ZEHLENDORFER WESPEN HABEN GRUPPENSIEG PRAKTISCH SICHER
18. January 2026
Am Sonntag machten Harvestehuder THC im Norden und vor allem Zehlendorfer Wespen (Foto) im Osten große Schritte zu ihrem Gruppensieg in der 1. Bundesliga Herren. Im Westen läuft es auf ein Finale zwischen Crefelder HTC und Verfolger Uhlenhorst Mülheim hinaus, im Süden auf ein Endspiel zwischen den beiden Mannheimer Teams TSV und MHC hinaus.
Gruppe Nord
Seinen ersten Platz festigte der Harvestehuder THC durch einen 5:3-Auswärtssieg beim DTV Hannover. Der Vorsprung des Spitzenreiters vergrößerte sich auf fünf Punkte, da der Verfolger UHC Hamburg eine 4:7-Heimniederlage gegen den Club an der Alster hinnehmen musste.
Die Gelegenheit, noch einmal richtig Druck auf Platz zwei zu machen, nahm der Hamburger Polo Club nur halbherzig wahr. Im Heimspiel gegen den Großflottbeker THGC kam Polo nicht über ein 6:6 (2:1)-Unentschieden hinaus. Und selbst dieser eine Punkt war glücklich, als Oliver Binder in den letzten Sekunden spektakulär vor der Torlinie das mögliche 6:7 verhinderte. Paul Smith (5) und Johann Wehnert schossen die Polo-Tore, Jan Eidenschink (2), Juan Eleiocegui (2), Lenn bertelsmeier und Jakob Schmidt trafen für Flottbek, das mit dem gewonnenen Punkt die Rote Laterne wieder an Hannover abgab.
Gruppe Ost
Die Zehlendorfer Wespen haben den Gruppensieg und das Heimrecht im DM-Viertelfinale in der Tasche. Platz eins wurde bereits am drittletzten Ligaspieltag durch ein 12:8 (8:2) gegen den Dauerrivalen Berliner HC gesichert (bei sechs Punkten und 56 Toren Vorsprung vor Platz zwei fehlt nur die rechnerische Geissheit). Nach dem 1:1 zogen die Gastgeber über 5:1 zum 8:2-Pausenstand davon. Als dem BHC nach 8:4 und 10:5 drei Treffer in Folge zum 10:8 glückten, wurde es noch einmal eng. Doch die Wespen ließen sich nicht ganz einholen und legten am Schluss noch zwei Treffer drauf. Paul Philipp (3), John Dammertz (3), Mika Böttger (3), Aaron Posdziech, Timo Rätke und Luca Fiehler schossen den achten Wespen-Sieg heraus. Marius Gemmel (2), Michael Hummel (2), Tino Volkert (2), Leon Schmidt und Simon Herzsprung erzielten die Tore für den BHC, der mit der Niederlage auf den dritten Tabellenplatz zurückfiel und erstmals nach 2017 wieder ein Viertelfinale verpassen könnte.
Der TC Blau-Weiss Berlin sprang durch einen 4:3-Sieg beim Cöthener HC auf den zweiten Tabellenplatz vor. Der Berliner Erfolg beim Tabellenschlusslicht hing allerdings am seidenen Faden. Zur Halbzeit führte der CHC mit 2:1. Und als die Gäste das Resultat bis vier Minuten vor Ende zum 3:4 gedreht hatten, besaß Köthen 90 Sekunden vor Ende mit einem Siebenmeter die Großchance auf den Ausgleich. Doch CHC-Kapitän Lucas Bachmann setzte den Ball am Kasten vorbei, bald danach war Schluss. Max Walter (2) und Jann Kallenbach schossen die Köthener Tore, für Blau-Weiss waren Moritz Kehlitz (2), Linus Kanwan und Jannes Unger erfolgreich.
Die Niederlage ist für die punktlosen Köthener quasi gleichbedeutend mit dem Abstieg gewesen, denn Konkurrent HC Roseneck machte mit einem 8:7 (4:3)-Sieg bei TuS Lichterfelde den mutmaßlich entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt. TuSLi drehte einen 1:4-Rückstand zwar zum 5:4 und 6:5 um, aber dann folgte der nächste Turn zum 6:8. Das reichte am Ende zum Dreier. Frederick Martins (3), Julius Kortenkamp (2), Björn Dase und Max Borrmann trafen für TuSLi, beim Sieger gelangen keinem einzigen Spieler zwei Tore. Acht einzelne Schützen – Leonard Becker, Benjamin Borchardt, Jonas Diesing, Kevin Christann, Karsten Wittig, Lasse Herberg, Jerrit Hüneke und Valentin Gnauert – reichten zum Sieg für den HCR, der vor den letzten beiden Spielen sechs Punkte und 47 Tore Vorsprung auf Köthen aufgebaut hat.
