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KÖLNER HERREN SCHEITERN OHNE NIEDERLAGE IN DER EHL-QUALIFIKATION

14. October 2026

Die Bundesliga-Herren von Rot-Weiss Köln haben den Einzug ins Finalturnier 2027 der Euro Hockey League verpasst. Beim „Round1“-Qualifikationsturnier in Eindhoven musste Köln letztlich dem belgischen EHL-Neuling Royal Orée HC den Vortritt lassen.

In einer Dreiergruppe mit dem tschechischen Vertreter Slavia Prag und Royal Orée HC galt es, am Ende den ersten Platz zu belegen. Denn nur die Tabellenersten der vier Vorrundengruppen konnten sich am Ende über den Sprung ins „Final12“ freuen, wo zwischen 24. und 27. März 2027 an einem noch zu bestimmenden Ost das beste europäische Vereinsteam bei Damen und Herren ermittelt wird.

 

Für die als Hauptrundenzweiter der Bundesligasaison 2025/26 für die EHL qualifizierten Kölner begann das Unternehmen am Freitag gegen Prag. Auch wenn sich das mit sieben aktuellen Weltmeistern bestückte Rot-Weiss-Team lange schwertat, seine Überlegenheit in Tore umzumünzen, kam es letztlich doch zum standesgemäßen 5:0 (1:0)-Sieg nach Toren von Paul Glander (24.), Jakob Brilla mit zwei Strafecken (40./52.), Fabio Seitz (46.) und Justus Warweg (56.).

 

Weil Orée am Tag darauf gegen Prag deutlich früher das tschechische Bollwerk knackte, war das Ziel der Belgier, mehr Tore als Köln zu erzielen, bereits nach 25 Minuten mit dem Treffer zum 6:0 erreicht. Am Ende stand es 11:0, was bedeutete, dass Rot-Weiss wegen des schlechteren Torverhältnisses das von vornherein erwartete „Endspiel“ gegen Orée am Sonntag gewinnen musste, um die Mission vom Finalturnier zu erfüllen.

 

Der hier geplante Einsatz des im ersten Spiel noch gesperrten Tom Grambusch (eine Spätfolge der Roten Karte vom EHL-Platzierungsspiel im April 2024) fiel kurzfristig aus, weil beim Honamas-Kapitän wieder die muskulären Probleme aufbrachen, die nach der WM auch noch keinen Bundesligaeinsatz zuließen. Nachnominieren durfte Rot-Weiss auch nicht mehr.

 

Von Beginn an entwickelte sich ein ausgeglichenes Duell. Der Drittplatzierte der belgischen Meisterschaft 2026 ließ sich von der deutlich größeren internationalen Erfahrung des deutschen Konkurrenten nicht einschüchtern. Chancen aus dem offenen Spiel gab es vor allem in der ersten Halbzeit nur wenige. Nachdem Kölns Welttorhüter Jean Danneberg nach 17 Minuten bei einer Stecherecke mit gleich zwei starken Aktionen den Rückstand verhinderte, nutzte auf der anderen Seite Jakob Brilla gleich die erste Kölner Ecke mit einem präzisen Schlenzer unter die Latte zur Führung (21.). Mit dem 1:0 ging es in die Kabinen.

 

Orée war gefordert – und lieferte in der zweiten Hälfte gleich nach wenigen Minuten. Bei ihrer zweiten Ecke hatten sich die Belgier die Kölner Abwehr gut ausgeguckt. Eine Abspielvariante wuchtete Loris Grandchamp halbhoch am sich vergeblich hechtenden Danneberg vorbei ins Netz – 1:1 (34.). Der Schweizer Nationalspieler hatte bereits gegen Prag drei Ecken versenkt. Die Antwort der nun unter Zugzwang stehenden Kölner ließ nur eine Minute auf sich warten. Eine diesmal flache Brilla-Ecke konnte der belgische Liniensteher nur noch mit dem Fuß aufhalten – Siebenmeter. Diesen verwandelte Christopher Rühr ganz souverän. Doch auch dieses 2:1 (35.) hatte nicht lange Bestand. Bei der nächsten Ecke für Orée zog Grandchamp flach ab. Der in die Schussbahn gehaltene Schläger von Herausläufer Philipp Holzmüller gab dem Ball ungeplant eine starke Richtungsänderung und war dann auch vom deutschen Weltmeistertorwart nicht mehr zu parieren. Unter der Latte schlug das Geschoss zum 2:2 (38.) ein.

 

Köln blieben noch gut 20 Minuten, um den nötigen Sieg einzufahren. Der Druck auf die gegnerische Abwehr erhöhte sich, doch viele Abschlussgelegenheiten ließen die Belgier nicht zu. Es wurde für den deutschen Vertreter immer mehr zum Wettlauf gegen die Zeit. Zweieinhalb Minuten vor Ende brachte Rot-Weiss-Trainer Pasha Gademan einen elften Feldspieler für Torwart Danneberg. 19 Sekunden vor Ablauf der Spielzeit führte die künstliche Überzahl noch zu einer fünften und letzten Ecke. Michel Struthoff misslang der normale Ballstopp, doch der Siegtorschütze aus dem WM-Finale kam trotzdem noch zu einem Torschuss, bei dem Torwart Pierre de Gratie den Ball mit dem Schläger gerade noch so um den Pfosten drehte.

 

Es blieb beim 2:2 - ein unentschiedenes Spiel mit einem klaren Gewinner und einem enttäuschten Verlierer. Bei seiner 15. Teilnahme am EHL-Wettbewerb verpasste es Köln, nach 2024 wieder am Finalturnier teilzunehmen. Damit wird der als Meister gesetzte Hamburger Polo Club das einzige deutsche Herrenteam beim Finalturnier an Ostern 2027 sein. Dazu kommen HC Rotterdam (Niederlande 1), Waterloo Ducks (Belgien 1), Surbiton HC (England 1), AH&BC Amsterdam (Niederlande 2), Braxgata HC (Belgien 2), Old Georgians (England 2), Club de Campo Madrid (Spanien 1) und die Qualifikanten Arminen Wien (Österreich), Lisnagarvey HC (Irland), OR Eindhoven (Niederlande) und Royal Orée HC (Belgien).

 

„Obwohl wir eigentlich stark verteidigt haben, haben wir zu leicht Gegentore bekommen durch die Strafecke. Offensiv waren wir stärker als Orée, aber leider hat das nicht zu vielen Feldchancen geführt. Unser Gegner hat den Vorteil, dass er wegen des höheren Sieges gegen Slavia defensiver spielen konnte und hat dann auch erfolgreich sehr tief verteidigt. Wir sind das Spiel unfassbar stark angefangen, haben ein richtig starkes erstes Viertel gespielt, und auch das zweite Viertel war sehr in Ordnung. Leider konnten wir das nicht durchsetzen in der zweiten Halbzeit, wo wir zu wenig Wirkung nach vorne hatten und zu wenig klare Torchance kreiert haben“, sagte Pasha Gademan zum entscheidenden Spiel.

 

Die Folgen des Ausscheidens beschrieb der Rot-Weiss-Trainer so: „Die Enttäuschung ist jetzt groß. Ich glaube, dass wir alle überzeugt waren, dass wir eine gute Möglichkeit hatten, das F12 zu erreichen. Jetzt ist die Realität klar und hart: Wir sind an Ostern frei und haben nur noch eine Chance auf eine erfolgreiche Saison. Das ist die Bundesliga. Und jetzt ist auch klar geworden, dass wir noch viele Schritte nehmen müssen, um in der Lage zu sein, den Titel gewinnen zu können.“

 

Foto: Worldsportpics

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