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FLOTTBEK UND BERLINER HC NUTZEN ZUM AUFTAKT IHR HEIMRECHT

16. May 2026

In zwei der vier Viertelfinal-Spiele der Damen konnten sich zum Auftakt der „best of three“-Serie die schwächer platzierten Teams durchsetzen. So haben Großflottbeker THGC und Berliner HC (Foto) die eigentlich favorisierten Club an der Alster und Düsseldorfer HC gleich unter Druck gesetzt.

Mit einer hundertprozentigen Eckenquote in der Offensive und einer sehr guten in der Defensive zwang der Großflottbeker THGC den Club an der Alster mit 2:1 (1:0) in die Knie. Die erste GTHGC-Ecke beförderte Kaja Hansen (9.) im Nachschuss über die Linie, nachdem Alster-Keeperin Klara Batschko den Micheel-Schlag nur nach vorne abwehren konnte. Die Chancen des Ligazweiten Alster hielten sich vor der Pause noch in Grenzen und wurden erst in der zweiten Hälfte mehr. Doch die Abwehr um Flottbeks umsichtige Torhüterin Marta Kucharska verteidigte alles sauber weg. Dem Team von Trainer Julian Tarres lief die Zeit weg. Umso mehr, als Flottbek im letzten Viertel bei einem seiner Konter seine zweite Ecke herausholte. Diesmal wurde der Schlag von Lena Micheel von der ersten Welle unhaltbar unter die Latte abgelenkt – 2:0 (54.). Eine Entscheidung war das allerdings nochj nicht. Denn drei Minuten darauf hatte auch Alster endlich sein erstes Erfolgserlebnis, als in der Folge einer weiteren Ecke Johanna Hachenberg zum Nachschuss kam und diesen sehenswert mit der Rückhand in den Winkel knallte. Das 2:1 brachte Flottbek dann erfolgreich über die Zeit und wieder holte damit den erfolgreichen Play-off-Auftakt gegen Alster aus dem Vorjahr (1:0).

 

Sein Heimrecht nutzte auch der Berliner HC. Gegen den höherplatzierten Düsseldorfer HC gewannen die Hauptstädterinnen am Ende hoch mit 3:0 (0:0). Bis ins letzte Viertel hinein war kein Sieger auszumachen. Die etwas größeren Chancen bis dahin hatten die Gäste, doch Johanna Warnecke im BHC-Kasten war ebenso wenig zu bezwingen wie Femke Jovy im Düsseldorfer Tor. Nach 49 Minuten brach dann Lotta Curanz den Bann. Nach starkem Solo von Philine Drumm flog der abgefälschte Ball hoch durch den Gästekreis, und am langen Pfosten drückte ihn Curanz im besten Tennis-Überkopfvolley ins Netz. Düsseldorf musste mehr ins Risiko gehen – und geriet nach 53 Minuten in einen Konter, den Luzie Franz im Überzahlspiel zum 2:0 verwertete. Der DHC opferte Jowy für eine weitere Feldspielerin, aber fing sich dann tatsächlich nur noch das dritte Gegentor ein, als Carlotta Pahlke mit dem 3:0 (56.) den Endstand herstellte. Erstmals nach langer Zeit konnte der BHC wieder mal Düsseldorf schlagen und fährt mit einem Polster nächste Woche ins Rheinland.

 

Ligagewinner Mannheimer HC tat sich bei Rot-Weiss Köln schwer und musste nach dem Führungstreffer der Rheinländerinnen, als Helena Würker zum Ende des dritten Viertels eine Strafecke per Schrubber im Kasten von Chiara Vischer zum 1:0 (42.) unterbrachte, um eine Niederlage fürchten. Ines Wanner wendete dies mit dem Ausgleich nach Ableger-Schlenzecke (52.) zum 1:1-Endstand ab. Im Shoot-out ließ die eingewechselte Spezialistin Leonie Weißenberger im Mannheimer Kasten keinen einzigen Gegentreffer zu. Und so reichten dem MHC Tore von Sonja Zimmermann, Lucina von der Heyde und Charlotte Gerstenhöfer zum klaren 3:0-Sieg.

 

Der UHC Hamburg durfte zur Halbzeit des Play-off-Spiels gegen den Harvestehuder THC auf einen Erfolg hoffen. Renata Leczczynski brachte die Gastgeberinnen kurz vor der Pause durch einen sauberen Eckenschrubber in Führung (30.), nachdem Schiedsrichter Finn Hoffmann unmittelbar zuvor einen Treffer von Greta Köllinger nach HTHC-Fußspiels nach unglücklicher Vorteilswegnahme zur Ecke gepfiffen hatte. Nach dem Seitenwechsel wendete sich dann jedoch das Blatt. Isabel von Gersum (45.) und Merle Knobloch (53.) drehten den Spielstand zugunsten des Titelverteidigers. Und als der UHC ohne Torhüterin alles auf eine Karte setzen wollte, unterlief Johanna Seelmacker als „letzte Frau“ ein Flüchtigkeitsfehler, der Katharina Bauer leichtes Spiel zum dritten HTHC-Treffer (55.) machte. Mit dem 1:3 war die Entscheidung gefallen.

 

In der Abstiegsrunde sieht es nach dem ersten Spiel sehr gut für die besser platzierten Teams aus. Denn sie setzten sich bei den beiden Tabellenschlusslichtern durch. Der Bremer HC siegte beim Club Raffelberg mit 2:0 (1:0). Lena Frerichs belohnte mit einer Schrubberecke (18.) die Druckphase des Liganeunten zur 1:0-Pausenführung. In der zweiten Halbzeit fand dann auch Raffelberg öfter den Weg in den Bremer Kreis, konnte auch einige Strafecken herausholen, aber BHC-Torhüterin Franziska Hagen nicht bezwingen. Den nächsten Schritt machte Bremen unmittelbar vor der letzten Viertelpause, als die Gastgeberinnen den Ball nach einer scheinbar parierten Aktion nicht aus ihrem Kreis brachten. Am Ende drückte Emma Dieszbrock die Kugel zum 0:2 (45.) ins Netz. Dabei blieb es.

 

Im Duell zwischen dem SC Frankfurt 80 und Münchner SC gab es in der ersten Hälfte keine Tore. Nach dem Seitenwechsel brachte Luisa Walter den Ligazehnten aus Bayern im Nachschuss nach einem Linksangriff in Führung (36.). Die Bemühungen des Ligaelften Frankfurt wurden in der 53. Minute belohnt, als Annasophia Möller eine Strafecke halbhoch und wuchtig im MSC-Kasten unterbrachte. Es blieb schließlich beim 1:1 und ging somit ins Shoot-out. Der Ausgang dort stellte die Saisonstatistik auf den Kopf. Der SC80 hatte zwei Penaltyduelle in der Ligaphase bestritten und beide gewonnen, München hingegen ging in allen seinen vier Shoot-outs als Verlierer vom Platz. Ausgerechnet in diesem wichtigen Spiel durchbrach der MSC die Negativspirale. Lilith Bruns, Lea Sack und Josefine Wahmes führten München, bei zwei Frankfurter Treffern von Paula Heuser und Johanna Kandler, zum 3:2-Sieg, der die Türe zum Klassenerhalt weit aufstieß.

 

Foto: F.Ebeling