KEINE GELUNGENE EHL-GENERELPROBE FÜR POLO UND KREFELD
28. March 2026
Wenn die Generalprobe nicht gelingt, wird es im Ernstfall meist besser – das kann Hockey-Deutschland den beiden deutschen EHL-Herrenteilnehmern Hamburger Polo Club und Crefelder HTC nur wünschen. In ihrem letzten Ligaeinsatz vor dem Auftritt auf europäischer Bühne bezogen beide empfindliche Punktverluste.
Tabellenführer Hamburger Polo Club musste im 15. Saisonspiel erstmals als Verlierer nach 60 Spielminuten vom Platz gehen. Im Freitagabend-Flutlicht-Derby beim Harvestehuder THC unterlag Polo mit 1:2 (0:1). In einer ausgeglichenen Partie konnte Polo aus seinem leichten Plus bei den Strafecken keinen Nutzen ziehen. Die Standards spielten an diesem Abend tatsächlich keine entscheidende Rolle. Harvestehude ging nach 24 Minuten in Führung, als Nqobile Ntuli einen Ball im Polo-Kreis nach Annahme sauber weiterverarbeiten und mit einem strammen Schuss ins kurze Eck erfolgreich abschließen konnte. Der Spitzenreiter kam nach 42 Minuten zum Ausgleich, als alle schon auf einen (möglichen) Eckenpfiff warteten, aber Paul Smith einfach weitermachte und erfolgreich ins lange Toreck abzog. Andrew McConnell brachte den HTHC neun Minuten vor Schluss wieder in Führung, als er auf Zuspiel von Scholz über halblinks in den Polo-Kreis eindringen und einen harten Rückhandschuss anbringen konnte, der Onyekwue Nnaji zum 2:1 (51.) tunnelte. Dank aufopferungsvoller Abwehr, vor allem bei Ecken, reichte es für die Harvestehuder.
Im zweiten Freitagabend-Derby musste sich der Mannheimer HC auf eigenem Platz dem Nachbarn TSV geschlagen geben. Und das mit 0:4 (0:0) erstaunlich deutlich. Solch ein klares Resultat hätte man lange Zeit nicht für möglich halten können. In einem von Beginn an umkämpften Duell besaßen die Gastgeber vor allem dank der Mehrzahl an Strafecken leichte Vorteile. Doch ohne den vermissten Standardschützen Gonzalo Peillat tat sich der MHC schwer, daraus Kapital zu schlagen. Besser machten es die Gäste. In der letzten Minute des dritten Viertels nutzte Jakob Brilla die erste TSV-Ecke zum 0:1 (45.). Der MHC musste im Schlussviertel zwangläufig das Risiko erhöhen und wurde dann mehrfach klassisch ausgekontert. Beim 0:2 (52.) durch Nico Reichert wurde MHC-Torwart Florian Simon von einem präzisen, halbhohen Schlag bezwungen, die beiden folgenden TSV-Treffer erlebte Simon von der Mannschaftsbank aus, weil MHC-Trainer Andreu Enrich verständlicherweise „all in“ setzte und mit elf Feldspielern angreifen ließ. Philipp Löscher (58.) und nochmal der Ex-MHC-Spieler Reichert (60.) machten den Sack zu für den TSV, der damit beide Saisonduelle gegen den MHC gewann und sich zudem über die Rückkehr auf Tabellenrang zwei freuen konnte (Foto).
Vom Sprung in die Play-off-Plätze war der Crefelder HTC am Samstag nur noch ein, zwei Sekunden entfernt, als den amtierenden Meister ein Last-Second-Gegentreffer hart ins Mark traf. Kenton Melville rettete den Gastgeber Gladbacher HTC mit seinem Ausgleich zum 4:4-Endstand ins Shoot-out, wo die Mönchengladbacher das späte Erfolgserlebnis gleich noch veredelten. GHTC-Torwart Phil Oberländer ließ keinen einzigen Gegentreffer zu, und so sicherten Tobias Braun, Kenton Melville und Mats Grambusch einen 3:0-Sieg bei den Penaltys. Krefeld hatte nicht nur in den Schlusssekunden trotz Überzahl (Niklas Braun saß mit Gelb auf der Strafbank) seinen Kreis nicht sauber verteidigen können, sondern schon eine 2:0-Halbzeitführung, für die Masi Pfandt (E, 13.) und Niklas Wellen (21.) gesorgt hatten, verspielt. Melville (38.) und Finn Hess (41.) glichen für Gladbach aus. Lachlan Sharp brachte die Gäste wieder in Front (44.). Nach erneutem Ausgleich durch Mats Grambusch (7m, 48.) holte sich Krefeld durch den Ex-Gladbacher Hans Neethling mit dem 3:4 (52.) die Führung ein drittes Mal zurück. Und wieder reichte das nicht zum Sieg.
Trotz der errungenen zwei Punkte gegen den Meister fiel der Gladbacher HTC auf den elften Tabellenplatz zurück. Überholt wurde der GHTC vom Münchner SC, der zu Hause den SC Frankfurt mit 4:2 (1:1) schlug. Die Gäste waren durch Magnus Hautzel (2.) schnell in Führung gehalten und durften trotz des Ausgleichs von Leo Schur (E, 24.) lange auf ihren ersten Punktgewinn hoffen. Doch gegen Ende besaß München den längeren Atem. Quirin Nahr (E, 45.), Leo Mink (51.) und Julius Lambsdorff (58.) brachten die Hausherren mit dem 4:1 auf die Siegerstraße, Johann Schmidt-Opper (E, 59.) konnte lediglich noch für eine Ergebniskorrektur sorgen.
Jeweils zwei Tabellenplätze kletterten Rot-Weiss Köln und UHC Hamburg nach Siegen gegen direkte Konkurrenten um die Play-off-Plätze. Kölns setzte sich beim Club an der Alster mit 3:2 (1:1) durch. Zwei Führungen durch Nikolas Wellan (E, 4.) und spöäter Dieter Linnekogel (33.) reichten den Hamburger Gastgebern nicht. Raphael Hartkopf per Stecherecke (17.) und Michel Struthoff (36.) glichen jeweils aus, Paul Glander brachte Rot-Weiss per Ecke (42.) erstmals in Front, was am Ende zum Dreier und dem Vorstoß auf Rang drei reichen sollte. „Unsere individuellen Fehler haben das Spiel heute entschieden“, fasste sich Alster-Angreifer Jack Heldens an die eigene Nase. Seine Mannschaft fiel um zwei Positionen auf Rang acht.
Überholt wurde Alster von den Stadtkonkurrenten HTHC und UHC. Die hanseaqtischen Eulen gewannen das Uhlenhorst-Duell gegen Mülheim mit 3:1 (0:0). Nach torloser erster Halbzeit brachte das erste Bundesligator von Youngster Jonas Schmidt-Busse (38.) die Hausherren auf die Siegerstraße. Benedikt Schwarzhaupt ließ bald das 2:0 (41.) folgen. Mülheim konnte nach dem Eckenstechertor durch Dennis Holthaus (46.) noch einmal hoffen, die UHC-Antwort durch Siebenmeter von Luis Bernbstein (48.) folgte allerdings prompt. Mülheim fiel durch die Niederlage von Rang zwei auf vier, der UHC stieg auf Position fünf.
Weitere Tabellenveränderungen kann das kleine Sonntagsprogramm bringen, wenn Mülheim bei Alster sowie Köln beim UHC antritt.
Foto: TSVMH