STUTTGARTER KICKERS DROHT IMMER MEHR DER ABSTIEG
06. June 2026
Am Samstag gaben sich die Topteams der 2. Bundesliga Herren keine Blöße. Für den Ex-Meister HTC Stuttgarter Kickers droht dagegen der Abstieg in die Regionalliga. Als zweiter Absteiger nach Köthen steht indes der Bonner THV fest.
Exakt 20 Jahre nach dem größten Vereinserfolg, dem Gewinn des Europacups der Landesmeister 2006 als damaliger Deutscher Feldmeister 2005, müssen die Stuttgarter Kickers um ihre Existenz in der zweiten Liga fürchten. Beim HC Ludwigsburg verloren die Kickers das Schwaben-Derby mit 2:3 (0:1). Bruno Laumann (E, 24.), Lasse Fischer (35.) und Caspar Stengler (E, 53.) sorgten mit ihren drei Treffern für den sicheren Klassenerhalt des Vorjahresaufsteigers Ludwigsburg. Stuttgart hatte durch Moritz Kirchgäßner (34.) und Kapitän Richard Bremges (7m, 44.) zwei Mal ausgeglichen. Das reicht nicht zu etwas Zählbarem. Holt die HG Nürnberg am Sonntag gegen den Berliner HC zwei Punkte, dann wären die Kickers bereits vor dem letzten Spieltag abgestiegen.
Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Entscheidung erst in einer Woche fällt, schließlich waren die beiden Nürnberg-Vertreter selbst auf eigenem Platz gegen die beiden Berliner Aufstiegskandidaten bereits am Samstag chancenlos. Die HGN unterlag Spitzenreiter Zehlendorfer Wespen mit 1:9 (1:4). Hellwardt de Boer (10.), Timo Rätke (25.), John Dammertz (28./38.), Aaron Posdziech (30.), Phil Hentschel (37.), Mark Kopper (7m, 43.), Luca Fiehler (50.) und Paul Philipp (60.) zeigten den vollen Wespen-Aufstiegswillen. Florian Schmeiser konnte lediglich zum 1:3 (E, 29.) verkürzen.
Nur unwesentlich besser erging es dem Nürnberger HTC beim 0:4 (0:2) gegen den Berliner HC. Nico Kirstein schweißte drei Strafecken (2./30./43.) im Kasten der Gastgeber ein. Marinus Mack besorgte den vierten Treffer (58.). Dass der BHC noch einen Siebenmeter (34.) liegen ließ, fiel kaum ins Gewicht.
Die TG Frankenthal gewann mit 4:2 (2:1) beim Absteiger Cöthener HC und konnte angesichts der Stuttgarter Niederlage seinen vorzeitigen Klassenerhalt feiern. Bastian Schneider brachte drei verwandelten Ecken (9./10./45.) die TG auf die Siegerstraße, zwischendurch erhöhte Tim Zeyer (14.) zum 0:3. Gastgeber Köthen gelangte durch Paul Jüdicke zum 1:3 (7m, 29.) und Nils Helling zum 2:4 (E, 57.) auf die Anzeigetafel.
Der TC Blau-Weiss Berlin ließ den Angriff des Wiesbadener THC auf Tabellenplatz drei durch einen 4:1 (1:0)-Sieg abprallen. Mateus Nyckowiak (E, 27./7m, 34.) hatte die Gastgeber mit 2:0 in Führung gebracht, ehe Benno Kamphoff mit dem Anschlusstreffer (E, 36.) nochmal Spannung in die Partie brachte. Mika Koesling (42.) und Moritz Bonanni (54.) hielten die Punkte dann doch bei Blau-Weiss.
Im Norden hielt Spitzenreiter DSD Düsseldorf seinen Sechs-Punkt-Vorsprung auf Verfolger Großflottbeker THGC konstant. Der DSD gewann sein Heimspiel gegen den Bonner THV glatt mit 7:1 (4:0). Ben Marquardsen mit drei Treffern (7m, 15./E, 44./7m, 60.), Julius Stauder (20.), Josh Oppermann (25.), Lukas Muth (29.) und Valentin Koch (48.) schossen den Kantersieg heraus, Philipp Sanchidrian traf zum 1:4 (E, 37.), konnte damit alleine natürlich nicht dafür sorgen, dass die ohnehin nur noch minimalen Chancen auf einen Bonner Klassenerhalt weiter am Leben blieben.
DSD-Verfolger Flottbek hielt mit einem 6:1 (1:0)-Erfolg bei Schwarz-Weiß Köln Schritt. Luis Dellis (E, 33.) konnte für Köln kurz nach der Pause den Rückstand durch Jonathan Wilkinson (2.) ausgleichen, aber dann zogen die Hamburger Gäste durch Niklas Plattenteich (E, 36.), Samit Khelil (46.), Arne Ries (47.), Pepe Vazquez (52.) und Max Glaß (58.) noch klar davon. Am Sonntag könnte der GTHGC mit einem Sieg beim Düsseldorfer HC den Rückstand auf den spielfreien DSD auf drei Zähler verringern.
Der DHC zeigte sich am Samstag insofern gut in Form, als er in Duisburg beim Club Raffelberg (Foto) einen 0:1-Pausenrückstand (Julius Stadtmüller/23.) nach der Halbzeit durch Tyler Gaddes (32.), Magnus Esser (46.) und Jakob Misof (59.) noch zum 3:1-Sieg drehte und damit den dritten Tabellenplatz von Raffelberg eroberte.
Im Dreikampf gegen den zweiten Absteigerplatz war der HTC Schwarz-Weiß Neuss der große Tagesgewinner. Im direkten Duell beim Braunschweiger THC siegte Neuss mit 2:1 (1:1). Oleksandr Solomianyi verwandelte zwei Ecken für die Gäste, besonders umjubelt war natürlich der Siegtreffer in der letzten Spielminute, nachdem er bereits für die 1:0-Führung (7.) gesorgt hatte. Hannes Ellrott (E, 12.) schoss den BTHC zum 1:1.
Kein Befreiungsschlag gelang dem DTV Hannover. Beim Marienburger SC unterlagen die Niedersachsen mit 0:1 (0:0). Für den Siegtreffer des Tabellenfünften MSC sorgte Moritz Wierlemann nach 42 Spielminuten. Hannover rutschte auf den achten Platz zurück.
Foto: Kramhöller / Sports-Gallery