TITELVERTEIDIGER KREFELD ZIEHT DOCH NOCH INS VIERTELFINALE EIN
10. May 2026
Der amtierende Deutsche Meister Crefelder HTC hat am letzten Spieltag der 1. Bundesliga Herren noch einmal den Kopf aus der Schlinge gezogen und durch einen Sieg beim Mannheimer HC den Gang in die Play-downs abgewendet. Diesen muss nun der Vorjahres-Halbfinalist MHC antreten.
Das „Achtelfinale“ zwischen dem Mannheimer HC und dem Crefelder HTC erlaubte sich keinerlei Anlaufphase. Bereits nach fünf Spielminuten waren drei Treffer gefallen. Ben Hasbach hatte die Gastgeber mit einer argentinischen Rückhand zuerst zum 1:0 (2.) und bald danach per Strafecke zum 2:1 (5.) geschossen, nachdem in der gleichen Minute Finn Langheinrich zunächst ausgeglichen hatte. Weiter ging es mit dem Krefelder 2:2 durch eine Ecke von Masi Pfandt (18.). Als sich schon alle mit einem Unentschieden zur Halbzeit angefreundet hatten, dribbelte sich CHTC-Leitfigur Niklas Wellen nach einem Freischlag über links in den MHC-Kreis, wo der Ball, unglücklich für Mannheim von einem Abwehrbrett abgefälscht, aus spitzem Winkel zum 2:3 (30.) über die Linie rollte. Nun war der MHC wieder gefordert, der nach 60 Minuten zumindest ein Unentschieden gebraucht hätte, um den Punktevorsprung über die Ziellinie zu bringen. Und Mannheim lieferte in Form des 3:3 durch Benedikt Geyer (42.). Der Druck lag im Schlussviertel wieder bei den Gästen. Aber auch die zeigten sich nervenstark. Nach famoser Vorarbeit von Lachlan Sharp über die linke Grundlinie drückte in der Mitte Lucas Bachmann den Ball zum 3:4 (51.) in den Kasten. Mannheim warf mit elf Feldspielern noch einmal alles nach vorne, scheiterte aber bei einer Ecke an Torwart Daniel Floehr. Im Gegenzug machte Masi Pfandt mit einem Empty-net-Goal (59.) zum 3:5 (2:3)-Endstand alles klar.
„Wie über die ganze Saison waren wir auch heute zu unkonstant. In die Play-downs wollte natürlich keiner“, so der „super enttäuschte“ Luis Holste. Beim Gewinner fiel nach Schlussende der Druck ab. „Das war eine krasse Saison. Dass man 36 Punkte braucht, um auf Platz acht zu kommen, ist enorm“, so der frühere Mannheimer Tino Nguyen, der vor allem ob des Resultats zufrieden war: „Spielerisch war das heute sogar eines unserer schwächeren Spiele. Aber wir haben alles reingelegt, um den nötigen Sieg zu erlangen.“
Krefelder Gegner im Play-off ist der Hamburger Polo Club, der sich seinen ersten Tabellenplatz nicht mehr streitig machen ließ. Beim Tabellendritter Club an der Alster holte Polo weit mehr als den einen nötigen Punkt. Mit 5:1 (2:0) gab es einen klaren Auswärtssieg des alten und neuen Ligagewinners, der sich erneut das erstmögliche EHL-Ticket sicherte. Simon Quinders (27.) und Tim Brand (30.) legten kurz vor der Halbzeit die Grundlage, nach der Pause erhöhten Paul Smith und zweimal Kane Russell mit Strafecken (45./49.) zum 0:5. Erst dann gelangte auch Alster durch Tom Stroink (50.) noch auf die Anzeigetafel.
Noch um zwei Plätze von vier auf sechs ging es für den HTC Uhlenhorst Mülheim am letzten Spieltag runter. Die Uhlen verloren auf eigenem Platz glatt mit 0:5 (0:2) gegen Rot-Weiss Köln. Das beste Rückrundenteam schlug durch Tom Grambusch (E, 23.), Justus Warweg (30.), Felix Glander (E, 45.), Christopher Rühr (46.) und Caius Warweg (E, 47.) eiskalt zu und feierte seinen neunten Sieg in Folge.
Mülheim wurde noch vom TSV Mannheim Hockey und vom Harvestehuder THC überholt. Der TSV gewann sein Heimspiel gegen den SC Frankfurt 80 mit 5:2 (3:2). Die beiden Eckentreffer von Jakob Brilla (7./24.) egalisierte der Tabellenletzte ebenfalls mit Eckentoren von Yannik Oswald (15.) und Max Laufs (27.). Alvaro Tello sorgte dann mit dem ersten Feldtor (29.) dafür, dass der TSV mit einer Führung in die Pause gehen konnte. David Jehn und Alvaro Tello bauten das mit einem Doppelschlag (55.) noch zum 5:2-Endstand aus. Frankfurt geht ohne einen einzigen Punkt aus 22 Spielen in die Play-downs.
Der TSV Mannheim sicherte sich einen Platz in der oberen Hälfte der Viertelfinalteilnehmer und hat in einem eventuellen dritten Spiel des Play-offs das Heimrecht. Und hier wird es gegen den Harvestehuder THC gehen, der im Hamburger Derby beim UHC nicht nur das vermeintliche Duell um Platz sechs für sich entschied, sondern eben auch noch Mülheim dank des besseren Torverhältnisses überflügelte. Der UHC Hamburg war durch Florian Sperling (23.) in Führung gegangen, Andrew McConnell zeigte seine aktuell starke Form bei den Strafecken mit dem 1:1 (E, 24.). Auch die zweite UHC-Führung von Luis Bernstein (E, 34.) glich der HTHC durch Nqobile Ntuli (44.) aus. Durch Alec von Schwerin brachte sich der HTHC erstmals in Führung (48.), doch auch dieser Vorsprung hielt nicht lange, als Jonas Weidemüller (49.) den 3:3-Gleich- und Endstand herstellte. Das Shoot-out musste darüber entscheiden, welcher der beiden Clubs die bessere Endplatzierung in der Tabelle haben sollte. Das Pendel schlug mit 4:2 zugunsten des HTHC aus, für den Anton Pöhling, Andrew McConnell, Corey Weyer und Alec von Schwerin trafen. Beim UHC waren lediglich Florian Sperling und Lasse Duncker erfolgreich.
Das „Endspiel“ um die bessere Platzierung im Play-down und damit die bessere Ausgangsposition entschied der Münchner SC gegen den bereits feststehenden Gegner Gladbacher HTC mehr als deutlich mit 7:0 (2:0) für sich. München musste das Heimspiel gewinnen, um den Zwei-Punkte-Rückstand auf den GHTC noch wettzumachen. Und das gelang nach Toren von Xaver Kalix (7m, 15.), Leo Mink (27.), Morton Berendts (32.), Harry Stone (33./56.), Kilian Sillermann (50.) und Julius Lambsdorff (59.) mehr als überzeugend. Beide Teams sehen sich kommende Woche in Mönchengladbach gleich wieder.
So geht es im Viertelfinale nächstes Wochenende im „best of three“ nun los:
Play-off:
Crefelder HTC (8) – Hamburger Polo Club (1)
UHC Hamburg (7) – Rot-Weiss Köln (2)
HTC Uhlenhorst Müheim (6) – Club an der Alster (3)
Harvestehuder THC (5) – TSV Mannheim Hockey (4)
Play-down:
SC Frankfurt 80 (12) – Mannheimer HC (9)
Gladbacher HTC (11) – Münchner SC (10)
Foto: Kramhöller / Sport-Gallery