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KÖLN UND DÜSSELDORF ERZWINGEN DRITTES SPIEL AM SONNTAG

23. May 2026

Erst zwei der vier Endrundenteilnehmer der Damen sind am Samstag ermittelt worden. Konnten sich Großflottbek und Harvestehude in den Hamburger Viertelfinal-Derbys mit ihrem zweiten Sieg für das Final-Four in Bonn durchsetzen, so erzwangen Düsseldorf und Köln ein drittes Spiel. Dagegen ist die Abstiegsfrage bereits geklärt: Club Raffelberg und SC Frankfurt 80 müssen nach einem Jahr wieder zurück in die zweite Liga, Bremen und München konnten sich wie 2025 über das Play-down ihren Klassenerhalt sichern.

Für die wohl größte Überraschung des Tages sorgte Rot-Weiss Köln. Zur Halbzeit des Rückspiels beim Mannheimer HC sah vieles so aus, als ob der Bundesliga-Hauptrundensieger nach dem Shoot-out-Sieg in der Vorwoche in Köln bereits nach zwei Spielen die Serie würde beenden können. Durch Fiona Felber (8.) und einen feinen Eckenstecher von Carolin Seidel (27.) führte der Favorit MHC zur Pause verdient mit 2:0. Aber die Rheinländerinnen waren nicht gewillt, sich vorschnell aufzugeben. In der Mannheimer Hitze bäumten sich die Kölnerinnen auf, drängten Mannheim in die eigene Hälfte zurück und wurden nach 35 Minuten erstmals belohnt, als Fernanda Arrieta Mesias den Anschlusstreffer markierte. Acht Minuten später stellte Rückkehrerin Pia Maertens, die das Hinspiel noch wegen einer Sehnenreizung verpasst hatte, den 2:2-Ausgleich her, als sei bei einer MHC-Abwehraktion unmittelbar vor der Torlinie intuitiv ihr Brett gelegt hatte und dann zum erfolgreichen Abschluss kam. Mannheim konnte sich nicht mehr das Momentum zurückholen, schien dann aber zumindest wieder in ein Shoot-out zu kommen. Doch 50 Sekunden vor Ende gelang den Gästen doch noch der Lucky Punch. Nach einer hohen Seitenverlagerung in den MHC-Kreis kam Sophie Prumbaum links an den Ball, machte es sehr geschickt und schlenzte an die Unterkante der Latte, den ins Feld zurückspringenden Ball drückte Helena Würker zum 3:2-Siegtreffer ins Netz.

Die Entscheidung muss damit am Sonntag (12 Uhr) im dritten Spiel herbeigeführt werden.

 

Ebenfalls den Ausgleich in der Serie konnte der Düsseldorfer HC herstellen. Nach der klaren 0:3-Hinspielniederlage in Berlin war der Vizemeister des Vorjahres auf der heimischen Anlage gefordert. Und der DHC lieferte, wenn auch knapp. Letztlich konnte sich Düsseldorf auf seine Strafecke verlassen. Beim 1:0 (22.) durch Lisa Nolte profitierten das Gastgeberteam davon, dass der Nolte-Eckenschlag von der ersten Welle unhaltbar für Johanna Warnecke im Berliner Netz einschlug. Doch Berlin kämpfte sich zurück und glich kurz vor der Pause nach einem feinen Angriff durch Carlotta Pahlke (28.) aus. Im der zweiten Hälfte war zeitweise eher der BHC näher am zweiten Treffer dran als Düsseldorf. Doch das Pendel schlug schließlich zugunsten des DHC aus. Gut zwei Minuten vor Ende funktionierte bei einer Düsseldorfer Ecke eine fein ausgedachte und optimal ausgeführte Stechervariante durch Friederike Heusgen zum 2:1 (58.). Dabei blieb es. Und somit wird die Entscheidung um den Endrundeneinzug erst am Sonntag (12 Uhr) im dritten Spiel fallen.

