HERREN: TITELVERTEIDIGER UND VIZEMEISTER SIND AUSGESCHIEDEN
31. January 2026
Beide Herren-Finalisten der Hallen-DM 2025 werden nicht beim „Volvo E.R.B. Final4 2026“ vertreten sein. Sowohl Meister Harvestehuder THC (6:7 nach Shoot-out gegen Uhlenhorst Mülheim) als auch Vizemeister Crefelder HTC (8:12 gegen UHC Hamburg; Foto) schieden im Viertelfinale aus. Neben Mülheim und UHC schaffte am Samstag auch der TSV Mannheim Hockey den Sprung zur Frankfurter DM-Endrunde. Der vierte Teilnehmer wird am Sonntag zwischen Zehlendorfer Wespen und Mannheimer HC ermittelt.
Ohne den kurzfristig ausfallenden Spielmacher Anton Pöhling musste der Harvestehuder THC das Viertelfinale gegen Uhlenhorst Mülheim bestreiten. Die Gäste gingen durch Michel Kamann (11.) in Führung. Erst nach 24 Minuten traf erstmals auch das Heimteam, als Vincent Scholzt per Ecke ausglich. Mülheim legte dann durch William Sanda noch einmal vor (26.), ehe dem HTHC durch Niklas Reuter (28.) und Fülöp Losonci (E, 30.) bis zum Pausenpfiff noch die Wende zum 3:2 gelang. Nach dem Seitenwechsel blieb der HTHC am Drücker und legte im dritten Viertel nach. Scholz per Nachschuss (33.) und Niklas Reuter per Ecke im Nachfassen (41.) erhöhten auf 5:2. Eine Vorentscheidung? Mitnichten.
Mülheim blieb trotz des Drei-Tore-Rückstandes ruhig und wurde dafür belohnt. Eine schöne Einzelleistung des ungewohnt offensiven Lukas Windfeder brachte noch vor der letzten Viertelpause das 3:5 (44.). Und gleich nach Wiederbeginn brachte Sanda den West-Zweiten auf ein Tor heran (46.). Dass sich der Nordmeister durch Alec von Schwerin mit dem 6:4 (48.) noch einmal auf zwei Treffer absetzen konnte, war dann immer noch keine Entscheidung. Ein Eckentor von Lukas Mertgens (54.) führte Mülheim erneut heran. Zwei Minuten vor Ende nahmen die Gäste Torwart Beckmann vom Platz. Die Überzahl führte 60 Sekunden später zum 6:6-Ausgleich durch Mertgens.
Das „gerechte Unentschieden“ (Kommentator-Experte Michael Körper im Livestream) führte zum Shoot-out. Beim HTHC erfolgte der erwartete Wechsel von Anton Brinckman zu Jasper Ditzer. Der U21-Weltmeister konnte sein Können beim parierten Ball gegen Mertgens unter Beweis stellen, davor wurde er von Sanda jedoch überwunden. Dieser eine Treffer sollte Mülheim reichen, denn sämtliche HTHC-Schützen (Kilian Pöhling, Scholz, von Gersum) ließen ihre Versuche gegen CHTC-Keeper Luis Beckmann aus. Somit verlor Harvestehude das Shoot-out 0:1 und kann seinen DM-Titel nicht verteidigen. Die Hallensaison ist für den HTHC trotzdem noch nicht dabei, folgt doch noch in zwei Wochen der Hallen-Europacup in Spanien. Mülheim steht erstmals seit 2020 wieder im Hallen-Final-Four.
Der TC Blau-Weiss Berlin spielte beim TSV Mannheim vor allem im ersten Viertel stark auf, konnte seine verdiente 3:1-Führung aber nicht ausbauen und musste sich über die volle Spielzeit der Power der Gastgeber dann doch noch klar geschlagen geben. Der Ost-Zweite wurde für seinen Mut mit der Führung durch Moritz Kehlitz belohnt (6.). Linus Kanwan legte per Ecke noch das 0:2 (9.) nach. Vor allem Alvaro Tello war es zu verdanken, dass der Südmeister nicht allzu lange ins Grübeln kam. Der Spanier im TSV-Trikot sorgte mit drei Toren (11./14./16.) für den 3:3-Gleichsrtand, nachdem Oscar Wild zwischendurch das 1:3 (12.) nach starkem Berliner Konter gesorgt hatte. Die erste Mannheimer Führung stellte dann Manuel Prol (E, 24.) her. Blau-Weiss bot sich durch Moritz Kehlitz noch die große Chance, mit einem Unentschieden in die Pause zu gehen, doch der Berliner Spielführer setzte einen Siebenmeter (25.) nur an den Pfosten.
