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VIER HOCKEYLIGA-VERTRETER KÄMPFEN UM DIE EUROPÄISCHE KRONE

01. April 2026

Mit vier Vertretern aus der Hockeyliga geht heute das Finalturnier in der Euro Hockey League 2026 los. Bis Ostermontag kämpfen im niederländischen s-Hertogenbosch zwölf Damen- und acht Herrenteams in insgesamt 26 Partien um die höchste Krone im europäischen Vereinshockey.

Als erstes aus dem deutschen Quartett müssen die Damen des Mannheimer HC ran. Am heutigen Mittwoch um 17:15 Uhr trifft der aktuelle Tabellenführer der 1.Bundesliga auf den englischen Meister Reading HC. Für die Britinnen, die sich im vorigen Jahr ihren ersten nationalen Titel seit 2013 sichern konnten, ist es die EHL-Premiere. Als der MHC vor zwei Jahren das erste Mal bei der für die weibliche Seite erst 2021 aus der Taufe gehobenen Euro Hockey League aufkreuzte, reichte es dem damaligen Deutschen Meister gleich ins Finale (1:2 gegen HC Den Bosch). "In der EHL trifft man auf sehr verschiedene Spielstile, das macht es sehr interessant. Englische Teams sind bekannt dafür, dass sie nie aufgeben", blickt MHC-Cheftrainerin Sofie Gierts mit Vorfreude auf den Einstieg.

 

Sollte der als Hauptrundengewinner der Bundesliga 2024/25 qualifizierten MHC die englische Hürde in diesem K.o.-Spiel überspringen, geht es am Karfreitag (13:15 Uhr) wie im DM-Halbfinale 2025 (Foto) gegen den Harvestehuder THC, der als Landesmeister aus einem der besten vier Nationalverbände (Niederlande, Belgien, Deutschland, Spanien) automatisch fürs Viertelfinale gesetzt ist. Für die aktuellen HTHC-Damen ist es der erste Auftritt auf europäischer Bühne, wenngleich man aus historischer Sicht nicht vergessen sollte, dass es die Harvestehuder Damen waren, die als Gewinner des ersten Europapokal-Turniers der Damen 1974 in Hamburg Geschichte geschrieben haben. „Natürlich wird das Kribbeln von Tag zu Tag größer. Es ist für alle in der Mannschaft das erste Mal auf europäischer Vereinsbühne“, fiebert HTHC-Trainer Tobias Jordan dem Event entgegen. Dass die Harvestehuder Europa-Premiere dann ausgerechnet gegen einen deutschen Gegner laufen könnte, findet Jordan nicht schlimm: „Wir können es uns sowieso nicht aussuchen, gegen wen es geht. Wir nehmen es, wie es kommt und geben dann alles dafür, eine Runde weiterzukommen.“

 

Der Sieger aus diesem möglichen deutsch-deutschen-Viertelfinalduell würde am Ostersamstag (18:15 Uhr) entweder auf den aktuellen niederländischen Hoofdklasse-Tabellenführer SCHC um die Welthockeyspielerinnen Yibbi Jansen und Xan de Waard, den spanischen Club Egara Terrassa oder den belgischen Meister und Vorjahresfinalisten Braxgata HC treffen.

 

Das Endspiel steht am Ostermontag um 13:45 Uhr auf dem Programm. Titelverteidiger ist der gastgebende HC Den Bosch, der in der anderen Hälfte des Turnierbaums der klare Favorit auf den Finaleinzug ist.

 

Anders als das Final12 der Damen besteht die EHL-Saisonentscheidung auf männlicher Seite lediglich aus acht Mannschaften. Neben den vier gesetzten Landesmeistern aus den Niederlanden, Belgien, Spanien und Deutschland konnten sich weitere vier Mannschaften im Herbst 2025 über das sogenannte KO16 ihre Fahrkarte für das Finalturnier in s-Hertogenbosch erspielen. Zu den vier Qualifikanten gehörte auch der Hamburger Polo Club. Der Bundesliga-Spitzenreiter gab sich in Barcelona keine Blöße, schlug zunächst die Engländer vom Wimbledon HC (4:2) und im Finale die Franzosen von CAM Paris (7:2). Polo machte es somit besser als 2024, als man im KO16 ebenso hängen blieb wie der damalige Deutsche Meister Mannheimer HC. Deutschland war zwischenzeitlich aus den Top Vier in der Nationenwertung gerutscht und hatte seinen fixen Startplatz im Finalturnier verloren. Das Final8 der Saison 2024/25 fand damit ohne ein deutsches Herrenteam statt.

