DSD DÜSSELDORF UND BERLINER HC AM ZIEL: AUFSTIEG
14. June 2026
Der Neuling DSD Düsseldorf und der Rückkehrer Berliner HC steigen als Meister der 2. Bundesliga Herren ins Oberhaus auf. Am letzten Spieltag erwischte es mit Braunschweiger HTC und HG Nürnberg zwei Teams mit dem Abstieg, die als Aufsteiger in die Saison gestartet waren. Die weiteren beiden Absteiger sind Bonner THV und Cöthener HC.
Das größte Interesse aller zehn Sonntagsspiele zog zweifellos die Partie in Berlin an, wo sich die Zehlendorfer Wespen und der Berliner HC ein echtes Endspiel um die Süd-meisterschaft boten. Die Fans beider Lager harrten auch bei teilweise widrigen Wetterverhältnissen auf der restlos ausverkauften Wespen-Anlage aus. Es wurde das erwartete Kampfspiel, in dem jede Seiten ihre starken Phasen hatte. Kurz vor der Halbzeit konnte Marinus Mack links im Wespen-Kreis ein langes Schlenzpassanspiel annehmen, noch zwei Gegner abschütteln und dann zum 0:1 (27.) für den BHC abschließen (Foto). Jetzt waren die Gastgeber gefordert, mussten sie doch zumindest noch den Ausgleich schaffen, um in einem Shoot-out den Aufsteiger ermitteln zu können. Viele Chancen auf das erlösende 1:1 gab es nicht, doch dafür hochkarätige. So musste BHC-Torwart Yannick Schwendig Kopf und Kragen riskieren, um den Volleyabschluss von Mark Kopper (47.) zu entschärfen. Als dann auch noch eine letzte Eckenserie der Wespen von der BHC-Abwehr unschädlich gemacht wurde, war es für die erfahreneren Gäste geschafft. Nach nur einer Zweitligasaison kehrt der BHC durch den 1:0-Sieg zurück ins Oberhaus, die Wespen werden schwer daran tragen, zum vierten Mal in Folge mit der Vizemeisterschaft vorlieb nehmen zu müssen.
Die zweite wichtige Entscheidung in der Süd-Gruppe spielte sich als Fernduell um den Klassenerhalt ab. Der HTC Stuttgarter Kickers ging auf dem Absteigerplatz mit zwei Punkten Rückstand auf die HG Nürnberg in die Schlussrunde. Die Voraussetzung für die Rettung bestand für die Kickers zunächst einmal in einem Heimsieg über die TG Frankenthal. Dafür wurde sogar Weltmeister und Routinier Sascha Reinelt (47) reaktiviert. Und es sollte nach Toren von Timm Berger (5.) und Lukas Grellmann (E, 56.), bei einem späten TG-Abschlusstreffer durch Bastian Schneider (E, 59.), tatsächlich zum 2:1 (1:0)-Sieg.
Doch dieser Dreier alleine hätte aus Stuttgarter Sicht nicht gereicht, wenn nicht gleichzeitig auch Schützenhilfe des Nachbarn HC Ludwigsburg gekommen wäre. Die HG Nürnberg hätte dort zur Rettung aus eigener Kraft mindestens zwei Punkte gebraucht. Zunächst sah es gut aus für die Franken, die die Gastgeberführung (Felix Mayer/E, 20.) durch einen Doppelschlag (24.) von Stephan Frühling und Christopher Kretzschmer (E) zum 1:2 drehten. Doch kurz vor der Pause war der Vorsprung nach dem HCL-Ausgleich von Florian Köhler (E, 30.) auch schon wieder weg. Und im Schlussviertel dann kippte die Partie endgültig in Richtung von Ludwigsburg, das durch Mayer (E, 50.) und Caspar Stengler (59.) das 4:2 einfuhr, über das vor allem Jubel in Stuttgart ausbrach. Für Aufsteiger HGN geht es nach einem Jahr wieder zurück in die Regionalliga.