TSV-Torhüter Lukas Stumpf blieb dann das ganze dritte Viertel quasi ohne Ballkontakt, weil Berlin komplett in der eigenen Defensive beschäftigt war. Der Druck Mannheims wurde immer größer und schlug sich dann auch in Toren von Philipp Wossidlo (33./40.), Alvaro Tello (36.) und Nico Reichert (45.). Mit 8:3 zum Ende des dritten Viertels war eine Vorentscheidung gefallen. Das Berliner Trainergespann mit Robin Rösch und Fabian Unterkircher entschied sich dazu, auf eine künstliche Überzahl im Schlussviertel zu verzichten. Ob es was genutzt hätte, bleibt somit hypothetisch. Ein letztes Fünkchen Hoffnung für die Gäste zerstörte Luca Großmann mit dem 9:3 (47.). Die Minuten verrannen, ehe sich in der Schlussphase die Gäste durch ein Eckentor von Mateus Nyckowiak zum 4:9 (56.) wieder auf die Anzeigetafel brachten. Den Schlusspunkt setzte Philipp Wossidlo (59.) zum 10:4-Endstand, der in der Höhe nicht ganz der couragierten Leistung der Gäste gerecht wird, aber auch alles andere als unverdient war.
Das torreichste Spiel des Tages mit 20 Treffern gab es im Duell zwischen dem Crefelder HTC und dem UHC Hamburg. Wegen andersweitiger Belegung der eigenen Krefelder Halle wurde das Duell zwischen dem West-Ersten und dem Nord-Zweiten nach Mönchengladbach gelegt. In der Halle des Gladbacher HTC sah sich „Gastgeber“ CHTC schnell in Rückstand. Hamburg nutzte Lücken in der Krefelder Raumdeckung gnadenlos durch Liam Holdermann und Tom Schmidt-Didlaukies zum 0:2 nach fünf Minuten aus. Auch wenn Lucas Bachmann den CHTC nach zehn Minuten erstmals auf die Anzeigetafel brachte, entwickelte sich aus dem 1:2 rasch ein größerer Rückstand. Nicolas Proske, Fabio Reinhard, Luis Bernstein (7m) und Constantin Staib ließen den UHC auf 1:6 wegziehen. Sten Brandensteins 2:6 entgegnete Bernstein mit dem zweiten Siebenmeter zum 2:7-Pausenstand.
Etwas Hoffnung kehrte für den DM-Vizemeister des Vorjahres zurück, als Christian von Ehren im dritten Viertel mit zwei Treffern auf 4:7 verkürzte. Die sich ganz auf ihre Defensive und gelegentliche Konter konzentrierenden Gäste konnten durch Proske kurz vor Ende des Viertels auf 4:8 erhöhen. Der CHTC-Hallencoach Erik Koppenhöfer entschied sich erwartungsgemäß dafür, das Schlussviertel mit sechs Feldspielern zu beginnen. Das führte zunächst zu zwei Hamburger Treffern durch Staib (7m) und Holdermann zum 4:10 (47.). Als dann endlich das Krefelder Überzahlspiel reibungsloser klappte, kam man durch Treffer von Ehren, Anton Boomes (7m) und Bachmann zum 7:10 (52.) heran. Sollte noch was gehen?
Proske und Cameron Golden beruhigten die Hamburger Nerven mit zwei Toren zum 7:12 (58.). Finn Langheinrich schoss dann das letzte Tor des Tages zum 8:12-Endstand.
Foto: S.Fehrmann / Sports-Gallery