VERWANDELTE SCHLUSSECKE RETTET FEUDENHEIM DEN KLASSENERHALT
25. January 2026
In der Schlussrunde in der 1. Bundesliga Damen sind die letzten Entscheidungen gefallen. Am dramatischten war es in Mannheim, wo eine verwandelte Schlussecke den Feudenheimer HC (Foto) vor dem Abstieg bewahrte. Neben den vier Absteigern stehen auch die vier Paarungen im DM-Viertelfinale fest.
Es spielen am kommenden Wochenende im Viertelfinale:
Der Club an der Alster (Nord 1) – Rot-Weiss Köln (West 2)
Berliner HC (Ost 1) – Münchner SC (Süd 2)
Mannheimer HC (Süd 1) – TuS Lichterfelde (Ost 2)
Düsseldorfer HC (West 1) – Harvestehuder THC (Nord 2)
Gruppe Süd
Die meiste Spannung der Schlussrunde war im Süden angesagt, alle drei Partien hatten noch große Bedeutung. Im Endspiel um den Gruppensieg musste der Münchner SC gegen den Mannheimer HC gewinnen. Die Gäste gingen durch Hallen-Europameisterin Lisa Mayerhöfer in Führung (12.), München glich unmittelbar vor der ersten Viertelpause durch Paula Nahr aus. Am 1:1 veränderte sich tatsächlich nichts mehr, auch wenn der MSC erwartungsgemäß in der Schlussphase mit sechs Feldspielerinnen alles versuchte, aber einfach nicht mehr durchkam. Das Unentschieden half somit nur dem Titelverteidiger, der das Heimrecht im Viertelfinale besitzt, während München nach Berlin reisen muss.
Tabellenschlusslicht HG Nürnberg konnte seinen Teil an einer Rettung nur durch einen Sieg in Ludwigsburg beisteuern. Das gelang trotz eines 0:3-Rückstandes nach 22 Minuten, für den Carlotta Koch, Daniela Bauer und Nele Pöhler für den HCL gesorgt hatten. Danach gelang den Gastgeberinnen bis zum Ende kein weiterer Treffer mehr, während die HGN Tor um Tor aufholte. Durch Celina Loy (4) und Nora Weigand drehten die Gäste das Resultat bis acht Minuten vor Ende auf 5:3. Um Ludwigsburg noch über das Torverhältnis abfangen zu können, hätte es weiterer vier HGN-Treffer bedurft.
Aber Nürnberg konnte ja noch auf Schützenhilfe durch den TSV Mannheim hoffen. Und die schien zu kommen, als der TSV im Mannheim-Derby beim Feudenheimer HC aus einer 4:2-Führung des FHC ein 4:5 machte. Bei diesem Spielstand wäre tatsächlich der FHC aufgrund eines einzigen Treffers Unterschied gegenüber der punktgleichen HGN abgestiegen. Acht Sekunden vor Ablauf der Spielzeit erzwang Feudenheim noch eine Strafecke, die Yevheniya Kernoz nervenstark im Netz des TSV unterbrachte. Das 5:5-Unentschieden brachte die Feudenheimer Rettung. Luisa Conradi-Höfling (2), Giulia Schubert und Jule Koßwig hatten die weiteren FHC-Treffer erzielt, beim TSV, der nur mit einer sehr hohen Niederlage noch selber hätte absteigen können, waren Lisa Schall (2), Kira Schanzenbecher, Fenna Slawyk und Paulina Mayer die Schützinnen.
Gruppe Nord
Hier waren alle Entscheidungen bereits gefallen. Gruppensieger Club an der Alster beendete die Runde makellos. Mit 6:5 (2:1) über den Harvestehuder THC glückte Alster der zehnte Sieg, der allerdings erst in der letzten Minute durch die fünffache Torschützin Emily W olbers zustande kam. Juliane Grashoff steuerte den sechsten Alster-Treffer bei. Für den Tabellenzweiten HTHC, der nur beim 0:1 geführt hatte, aber ein 1:4 noch komplett aufholte, waren Daria Buchta (3), Teresa Martin Pelegrina und Laura Saenger die Schützinnen.