Der Wiesbadener THC beendet die Liga als Dritter. Zum Schluss schlug der WTHC den Nürnberger HTC mit 6:2 (2:1). Die Blitzführung der Gäste durch Linus Elias (1.) beantworteten Moritz Simon (7./25./44.), Nico Rothengatter (E, 19./35.) und Joel Banthien (E, 54.) mit sechs Wiesbadener Toren, unterbrochen lediglich vom 4:2 durch Felix Loch (44.).
Trotz einer Niederlage im Shoot-out (2:3) dürfte sich der Cöthener HC vor allem über das 2:21 (1:1) gegen den TC Blau-Weiss Berlin gefreut haben. Niels Müller (E, 10.) und Max Walter (44.) sorgten mit ihren Treffern, bei Berliner Toren von Luis Zenk (13.) und Moritz Grübener (E, 40.) für den allerersten Punktgewinn des Absteigers, der damit nicht völlig ohne Erfolgserlebnis die Rückkehr in die Regionalliga antreten muss.
In der Nord-Gruppe ließ sich der DSD Düsseldorf seinen großen Vorsprung von drei Punkten und 16 Toren vor Verfolger Großflottbeker THGC erwartungsgemäß nicht mehr nehmen. Den Hamburgern vom GTHGC gelang zwar keine Toraufholjagd wie am Vortag beim 13:0 in Bonn, trotzdem tat Flottbek das Seinige am Schlusstag. Das Spiel beim Club Raffelberg wurde nach Toren von Jakob Schmidt (E, 15.), Max Glaß (47.) und Samir Khelil (54.) mit 3:0 gewonnen.
Der DSD Düsseldorf hätte sich im Heimspiel gegen Schwarz-Weiß Köln trotzdem noch eine haushohe Niederlage mit 12 Toren Unterschied leisten können. Trotz eines Rückstandes durch Manuel Holtmann (E, 11.) kam der Tabellenführer niemals in Not . Im Gegenteil. Ben Marquardsen (E, 28.), Maximilian Bergs (35.), Mats Westphal (40.) und Tassilo Sura (E, 44.) läuteten mit ihren Treffern zum 4:1 die Aufstiegsparty ein. Kölns zweites Tor durch Roman Seifert (7m, 47.) zum 4:2-Endstand war nur noch eine Randnotiz. Dann stand der erstmalige Aufstieg der DSD-Herren endgültig fest.
Im Abstiegsdreikampf zwischen Neuss, Hannover und Braunschweig zog der BTHC den Kürzeren. Aus eigener Kraft rettete sich DTV Hannover durch ein 5:1 beim ersten Absteiger Bonner THV. Mauritz Goertz (25.), Bendix Goertz (E, 39./47.) Philipp Tisken (43.) und Lenn Engelking (44.) brachten den DTV mit 5:0 in Führung, ehe Philipp Sanchidrian (E, 55.) die Gastgeber wenigstens noch auf die Anzeigetafel brachten.
Im torreichsten Tagesspiel zog Schwarz-Weiß Neuss mit 5:6 (2:5) beim Marienburger SC den Kürzeren. Der MSC lag nach drei Eckentreffern von Caspar Berbuer (2./18./32.) sowie Moritz Wierlemann (5./22.) und Lukas Winkelhorst (26.), bei Neusser gegentoren von Seth Irons (E, 19.) und Oleksandr Solomianyi (E, 27.), bereits mit 6:2 in Front, ehe Neuss durch Robert Schmalohr (32./41.) und den reaktivierten Weltmeister Sebastian Draguhn (42.) noch kräftig aufholte, aber den Ausgleich nicht mehr schaffte.
Die Niederlage hätte Neuss nur noch dann noch in den Abstieg geführt, wenn gleichzeitig der Braunschweiger THC beim Düsseldorfer HC einen großen Kantersieg eingefahren hätte. Ein solches Resultat lag aber trotz zweimaliger BTHC-Führung nicht in der Luft. Am Ende hieß es nach DHC-Treffern von Tassilo Busch (E, 22.), Jakob Misof (E, 53.) und Leon Aumüller (60.) sowie Braunschweiger Tore von Theo Belhustede (E, 24./E, 30.) und Johann Rudloff (57.) 3:3-Unentschieden. Für Braunschweig bedeutet das den Abstieg.
Foto: TS-Powerfoto