ÜBERRASCHUNG ZUM START: MANNHEIM MIT ERSTER NIEDERLAGE
21. March 2026
Mit wenig Toren, dafür umso mehr Überraschungen hat die 1. Bundesliga Damen ihr Feldprogramm 2026 begonnen. So kassierte Spitzenreiter Mannheimer HC seine erste Saisonniederlage, auch Meister Harvestehude ließ eher unerwartet Punkte.
Was in zwölf Partien der Spielzeit 2025/26 zuvor niemand gelungen war, glückte dem Berliner HC: dem Mannheimer HC drei Punkte abzuluchsen. Gegen den MHC, der im Herbst 35 von möglichen 36 Punkten eingesackt hatte, gewannen die Hauptstädterinnen mit 1:0 (0:0). Das goldene Tor markierte zehn Minuten vor Ende Greta Dressel, die am langen Pfosten noch ihren Schläger in einen Schuss von Philine Drumm (auf dem Bild zusammen mit Sonja Zimmermann und Julia Hemmerle zu sehen) reinhielt. Mit einer couragierten Abwehrleistung hielt der BHC den knappen Vorsprung und schaffte es über die ganze Partie hinweg, den Favoriten zu gar nicht vielen Abschlüssen kommen zu lassen.
Für Berlin hatte der Coup sichtbare Auswirkungen auch in der Tabelle. Der BHC kletterte um zwei Plätze auf Rang drei. Denn die vor dem Spieltag punktgleich noch vor dem BHC stehenden Mitbewerber Düsseldorfer HC und Harvestehuder THC ließen auswärts Federn. Hallenmeister DHC unterlag beim Club an der Alster mit 0:1 (0:0). Die Hamburger Gastgeberinnen mussten sich lange gegen einen den Ton angebenden DHC erwehren. Erst nach der Halbzeit konnte sich Alster mehr in der gegnerischen Hälfte festsetzen. Die Entscheidung fiel zu Beginn des Schlussviertels, als Hamburgs Abwehrchefin Hanna Rothländer sich mal vorne mit einschaltete und etwas glücklich in zentraler Position an den Ball kam. Routiniert lenkte Rothländer den Ball an DHC-Keeperin Femke Jovy vorbei über die Linie – 1:0 (48.). Die Düsseldorfer Bemühungen um den Ausgleich liefen ins Leere. „Es war einfach zu wenig, zu ineffektiv im Kreis“, klagte Co-Trainer Frank Franssen zurecht über die ausbleibende Gefährlichkeit in der heißen Zone. Düsseldorf fiel von Platz drei auf Position sechs zurück.
Auch der Deutsche Meister Harvestehuder THC schaffte es nicht, auf gegnerischem Platz in 60 Minuten ein Tor zu erzielen. Beim SC Frankfurt 80 kam der HTHC nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus. Der hessische Vorjahresaufsteiger durfte niocht nur über diesen Teilerfolg jubeln, sondern anschließend auch über den Zusatzpunkt im Shoot out. Durch Treffer von Paula Heuser, Emily Schultz Enden, Fabia Stepping und Helen Schomburgk gewann der SC80 mit 4:2, da beim HTHC lediglich Emilia Landshut und Laura Plüth trafen. Für beide Mannschaften hatte das Resultat Auswirkungen in der Tabelle. Harvestehude fiel um einen Rang auf Platz fünf zurück. Frankfurt konnte mit den errungenen zwei Punkten das Schlusslicht an den Club Raffelberg abgeben und auch noch den Münchner SC überholen.
Die beiden Genannten gingen in Hamburg leer aus. Club Raffelberg unterlagen beim UHC Hamburg mit 1:2. Mit einem Doppelschlag kurz vor der Halbzeitpause brachten sich die Hanseatinnen durch Yara Mandel (27.) und Lisa Musci (30.) zu einer 2:0-Führung. Dieses hielt bis in die Schlussphase. Der Anschlusstreffer durch Filippa von dem Borne (55.) ließ die Duisburger Gäste noch einmal hoffen, aber es reichte nicht mehr zum Ausgleich.
Der Münchner SC musste sich beim Großflottbeker THGC mit 0:2 (0:2) geschlagen geben. Nicola Pluta brachte die Hamburger Gastgeberinnen früh in Führung (7.). U18-Nationalspielerin Franziska Pabsch, zur Rückrunde vom Regionalligisten SV Blankenese zu Flottbek gewechselt, krönte ihren Bundesliga-Einstand mit einer stark eingeschlenzten Strafecke zum 2:0 (27.). Die erstmal mit der den kompletten Herbst pausierenden Amelie Wortmann angetretenen Flottbekerinnen brachten den Vorsprung mehr oder weniger sicher über die torlose zweite Halbzeit.
Im Duell der punktgleich aus dem Herbst gegangenen Teams von Rot-Weiss Köln und Bremer HC setzten sich die Rheinländerinnen verdientermaßen mit 2:0 (1:0) durch. Nika Hansen hatte ihr Team durch einen Schlag nach abgelegter Strafecke in Führung gebracht (16.). In der Folge konnte BHC-Neuzugang Franziska Hagen mit einigen starken Paraden vor einem zweiten Gegentreffer bewahren. Die vom Zweitligisten Zehlendorfer Wespen nach Bremen gewechselte U21-Nationaltorhüterin bewies mehrfach ihr Können. Das 0:2 nach einem Drehschuss von Lynn Krings (47.) konnte dann allerdings auch Hagen nicht mehr vereiteln. Bremen konnte sich in der Offensive kaum mal richtig durchsetzen, lediglich bei zwei Ecken lag ein Treffer im Bereich des Möglichen. Bremen fiel auf Rang neun zurück, wurde von Flottbek vom achten Platz verdrängt.
Foto: Fritz Ebeling