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ZEHLENDORFER WESPEN NACH IRRER TOREJAGD NEUER TABELLENFÜHRER

16. May 2026

Mit einer irren Torejagd haben sich die Zehlendorfer Wespen (Foto) an die Tabellenspitze der Süd-Gruppe der 2. Bundesliga Herren geschossen. Im Norden wahrte Großflottbek seine Chance, näher an den spielfreien Spitzenreiter DSD Düsseldorf heranzurücken.

Obwohl sich der bisherige Süd-Tabellenführer Berliner HC keinen Fehltritt leistete und sein Heimspiel gegen den Nachbarn TC Blau-Weiss mit 4:1 (0:0) gewann, sah er sich am Tagesende im Ranking überholt. BHC-Verfolger Zehlendorfer Wespen kam auf eigenem Platz gegen den als Absteiger feststehenden Cöthener HC nicht nur zu den allseits erwarteten drei Punkten, sondern schaffte es durch sein unwirklich erscheinendes 19:1 (7:1) zugleich, einen 15-Tore-Rückstand auf den punktgleichen BHC wettzumachen.

Der BHC brauchte eine Halbzeit lang, den Weg zum gegnerischen Tor zu finden. Dann gelang Anton Ebeling (38.) und Nico Kirstein (29.) ein Strafecken-Doppelschlag zum 2:0. Mateus Nyckowiak brachte mit dem 1:2 (E, 52.) noch einmal Spannung ins Spiel, doch es kippte nicht. Mit zwei Siebenmetern machten Paul Dösch (55.) und Nico Kirstein (57.) dann alles klar.

 

Parallel sorgten die Zehlendorfer Wespen gegen Köthen für das höchste Saisonergebnis. Mit dem ersten Treffer nach zwei Minuten begann ein Schützenfest, bei dem die Wespen kein Erbarmen zeigten und im Fernduell mit dem BHC bis zum Schluss auf dem Gaspedal blieben. Mika Böttger mit sieben Strafecken, John Dammertz (5), Julius Bockel (2), Mark Kopper, Felipe Andreotti, Luca Fiehler, Paul Philipp und Timo Rätke sorgten für 19 Wespen-Treffer, dem der chancenlose Gast lediglich das 1:3 durch Anton Peterka entgegensetzen konnte. Mit dem 19. Tor in der vorletzten Minute hatten die Wespen es tatsächlich geschafft, im Torverhältnis mit dem Berliner HC gleichzuziehen und dank der mehr erzielten Treffer neuer Tabellenführer zu sein.

 

Am Tabellenende glückten Ludwigsburg und Frankenthal zwei wichtige Siege für ihren Klassenerhalt. Der HCL drehte in Heimspiel gegen den Wiesbadener THC einen schnellen 0:2-Rückstand (7.) durch Treffer von Laurits Jehle (E, 24.), Caspar Stengler (39.) und Matthias Schurig (E, 50.) zum 3:2. Der WTHC, der durch Nico Rothengatter (2.) und Bennet Nobereit (7m, 7.) einen Traumstart hatte, konnte durch Rothengatter noch einmal ausgleichen (E, 51.), doch das letzte Wort besaßen die Gastgeber durch Julius Pölz (57.) zum 4:3-Endstand.

 

Auch die TG Frankenthal musste einem Rückstand hinterherlaufen. Tim Kerckhoff (40.) brachte im dritten Viertel die HG Nürnberg in Front. Das Schlussviertel gehörte dann aber Hausherr TGF. Lasse Nobereit (49.) erzielte den Ausgleich, dem Bastian Schneider dann Treffer aus Siebenmeter (55.) und Strafecke (58.) zum 3:1 (0:0)-Endstand folgen ließ.

 

Mit ihren Dreiern schickten Ludwigsburg und Frankenthal die Stuttgarter Kickers auf den zweiten Abstiegsplatz. Stuttgart musste sich beim Nürnberger HTC mit 1:4 (0:1) geschlagen geben. Fredrik Büttner (9.), Max Lassen (33.) und Raphael Grimm (46.) ließen die Gastgeber schon auf 3:0 enteilen, ehe Lukas Grellmann (E, 56.) die Kickers auf die Anzeigetafel brachte. Das vierte NHTC-Tor durch Ludwig Rix (58.) besiegelte die vierte Stuttgarter Niederlage in Folge. Für die Kickers geht es in den letzten beiden Spielen gegen Frankenthal und Ludwigsburg ums Überleben in Liga zwei, zumal ja drei Süd-Zweitligisten absteigen könnten.

 

In der Nord-Gruppe konnte der Großflottbeker THGC den Rückstand auf den DSD Düsseldorf durch ein 2:1 (2:1) über den Braunschweiger THC auf sechs Punkte verkürzen. William Jeammot (E, 4.) und Lukas Plattenteich (E, 18.) schossen die Hamburger Gastgeber in Front. Der schnelle Braunschweiger Anschluss durch Erik Mathe (E, 19.) war überraschend schon der letzte Eintrag auf dem Scoreboard.

 

Im Abstiegskampf gelang Schwarz-Weiß Neuss ein großer Befreiungsschlag. Im Heimspiel gegen den Düsseldorfer HC bogen die Neusser einen 0:2-Rückstand erfolgreich um und waren am Ende ein strahlender 5:4 (1:2)-Sieger. Tyler Gaddes /E, 11.) und Paul Kramer (13.) sorgten für den perfekten Start des DHC, der sich dann aber nach Neusser Toren von Kyrstian Sudol (15.), Oleksandr Solomianyi (E, 38./42.) und Robert Schmalohr (40.) mit 2:4 im Rückstand sah. Felix Waffenschmidt (E, 45.) und später Jonas Cofalla (E, 56.) brachten die Gäste noch einmal nah heran, aber für Neuss reichte der Treffer von Jacob Eimer (51.) schließlich, um nicht mehr ganz eingeholt zu werden. Neuss überholte Braunschweig und steht jetzt auf dem rettenden achten Platz.

 

Der Club Raffelberg nutzte die Niederlage des DHC, um mit einem 3:0-Heimerfolg über Schwarz-Weiß Köln auf Platz drei vorzustoßen. Tore wollten in dieser Partie erst ganz spät fallen. Mats Langhanki brach fünf Minuten vor Ende mit dem 1:0 den Bann. In der Schlussminute machten nochmal Langhanki und danach Tim Basfeld mit verwandelten Siebenmetern alles klar. Der Aufsteiger aus Duisburg spielt eine starke Saison.

 

Foto: Zehlendorfer Wespen