner SC. Doch für die Hamburgerinnen war viel Geduld gefragt. Bis fünf Minuten vor Ende war die Münchner Abwehr für den HTHC einfach unüberwindbar. Vor allem Torhüterin Selina Müller wehrte zahlreiche Strafecken von Laura Saenger ab. Dann leitete ein verlorener Ball an der eigenen Viertellinie die Münchner Niederlage ein. Katharina Bauer schnappte sich die Kugel, ging in en Kreis und wurde dort vom MSC in die Zange genommen – Siebenmeter. Diesen verwandelte Fenja Poppe zum 1:0 (55.). Nach zwei verpassten MSC-Ecken fiel dann auf der anderen Seite noch das 2:0, als Emilia Landshut eine weitere HTHC-Ecke im Nachschuss verwandelte (57.).
Die Überraschung des Tages schaffte der Bremer HC. Im Heimspiel gegen den Mannheimer HC rangen die Bremerinnen dem Tabellenführer ein 1:1 (0:1)-Unentschieden ab und belohnten sich anschließend mit dem Zusatzpunkt durch das mit 3:1 gewonnene Shoot-out. In der ersten Halbzeit sah es nicht danach aus, als ob sich Mannheim eine Blöße geben würde. Verena Neumann (15.) sorgte für die verdiente 1:0-Pausenführung, die leicht hätte höher ausfallen können. Vor allem Torhüterin Franziska Hagen konnte es Bremen verdanken, dass eine Vorentscheidung ausblieb. Kurz nach der Pause dann der überraschende Ausgleich, als Manuela Ghigliotti über links an der Grundlinie geschickt Richtung Tor ziehen konnten und dann ihr Pass nach innen von der MHC-Abwehr unglücklich über die Schulter von Torhüterin Chiara Vischer unter die Latte gelenkt wurde – 1:1 (34.). Das Unentschieden verteiidgte Bremen aufopferungsvoll bis zum Schlusspfiff. Im Shoot-out sorgten Marie Frerichs, Agostina Lovagnini und Manuela Ghigliotti, bei nur einem MHC-Treffer durch Sonja Zimmermann, für das 3:1. Der überglückliche BHC-Trainer Florian Keller hob neben Franziska Hagen (Keller: „Für mich die beste Torhüterin in Deutschland“) auch Nina Pätzold hervor, die der Trainer zu einer Sonderbewachung von Luvina von der Heyde abgestellt hatte. „Sie hat es geschafft, das Herzstück des MHC aus dem Spiel zu nehmen“. Kurios: Trotz der Niederlage reichte dem Mannheimer HC der eine geholte Punkt, um seinen Ligagewinn auch rechnerisch sicher zu machen.
Für das höchste Tagesresultat sorgte der Düsseldorfer HC mit seinem 7:0 (3:0) über den Club Raffelberg. Ein Hattrick von Sara Strauss brachte den Tabellendritten auf die Siegerstraße. Nach 20 Minuten eröffnete die DHC-Nationalspielerin mit einem Siebenmeter (Torhüterin Wegener hatte Zich beim Einschuss gefoult) den Torreigen und legte dann nach einen Rückhandknaller (21.) und einen Eckennachschuss (27.) zum 3:0-Pausenstand nach. In der zweiten Hälfte schraubten Lucy Zich (36.), Annika Schönhoff (43.), Lisa Nolte (E, 48.) und Friederike Heusgen (59.) das Resultat noch hoch.
In Köln setzte in der zunächst torlosen Partie zwischen Rot-Weiss und SC Frankfurt 80 pünktlich zur ersten Viertelpause Regen ein, der sofort immer stärker wurde und den Platz unter Wasser setzte. Es dauerte knapp 90 Minuten, ehe das Spiel fortgesetzt werden konnte. Köln kam gleich gut rein und wurde auch schnell belohnt, als Katharina Reuten eine Ecke im Nachschuss zur Führung (19.) unterbrachte. Das war der Dosenöffner, danach konnten Emma Boermans (21.), Lynn Krings (32.) und Sophie Prumbaum (41.) zum 4:0-Endstand nachlegen.
Foto: S. Müller / Sports-Gallery