 

Kein drittes Spiel gibt es für den Club an der Alster. Der Ligazweite musste sich nach dem 1:2 im Hinspiel beim Großflottbeker THGC auch in der zweiten Begegnung mit dem Hamburger Nachbarn knapp mit 0:1 geschlagen geben. Das einzige Tor des Tages fiel nach 36 Minuten, als Flottbek geschickt konterte und Nicola Pluta keinen besseren Zeitpunkt für ihr erstes Saisontor hätte finden können. Alster rannte bis zum Schlusspfiff vergeblich an. Wenn es gegen eine aufmerksame Flottbeker Abwehr überhaupt mal ein Durchkommen gab, so stand dahinter mit Marta Kucharska eine Klassetorhüterin, die bis zum Ende ihren Kasten sauber halten konnte. Mit dem 1:0 hatte Flottbek es wie im Vorjahr geschafft, den in der Liga höherplatzierten Club an der Alster im Viertelfinale zu eliminieren, diesmal sogar schon nach zwei Spielen und nicht wie 2025 durch einen Shoot-out-Erfolg im dritten Entscheidungsspiel. „Für uns war das keine Überraschung, aber krass, wie wir es dank Marta und auch im Kollektiv heute gerockt haben“, so der überglückliche Flottbeker Co-Trainer Malte Pingel im Dyn-Interview.

 

Auch das zweite Hamburger Play-off-Derby war nach zwei Spielen entschieden. Der Titelverteidiger Harvestehuder THC brachte die hervorragende Ausgangsposition, die der 3:1-Hinspielsieg vorige Woche beim UHC Hamburg geschaffen hatte, auf heimischem Platz erfolgreich zu Ende. Aber es war ein hartes Stück Arbeit für den amtierenden Meister. Der UHC ließ in 60 Minuten hinten kein Tor zu und war vorne ein paar Mal nahe am Führungstreffer. Doch er fiel nicht. Und so musste die Entscheidung im Shoot-out fallen. Nach je fünf Schützinnen hatte es 4:4 gestanden, Johanna Seelmaecker, Yani Zhong, Yara Mandel und Amina Aufeinancker hatten den UHC vier Mal in Führung gebracht, Katharina Becker, Isabel von Gersum, Katharina Kiefer und Teresa Martin Pelegrina sorgten ebenso oft für den Ausgleich. Im paarweisen Stechen durfte der HTHC vorlegen und tat dies durch Becker. Als dann Torhüterin Finja Starck gegen Seelmaecker rettete, stand der 5:4-Sieg von Harvestehude und dessen Final-Four-Einzug fest.

 

Der 2:0-Auswärtssieg in Duisburg brachte den Bremer HC in die günstige Situation, sich mit maximal zwei Heimspielen gegen den Club Raffelberg den Klassenerhalt sichern zu können. Und schon den ersten Matchball nutzte der BHC. Delfina Granatto schoss früh das 1:0 (5.) heraus, das die Gäste dann durch einen feinen Eckenstecher von Linda Ludwig (12.) ausgleichen konnten. Raffelberg war zum Ende des ersten Viertels deutlich am Drücker, und Bremens Torhüterin Franziska Hagen musste mit einer Monsterparade das Unentschieden retten. Bald nach Beginn des zweiten Viertels holte Granatto mit ihrem zweiten Treffer (18.) für Bremen die Führung zurück, die Lena Frerichs dann im dritten Viertel mit einer verwandelten Strafecke zum 3:1 (40.) ausbaute. Dabei blieb es bis zum Ende.

 

Deutlich knapper war es in München, wo das Spiel zwischen dem MSC und dem SC Frankfurt 80 erneut keinen Sieger nach 60 Minuten finden konnte. Wie eine Woche zuvor in Frankfurt hieß es nach Ablauf der regulären Spielzeit 1:1-Unentschieden. Philin Bolle hatte die Gastgeberinnen per Ecke (17.) in Führung gebracht, Marie Lorbacher (24.) glich noch im zweiten Viertel für den SC80 aus. Erneut musste die Entscheidung im Shoot-out fallen, wo einmal mehr München mit 3:1 die Oberhand behielt. Paula Nahr, Julia Boehringer und Josefine Wahmes sorgten für den Ligaverbleib des MSC, für die Gäste war der Treffer von Paula Bonanni zu wenig.

 

Foto: Kramhöller / Sport-Gallery