ZWEI HAMBURGER DERBYS UND ZWEI NEUAUFLAGEN VON 2025
14. May 2026
Die Feldsaison der 1. Bundesliga Damen tritt in die nächste Phase ein. Statt Punktesammeln für eine möglichst gute Tabellenplatzierung gilt es für die zwölf Erstligateams jetzt, sich in bis zu drei K.O.-Spielen des Play-off oder Play-down durchzusetzen, um das Final4 in Bonn zu erreichen oder sich den Klassenerhalt zu sichern. Am Samstag geht es los.
Am 22. und letzten Ligaspieltag wurde die Tabelle gerade auf den mittleren Positionen noch einmal ziemlich durchgemischt, und die finale Konstellation der Platzierungen brachte es mit sich, dass es im Viertelfinale zwei Hamburger Derbys gibt. Außerdem sind zwei Paarungen die exakt gleichen Duelle wie im Vorjahr.
Der Ligaerste Mannheimer HC, der sich mit dem erneuten Hauptrundengewinn schon sicher für die Euro Hockey League 2027 qualifiziert hat, trifft auf den Ligaachten Rot-Weiss Köln. Auch wenn zwischen beiden Mannschaften eine riesige Kluft bei der Zahl der erreichten Punkte liegt (der MHC holte 60, Rot-Weiss 32), so sprechen die beiden Ligaduelle eine andere Sprache. In der Hinrunde trennte man sich in Köln 0:0 (Mannheim nahm mit 3:1 im Shoot-out den Extrapunkt mit), und im Rückspiel im Frühjahr gab es ein knappes 1:0 der Mannheimer Gastgeberinnen. Köln hat zum Auftakt des Play-offs Heimrecht (13 Uhr).
Das erste der beiden Hamburger Viertelfinals ist das Aufeinandertreffen zwischen dem Tabellensiebten Großflottbeker THGC und dem zweitplatzierten Club an der Alster. Die beiden Saisonspiele gingen beide zugunsten von Alster aus: erst mit 2:1 im Hinspiel auf der GTHGC-Anlage und mit 3:0 dann beim DCadA. Bei Flottbek wird man sich bestimmt lieber an andere Resultate erinnern: In der hochspannenden Play-off-Serie 2025 gegen Alster konnte man sich im entscheidenden dritten Spiel (nach jeweiligen 1:0-Siegen davor für die Heimmannschaft) bei Alster nach 1:1-Unentschieden im Shoot-out mit 2:1 durchsetzen und erstmals für ein Final-Four qualifizieren. Was wird diesmal folgen? Der Auftakt ist bei Flottbek (11:30 Uhr).
Im zweiten hanseatischen Viertelfinal-Duell stehen sich der UHC Hamburg und Titelverteidiger Harvestehuder THC gegenüber. In den Ligavergleichen triumphierte die jeweilige Gastmannschaft. In der Hinrunde verlor der UHC nach einem 1:1-Endstand im Shoot-out mit 3:4, dafür hatte der amtierende Meister HTHC im Rückspiel auf eigenem Platz mit 0:1 das Nachsehen. Die Play-off-Serie beginnt mit einem Heimspiel des fünftplatzierten UHC (14:30 Uhr).
Eine Neuauflage eines Viertelfinal-Aufeinandertreffens von 2025 ist das Duell zwischen dem Berliner HC und dem Düsseldorfer HC, obwohl beide Teams andere Platzierungen erreichten als voriges Jahr. Berlin war damals Siebter und Düsseldorf Zweiter, diesmal sind sie als Sechster (BHC) und Dritter (DHC) nach 22 Spieltagen über die Ziellinie gekommen. Beide aktuellen Saisonvergleiche gingen an Düsseldorf: Mit 2:0 gewann der DHC in der Hinrunde in Berlin, mit 2:1 endete dann das Rückspiel im Frühjahr. Auch in der Play-off-Serie 2025 setzte sich Düsseldorf zweimal durch: Nach 1:1 und 4:3 im Shoot-out in Berlin (Foto) sowie 3:2 im Rückspiel. Berlin hat nun zum Auftakt wieder Heimrecht (12 Uhr) und wird alles in die Waagschale werfen, seine Düsseldorf-Bilanz aufzubessern, um mit einem Sieg in der Tasche in einer Woche ins Rheinland fahren zu können.
In der Abstiegsrunde treffen Club Raffelberg und Bremer HC sowie SC Frankfurt 80 und Münchner SC aufeinander. Bremen konnte sich in beiden Ligaduellen mit Raffelberg durchsetzen: Dem 5:1-Heimsieg aus der Hinrunde folgte ein 2:0 im Frühjahr in Duisburg. Ligaschlusslicht Raffelberg hat zum Auftakt Heimrecht (11:45 Uhr) und wird versuchen, seine große Erfahrung in Play-down-Spielen zu nutzen, aber auch Bremen kennt die Drucksituation solcher K.O.-Spiele um den Klassenerhalt zur Genüge.
Mit den wenigsten Siegen (2) und den wenigsten Toren (8) in 22 Spielen kam Frankfurt durch die Saison. Ob es für den Minimalisten SC80 reicht, damit die erste Liga zu halten, wird die anstehende Serie gegen das zehntplatzierte München zeigen. Einen seiner beiden Siege errang Frankfurt ausgerechnet gegen den MSC (1:0 in der Hinrunde), auch in der Rückrunde war es beim 2:1 für München ein enges Duell. Den Auftakt gibt es beim elftplatzierten SC80 (12 Uhr).
Am Pfingstsamstag, 23. Mai, haben dann die besser platzierten Mannschaften Heimrecht. Sollte nach zwei Spielen noch kein Sieger der Serie feststehen (das Torverhältnis spielt keine Rolle), gibt es am Pfingstsonntag, 24. Mai, ein entscheidendes drittes Spiel beim Besserplatzierten.
Foto: F.Ebling