Eintracht Braunschweig brauchte die abschließende 1:6 (1:1)-Heimniederlage gegen Großflottbeker THGC nicht groß zu grämen, der Klassenerhalt war bereits am Vortag durch den Sieg in Bremen erreicht worden. Emely Vysoudil traf für die Eintracht, beim Sieger aus Hamburg waren Lale Schilling (2), Janne Raimund (2), Svea Böker und Friederike Seifert erfolgreich.
Beim Bremer HC war nach dem am Vortag feststehenden Abstieg die Luft heraus. Man ging beim UHC Hamburg entsprechend deutlich mit 1:16 (0:8) unter. Erst zwei Minuten vor Ende sorgte Mia Hasbach für den Ehrentreffer des ohne Punkt die Liga verlassenden BHC. Beim UHC konnten sich Greta Köllinger (5), Sophie Stomps (4), Jule Bloch (3) und Levia Grabietz (2) toretechnisch austoben.
Gruppe Ost
Wie Alster im Norden beendete auch der Berliner HC die Ligaphase ohne jeden Punktverlust. Gegen den TC Blau-Weiss Berlin kam der Ost-Gruppensieger zu einem 8:3 (3:0)-Erfolg. Erst nach einem 0:7 konnte sich auch der Gast durch Melina Blüthmann, Pia Heintze und Antonia Patzelt in die Torschützenliste eintragen. Für den ohne BL-Torschützenkönigin Philine Drumm antretenden BHC trafen Birte Reitemeier (2), Zoe Neßelhauf (2), Joana Boehringer, Greta Dressel, Johanna Franz und Alina Jäger.
Der zweite Ost-Viertelfinalist, holte sich mit einem 6:1 (4:0)-Auswärtssieg bei den Zehlendorfer Wespen noch ein Stück Selbstvertrauen für das anstehende Viertelfinale beim Mannheimer HC. Für die Wespen traf lediglich Katharina Balks zum 1:4 (44.), bei TuSLi verteilten sich die Tore auf Friederike Krause (3), Hannah Lämmel, Clarissa Schneider und Sophie Tiefenbach.
Auch in seinem vorerst letzten Erstligaspiel gelang dem ATV Leipzig kein Sieg. Der seit gestern feststehende Absteiger verlor beim Berliner SC mit 5:8 (3:5). Cosima Rocktäschel hielt mit ihren vier Treffern den ATV lange im Spiel, Henriette Schliefe traf ebenfalls für Leipzig. Beim Sieger waren Annika Fuhrmann (3), Emilia Tiemann (2), Emilia Gömüsay, Luisa Scherf und Madita Marx die Torschützinnen.
Gruppe West
In letzter Minute wurde die weiße Weste des Düsseldorfer HC doch noch minimal beschmutzt. Kölns Helena Würker sorgte mit ihrem späten Ausgleich für das 3:3 (0:3)-Unentschieden. Bis zum 0:3 (22.) nach Toren von Mabel Brands (2) und Elisa Gräfe lief alles auf den zehnten DHC-Saisonsieg hinaus, ehe Rot-Weiss im zweiten Durchgang besser Paroli bot und durch Inma Hofmeister und Jule Hufer für den Anschluss sorgte, ehe Würker noch den Punkt sicherte. Der in der Theorie noch für einen Kölner Gruppensieg notwendige Sieg mit 18 Toren Vorsprung war natürlich nur eine rechnerische Größe.
Der Tabellendritte Club Raffelberg schloss die Runde mit einem 6:2 (1:1)-Sieg bei Uhlenhorst Mülheim ab. Aus einem Mülheimer 1:0 wurde ein 1:6. Sarah Gehring und Maike Scheuer teilten sich die schmale HTC-Torausbeute, bei den Gästen waren Giulia Funkel (2), Amelie Haferkamp (2), Klara Weyand und Sophie Bos erfolgreich.
Ohne Sieg muss Vorjahresaufsteiger DSD Düsseldorf die Liga wieder verlassen. Die letzte Gelegenheit verpasste der DSD beim 3:4 (1:1) beim Bonner THC. Lauretta Ojiako (2), Marie Eidenschink und Thea Scheidl sorgten für den dritten Bonner Saisonsieg, beim Absteiger waren Carina Salz, Hanna Paltzer und die in der Schlussphase mit gelb-rot vom Platz gestellte Lilly Otten die Schützinnen.
Foto: FHC