KÖTHENS ABSTIEG STEHT FEST, UND DER BERLINER HC STOLPERT
10. May 2026
Eine erste Saisonentscheidung in der 2. Bundesliga Herren steht seit heute fest: Der Cöthener HC ist erster Absteiger. Die Überraschung des Sonntags war indes die Niederlage der Berliner HC in Wiesbaden. Der Süd-Tabellenführer gab einen 5:2-Führung noch aus der Hand. Im Norden machte DSD Düsseldorf den nächsten Schritt Richtung Aufstieg.
Was sich zuletzt schon abzeichnete, ist seit dem 14. Spieltag Gewissheit: Der Cöthener HC muss nach nur einer Saion wieder zurück in die Regionalliga. Der Vorjahresaufsteiger ging auch bei seinem 14. Auftritt als Verlierer vom Platz und weist nach dem 1:2 (0:1) gegen den HC Ludwigsburg unaufholbare 16 Punkte Rückstand auf. Matthias Schurig (7m, 6.) und Julius Pölz (34.) schossen die Gäste in Führung, Lukas Jüdicke (47.) führte Köthen noch einmal heran, aber zu mehr reichte es nicht. Für Ludwigsburg war es ein eminent wichtiger Dreier im Kampf um den Klassenerhalt in der Süd-Gruppe, die Barockstädter holten ihren am Vortag an Frankenthal verlorenen achten Platz zurück.
Nachricht des Tages war indes weniger der Köthener Abstieg als der Wiesbadener Sieg über den Tabellenführer. Der Berliner HC stolperte im Auswärtsspiel beim Wiesbadener THC trotz einer zwischenzeitlichen 5:2-Führung und verlor 5:6. Bereits nach drei Spielminuten waren vier Tore gefallen. Simon Herzsprung (1.), Michael Hummel (3.) und Leon Schmidt (3.) trafen für den BHC, Samuel Ely (2.) war der schnelle 1:1-Ausgleich der Gastgeber gelungen. Nico Rothengatter (E, 12.) führte Wiesbaden zum 2:3 heran, noch vor der Pause stellte Nico Kirstein (E, 26.) den alten Abstand wieder her. Vollends auf die Siegerstraße bog der Vorjahresabsteiger ein, als Bryan Stoltzenburg das 2:5 (34.) markierte. Was folgte, war absolut nicht vorhersehbar: Innerhalb von nur neun Spielminuten machte der Tabellenvierte durch Treffer von Rothengatter (38.), Joel Correia (E, 45.), Leon Lindemann (47.) und Moritz Simon (49.) aus dem 2:5 ein 6:5, das die Gastgeber auch über die restliche Spielzeit erfolgreich verteidigten.
Neben Wiesbaden jubelten über das Resultat vor allem die Zehlendorfer Wespen. Der BHC-Verfolger nutzte den Ausrutscher des Konkurrenten, um mit einem 4:0 (4:0) in Stuttgart nach Punkten mit dem Tabellenführer gleichzuziehen. Mika Böttger (13./21.) und Luca Fiehler (27.) mit drei erfolgreichen Strafecken sowie Hellwardt de Boer (21.) mit einem Feldtor sorgten bereits bis zur Halbzeit für eine Entscheidung. Für die chancenlosen Kickers ist nach der sechsten Niederlage in den letzten sieben Punktspielen und der Gefahr von drei Absteigern aus der Süd-Gruppe plötzlich sehr unangenehm geworden.
Dagegen ist der HG Nürnberg ein nächster großer Schritt zum Klassenerhalt gelungen. Dem 2:1 vom Samstag in Köthen folgte heute ein weiteres 2:1 in Berlin. Beim TC Blau-Weiss entführten die Franken durch einen späten Doppelschlag von Tim Kerckhoff (57./60.) die drei Punkte und kletterten auf Platz sechs. Die Berliner Gastgeber hatten durch Maximilian Stahl ebenfalls spät das 1:0 (51.) vorgelegt.
Nord-Spitzenreiter DSD Düsseldorf holte mit einem 2:1 (2:0) beim DTV Hannover seinen 12. Sieg im 15. Saisonspiel. Jan Becker (9.) und Moritz Hufer (10.) führten den DSD früh auf die Siegerstraße, Mauritz Goertz brachte mit dem 1:2 (39.) noch einmal Spannung zurück, doch zu mehr reichte es den Niedersachsen nicht. Der Tabellenführer hat nun neun Punkte Vorsprung vor dem Großflottbeker THGC, der allerdings auch zwei Spiele gegenüber dem DSD im Rückstand ist.
Im einzigen weiteren Sonntagsspiel der Nord-Gruppe trennten sich Marienburger SC und Düsseldorfer HC mit 1:1 (0:1). Die Gästeführung durch Julius Stollarz (21.) egalisierte Moritz Wierlemann (59.) für den MSC erst spät. Das fällige Shoot-out wurde zu einer langwierigen Angelegenheit. Erst nach 16 Schützen stand der 6:5-Erfolg des DHC fest, der durch Jonas Cofalla (2), Felix Waffenschmidt (2). Leon Aumüller und Julius Stollarz, beim MSC reichten Treffer von Moritz Wierlemann (2), Leopold von Nathusius (2) und Caspar Berbuer nicht zum zweiten Punkt.
Foto: F.Ebeling