Gruppe Süd
Die beiden Viertelfinalplätze sind endgültig vergeben, nur die Reihenfolge an der Spitze muss sich kommenden Samstag im direkten Aufeinandertreffen zwischen dem TSV Mannheim und dem Mannheimer HC entscheiden. Die beiden Topteams kamen auch am Sonntag zu den nächsten drei Punkten. Der MHC setzte sich beim HTC Stuttgarter Kickers mit 9:3 (4:2) durch. Benedikt Geyer (3), Luis Holste (2), Tim Seagon, Lenn Hoffmann, Jossip Anzeneder und Moritz Himmler schossen die Tore für den Sieger, Leo Oberländer, Nicolas Vogt und John-Paul Britz teilten sich die schmale Ausbeute der Kickers.
Tabellenführer TSVMH vereitelte die letzte Chance des Münchner SC, noch in den Kampf um die Play-off-Plätze eingreifen zu können, mit einem 6:4 (4:1)-Sieg. Die Gäste wearen nach der Pause noch einmal gefährlich bis zum 3:4 herangekommen, aber Mannheim verteidigte seine Führung erfolgreich bis zum Ende. Alvaro Tello (3), Manuel Prol, Marius Haber und Philipp Wossidlo trafen für Mannheim, beim MSC waren Tore von Jaro Holland, Tom Stahl, Leo Schur und Lucca Epple zu wenig.
Den Abstiegskampf wieder richtig spannend gemacht hat der 10:1 (2:0)-Sieg des SC Frankfurt 80 über den HC Ludwigsburg. Lediglich durch Felix Mayer zum 1:2 (38.) konnten sich die Gäste auf die Anzeigetafel bringen, danach ging nichts mehr. Vor allem Magnus Hautzel mit sechs Treffern schraubte das Resultat in die Höhe, Johannes Gans (3) und Alan Philippsen steuerten den Rest bei für Frankfurt, das mit seinen ersten Punktgewinnen sich die Chance auf den Klassenerhalt im Fernduell mit Stuttgart und Ludwigsburg bewahrte.
Gruppe West
Weil der Gladbacher HTC bei Rot-Weiss Köln nicht über ein 7:7-Unentschieden hinauskam, ist die Frage der Viertelfinalteilnehmer im Westen praktisch entschieden. Spitzenreiter Crefelder HTC sicherte seinen ersten Platz mit einem 8:6 (4:2)-Arbeitssieg bei Schlusslicht Blau-Weiß Köln ab. Vom 2:1 der Hausherren setzte sich der CHTC auf 2:5 ab. Der Drei-Tore-Abstand hielt sich über 3:6, 4:7 und 5:8 stabil. Joshua Delarber (3), Fiete Boermans, Julius de Wall und Silas Erberich trafen für Köln, Sten Brandenstein (3), Lucas Bachmann (2), Anton Boomes (2) und Timo Kossol waren für den Tabellenführer erfolgreich.
Der Tabellenzweite Uhlenhorst Mülheim kam beim DSD Düsseldorf zu einem 7:3 (5:0)-Auswärtssieg. Erst beim Stand von 0:6 gelang den Hausherren der erste Torerfolg. Zu spät, um gegen die routinierten Gäste noch etwas ausrichten zu können. Mats Westphal, Ben Bockhoff und Ben Marquardsen teilten sich die kleine DSD-Ausbeute, für Uhlenhorst waren Lukas Mertgens (3), Julius Meyer (2), Maximilian Stahmann und Carl Möltgen erfolgreich.
Gladbach rettete sich bei Rot-Weiss Köln nach einem 4:7-Rückstand zwar noch einen Punkt, aber der dürfte die ohnehin eher theoretischen Hoffnungen auf eine Viertelfinalteilnahme nicht mehr befeuern. Für Köln ist der Punkt auf dem Weg zum Klassenerhalt deutlich mehr wert. Fabio Seitz (3), Henry Kunz, Justus Warweg, Paul Babic und Aaron Flatten trafen für Rot-Weiss, beim GHTC waren Niklas Braun (3), David Franco, Quentin Halfmann, Mats Grambusch und Max Silanoglu die Torschützen.
Foto: TS_powerfoto