FRANKFURT VERDOPPELT SEINE PUNKTZAHL AUS DEM HERBST
22. March 2026
Zurück in die Erfolgsspur kamen die Damen des Mannheimer HC am Sonntagsspieltag der 1. Bundesliga. Mit einem knappen Sieg in Flottbek verteidigte der am Vortag erstmals unterlegene MHC seine Tabellenführung. Über ein Sechs-Punkte-Wochenende können sich lediglich Alster und Berlin freuen. Auch Frankfurt fuhr zum Jahresstart eine erstaunlich fette Ausbeute ein.
Dem Großflottbeker THGC gelang gegen Mannheim ein Auftakt nach Maß. Schon nach zwei Minuten gelang Friederike Seifert die Führung für die Hamburgerinnen. Der MHC arbeitete sich langsam in die Partie hinein und wurde im zweiten Viertel belohnt. Aina Kresken (22.) stellte den Ausgleich her, und schon wenig später hatte der Gast die Partie durch Hannah Reicherts 1:2 (25.) gedreht. Am Halbzeitstand änderte sich bis zum Schluss nichts mehr, weil auf beiden Seiten die Defensivreihen nichts mehr Entscheidendes zuließen.
Eine weitere Niederlage hätte dem Mannheimer HC tatsächlich die Tabellenführung gekostet. Denn Verfolger Club an der Alster fuhr gegen den Tabellenletzten Club Raffelberg den erwarteten Heimsieg ein. Katharina Haid brachte die Hamburgerinnen per Siebenmeter (9.) früh auf Kurs. Noch vor der Halbzeit erhöhte Elisa Brauel-Jahnke auf 2:0 (27.). Die zwar gut verteidigenden, aber offensiv viel zu harmlosen Gäste konnten keine Aufholjagd starten, ehe in der Schlussphase Jule Bleuel (52.) und Emelie Tödter (58.) mit zwei Strafecken den Sack zum 4:0-Endstand vollends zumachten. „Sechs Punkte, was willst du mehr?!“, fragte Alster-Coach Julian Tarres nach Spielende eher rhetorisch. Dass es nicht zur Tabellenführung reichte, fand er eher sogar gut: „Ich bin gerade lieber Jäger als der Gejagte.“
Wie der MHC konnte auch der Düsseldorfer HC eine Samstagsniederlage mit einem Erfolg am Tag darauf ausgleichen. Beim UHC Hamburg setzte der DHC mit 3:0 (2:0) durch. Charlotte Ritter brachte die Rheinländerinnen nach 19 Minuten in Führung, wenig später baute Sara Strauss per Ecke (21.) die Führung auf 0:2 aus. Die Uhlenhorsterinnen versuchten viel, hatten auch die ein oder andere hochkarätige Chance, aber der Ball wollte einfach nicht über die Linie. In der Schlussminute gelang Sophia Schwabe noch der dritte Treffer für die Gäste.
Den Schwung vom Vortagscoup gegen Mannheim nahm der Berliner HC gleich mit und gewann auch sein zweites Wochenendspiel. Gegen den Münchner SC gab es einen 3:1 (2:1)-Erfolg. Entscheidend waren die Standardsituationen, alle vier Tagestreffer fielen nach Strafecken. Luzie Franz brachte die Hauptstädterinnen in Führung (10.), Nelly Ommert konnte für die Gäste im zweiten Viertel ausgleichen (23.). Doch noch vor der Pause holte sich der BHC durch Lotta Curanz (27.) die Führung zurück. Zum Ende des dritten Viertels konnte Alessa Volkert zum 3:1 (40.) erhöhen. Daran änderte sich in den restlichen 20 Minuten nichts mehr.
Zu den Gewinnern des Wochenendes zählte mit fünf Punkten auch der SC Frankfurt 80 (Foto). Die Hessinnen, als Tabellenletzter in die Winterpause gegangen, hatten am Samstag dem Meister HTHC ein 0:0 samt Shoot-out-Sieg abgerungen. Heute folgte mit dem 1:0 über den Bremer HC gar ein Dreier. Die spielentscheidende Situation ereignete sich bereits nach fünf Minuten, als Annasophia Möller bei Frankfurts erster und bis zum Ende einziger Strafecke Erfolg hatte. Mit ihrem strammen Flachschlenzer tunnelte sie Bremens Torhüterin Franziska Hagen. Die frühe Führung verteidigte der SC80 gegen lange Zeit anrennende Gäste bis zum Schlusspfiff erfolgreich. Frankfurt hat mit seiner Wochenendausbeute schon jetzt so viele Punkte gesammelt wie im gesamten Herbst. Der Rückstand auf die Play-off-Plätze ist halbiert, während es für Bremen mit einem tor- und punktlosen Wochenende ein eher ernüchternder Jahresauftakt war.
Nach der frustrierenden Nullnummer in Frankfurt konnte sich der Harvestehuder THC am Sonntag mit einem 2:1 (2:1)-Auswärtssieg bei Rot-Weiss Köln rehabilitieren. Der spätere Endstand war bereits nach elf Spielminuten erreicht. Die Hamburger Gäste legten durch Laura Saenger (E, 6.) und Izzy Petter (7.) stark zum 0:2 vor. Köln zeigte sich nicht lange geschockt und verkürzte durch Lynn Krings schon bald auf 1:2 (11.). Dass es dabei blieb, hatte der HTHC vor allem seiner starken Nationaltorhüterin Finja Starck zu verdanken, die die anrennenden Kölnerinnen immer wieder stoppte. Entsprechend fielen am Ende die Reaktionen aus. „Wir belohnen uns leider nicht für unser Chancenplus“, klagte Rot-Weiss-Agreiferin Katharina Reuten, während sich Finja Starck über den „nach der gestrigen Leistung umso wichtigeren Sieg“ freute.
Foto: J. Kessler