FRANKFURT: ZAHL DER GEGENTORE HAT DREISTELLIGE GRÖßE ERREICHT
18. April 2026
Verspielen die Herren des Hamburger Polo Club den scheinbar sicher geglaubten Gewinn der Bundesliga-Hauptrunde noch? Die Hanseaten verloren am Samstag ihr Heimspiel gegen Uhlenhorst Mülheim und mussten Rot-Weiss Köln nach Punkten aufschließen lassen. Am Tabellenende hat Schlusslicht SC Frankfurt 80 eine für ihn bittere Marke überschritten.
Wie schon in der Vorwoche beim 3:0-Sieg beim TSV Mannheim erwies sich Torwartlegende David Harte als Riesenrückhalt für den HTC Uhlenhorst Mülheim. Diesmal reichte es sogar zu einem Erfolg beim Tabellenführer Hamburger Polo Club. Mit 2:1 (1:0) schlugen die Mülheimer den hanseatischen Gastgeber. Nach 20 Minuten brachte Malte Hellwig die Gäste per Siebenmeter in Führung. Polo bedrängte in der Folge noch intensiver den Mülheimer Kreis. Die Gäste lieferten defensiv eine starke Leistung. „Die individuelle Klasse von Polo konnten wir heute sehr gut rausnehmen“, lobte Angreifer Hellwig vor allem seine Mitspieler in den hinteren Reihen. Mehr als den Ausgleichstreffer durch eine Ablegerecke von Paul Smith (50.) ließ Uhlenhorst nicht zu. Glück hatten die Gäste auch, dass vor zwei an sich regulären Hamburger Toren die Unparteiischen mit vorschnellen Eckenpfiffen den klaren Vorteil unterbunden hatten. In die Reihe der von Polo-Kapitän Luca Müller beklagten „unglücklichen Pfiffe“ gehörte mit Sicherheit auch die Eckenentscheidung 90 Sekunden vor Ende zugunsten des HTCU. Die Chance ließ sich Mülheim nicht entgehen. Den von Lukas Windfeder Richtung Hamburger Gehäuse geschobenen Ball lenkte Maximilian Stahmann an Keeper Joshua Onyekwue Nnaji vorbei zum glücklichen 2:1-Endstand.
Die zweite Polo-Saisonniederlage nutzte Rot-Weiss Köln, um sich mit einem 3:2-Erfolg beim Harvestehuder THC noch weiter an den Spitzenreiter heranzusaugen. Christopher Rühr (2.) und Raphael Hartkopf (12.) brachten die Gäste bereits im ersten Viertel zu einer 2:0-Führung, die bis zum Ende des dritten Viertels anhalten sollte. Dann konnte Anton Pöhling per Siebenmeter zum 1:2 (45.) verkürzen. Tom Grambusch stellte schon bald danach per Ecke zum 1:3 (49.) wieder her. Ein weiteres Eckentor durch Andrew McConnell (52.) brachte den HTHC nochmal in Schlagweite, zumal Torwart Ditzer bei einem Kölner Konter artistisch gegen den fast schon jubelnd abdrehenden Michel Struthoff das 2:4 verhindern konnte. Aber es reichte dem HTHC danach nicht mehr zum Ausgleich.
Köln hat nun ebenso wie Polo mit 37 Punkten im Ranking. Der große Unterschied: Der Hamburger Spitzenreiter hat zwei Spiele weniger absolviert als die Rheinländer und könnte kommende Woche, wenn Köln spielfrei ist, ein neues Polster aufbauen.
Ein weiteres 2:3 gab es am Samstag in München, wo der MSC trotz einer Führung gegen den Club an der Alster am Ende mit leeren Händen dastand. Aus einem 1:0 durch Morton Berendts (13.) wurde nach Gästetoren durch Calvin Davis (E, 15.), Nikolas Wellan (E, 35.) und Ferdinand Steinebach (E, 47.) ein 1:3 aus Münchner Sicht. Der zweite MSC-Treffer durch Quirin Nahr (E, 59.) kam zu spät, um am Hamburger Sieg noch etwas drehen zu können. Alster stabilisierte seinen vierten Tabellenplatz.
Für den vierten Auswärtssieg des Tages, und in seinem Zustandekommen sicherlich den spektakulärsten, sorgte der TSV Mannheim Hockey. Die Badener lagen beim Gladbacher HTC nach drei Vierteln bereits mit 1:3 in Rückstand. Jonas Röder (5.) und zweimal Kenton Melville (36./45.) ließen mit ihren Toren den Tabellenvorletzten GHTC vom vierten Saisonsieg träumen. Im Schlussviertel kam dann alles ganz anders. Die Gäste schossen durch Alvaro Tello, der zwischenzeitlich schon das 1:1 (E, 30.) erzielt hatte, den 2:3-Anschlusstreffer (49.). Das war sozusagen die Initialzündung für weitere drei Mannheimer Tore durch Philipp Wossidlo (51.), Manuel Prol (E, 53.) und Rana Waheed (59.) zum 3:5 (1:1)-Endstand.
Neben vier Triumphen der Gästemannschaften standen am Samstag wenigstens noch zwei Heimerfolge zu Buche. Der Mannheimer HC bog trotz zweier Rückstände das Spiel gegen den UHC Hamburg noch zum 3:2 (1:2)-Erfolg um. Lasse Duncker hatte die Gäste in Führung gebracht (9.). USA-Heimkehrer Marius Leser führte den MHC in der letzten Minute vor der Pause nach erfolgreichem Pressing zum Ausgleich, doch nur Sekunden später hatte der UHC durch einen Treffer von Nicolas Proske die Nase wieder vorn. Nach dem Seitenwechsel ließ Mannheim hinten nichts mehr anbrennen und konnte durch Tim Seagon (37.) und Matteo Poljaric (E, 45.) die Partie schon im dritten Viertel drehen. Mannheims Nationalspieler Erik Kleinlein, der kommende Saison das UHC-Trikot tragen wird, ärgerte sich über die erste Halbzeit („Wir waren komplett dominant, aber der UHC unglaublich effizient“) und war dann einfach nur froh, dass man sich in der zweiten Hälfte schließlich belohnen konnte.
Meister Crefelder HTC nutzte die Harvestehuder Niederlage, um sich mit einem Pflichtsieg über den SC Frankfurt 80 auf den achten Platz, und damit erstmals seit langer Zeit wieder ins Play-off-Feld, zu verbessern. Auf heimischem Platz brauchte Krefeld zwar lange, um den Abwehrblock des punktlosen Tabellenletzten erstmals zu knacken, doch nach dem Eckentreffer von Philipp Jansen (23.) war der Bann gebrochen. Vor der Pause erhöhte Lachlan Sharp (30.) noch zum 2:0-Halbzeitstand, nach dem Seitenwechsel lief das Toreschießen dann flüssiger. Tin Nguyen (43.), Masi Pfandt (43./52./E, 54.), Lachlan Sharp (47.) und Finn Langheinrich (47./Foto) schraubten das Resultat zum auch in der Höhe leistungsgerechten 8:0 in die Höhe. Für den SC80 ist mit der neuerlichen Niederlage die 100-Marke an Gegentoren überschritten worden.
Foto: Kramhöller / Sports-Gallery