 

Dass sich die Dinge wieder zum Besseren gewendet haben und Spanien in der Nationenwertung hinter Deutschland gerutscht ist, wirkte sich vor allem für den Crefelder HTC aus. Der Deutsche Meister von 2025 konnte ohne Qualifikationsstress für das aktuell Finalturnier planen.

 

Beide deutschen Vertreter werden in s-Hertogenbosch erstmals am Karfreitag ins Geschehen eingreifen. Um 17:45 Uhr spielt der Hamburger Polo Club gegen AH&BC Amsterdam. „Das ist aktuell eine der besten Mannschaften in Europa mit sehr starken Spielern. Die haben natürlich schon etwas Großes gewonnen, spielen darüber hinaus im eigenen Land. Sie können also gerne die Favoritenrolle einnehmen. Dennoch bin ich von meiner Mannschaft überzeugt und sehe uns nicht chancenlos. Deswegen hoffe ich natürlich auf ein sehr ausgeglichenes Spiel“, sagt Polo-Trainer Jonathan Fröschle.

 

Um 20 Uhr folgt das zweite niederländisch-deutsche Viertelfinalduell. Mit dem holländischen Qualifikanten SV Kampong und dem deutschen Meister Crefelder HTC treffen zwei Teams aufeinander, die aktuell in ihren nationalen Ligen keine große Rolle spielen. Das Team aus Utrecht, das in der Qualifikation den belgischen EHL-Vorjahresgewinner Braxgata rauskegelte, belegt in der Hoofdklasse lediglich Rang acht, der CHTC ist gar nur Neunter der Hockeyliga. Kampong verfügt über riesige EHL-Erfahrung, war gefühlt immer dabei, war voriges Jahr Vierter und hatte mit dem Titelgewinn 2016 seinen größten Erfolg. „Kampong ist ein absolut erfahrenes Topteam, gespickt mit Weltklassespielern. Sie bringen ein enormes Tempo in der Offensive mit und verfügen über sehr viel internationale Erfahrung – sowohl als Mannschaft als auch durch die vielen Nationalspieler. Das hat man in den letzten Jahren auch gesehen, in denen sie regelmäßig auf höchstem Niveau vertreten waren. Trotzdem fahren wir nicht dorthin, um nur dabei zu sein oder die Atmosphäre zu genießen. Wir rechnen uns durchaus unsere Chancen aus. Wir wissen um unsere eigene Qualität, aber dafür müssen wir es schaffen, diese auch zu 100 Prozent auf den Platz zu bringen“, geht CHTC-Trainer Johannes Schmitz mit Respekt, aber auch Selbstvertrauen an die Aufgabe heran. Für Krefeld, den Europapokalsieger der Landesmeister 2007, ist es die erste Teilnehme am EHL-Finalturnier, nachdem man in der Vorrunde 2007/08 denkbar knapp hängen geblieben war.

 

Sollten Hamburg und Krefeld ihre niederländischen Widersacher bezwingen können, würden sie am Ostersonntag (14:45 Uhr) im Halbfinale aufeinandertreffen. In der anderen Hälfte des Turnierbaums streiten sich die beiden englischen Clubs Old Georgians und Surbiton sowie die Belgier von Gantoise HC und die Spanier vom Club de Campo Madrid um einen Finalplatz. Das Endspiel steht für Ostermontag um 16 Uhr an.

 

Sämtliche EHL-Spiele mit deutscher Beteiligung und auf alle Fälle beide Finals werden bei Dyn live übertragen. Abonnenten haben freien Zugriff.

 

Foto: A.Kaste / Sports-Gallery