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ACHT MANNSCHAFTEN AUS SIEBEN CLUBS GEHEN AUF TITELJAGD

05. February 2026

Welche Mannschaften holen sich die blauen Siegerwimpel bei den 64. Deutschen Hallenmeisterschaften? Das sind die zentralen Fragen, wenn es am Wochenende zum „Volvo E.R.B. Final4 2026“ nach Frankfurt in die Süwag Energie Arena geht. Acht Teams aus sieben verschiedenen Clubs sind noch im Rennen.

Der einzige Verein, der zwei heiße Eisen im Feuer hat, ist der Mannheimer HC. Der MHC ist auch doppelter Titelverteidiger bei den Damen. Sollten die Mannheimerinnen ein drittes Mal in Folge triumphieren, wäre ein klassischer Titel-Hattrick erreicht. Bei den Herren wird es auf alle Fälle einen Wechsel an der Spitze geben. Vorjahressieger Harvestehuder THC ist im Viertelfinale ausgeschieden.

 

1.Halbfinale Damen: Mannheimer HC – Düsseldorfer HC (12 Uhr)

Mit einer verblüffenden Regelmäßigkeit treffen diese beiden Teams beim Final-Four aufeinander. So ging in der Frankfurter Arena noch kein Hockeyfinalturnier über die Bühne, wo sich MHC und DHC nicht gegenüberstanden. Das wird auch bei der vierten Auflage nicht anders sein. 2023 und 2025 sah man sich im Halbfinale, 2024 im Endspiel (Foto). Die „Frankfurter Bilanz“ steht bei einem 2:1 für Mannheim, das die jüngsten beiden Duelle für sich entscheiden konnte, im Vorjahr bei einem 5:4-Sieg im Halbfinale. Der amtierende Meister MHC überstand das Viertelfinale mit einem 3:1-Arbeitssieg über den Ost-Zweiten TuS Lichterfelde, dem in dieser Saison noch ungeschlagenen West-Gruppensieger DHC gelang mit 10:2 über den Nord-Zweiten Harvestehuder THC das beeindruckendste aller vier Viertelfinalergebnisse der Damen. Aus diesem Grund mag eine Düsseldorfer Favoritenstellung für dieses erste Halbfinale hervorgehen. Doch Mannheim hat bekanntlich schon ein paar Mal bewiesen, dass es in solchen K.O.-Spielen Antworten finden kann.

 

2.Halbfinale Damen: Rot-Weiss Köln – Berliner HC (14:15 Uhr)

Die Kölnerinnen sind gegenüber der Vorjahresbesetzung des Damen-Final4 das einzige neue Element. Rot-Weiss konnte sich mit einem überzeugenden Viertelfinalauftritt, der in ein verdientes 7:4 beim bis dahin makellosen Nordmeister Club an der Alster mündete, erstmals seit 2022 wieder unter die besten Vier vorspielen. Es wird Kölns erster Auftritt in der Süwag Energie Arena, in der der Berliner HC voriges Jahr das Finale spielte (2:3 gegen Mannheim). Ostmeister BHC schaltete im Viertelfinale den Süd-Zweiten Münchner SC mit 3:2 aus und wird alles daransetzen, seine bislang perfekte Hallenserie (als einziges der 24 Erstligateams besitzt Berlin noch eine weiße Weste) um einen weiteren Sieg zu verlängern. Für die im Sommer 2025 von Köln nach Berlin gewechselte BHC-Torhüterin Maja Sielaff wird es ein ganz besonderes Halbfinale, trifft sie doch auf ihre alten Vereinskameradinnen. Für Köln wird es ganz wesentlich darauf ankommen, die mit 90 Toren besten Angriffsreihe der Liga um Torschützenkönigin Philine Drumm unter Kontrolle zu halten.

 

1.Halbfinale Herren: HTC Uhlenhorst Mülheim – Mannheimer HC (16:30 Uhr)

Für erfolgreich überstandene Auswärtsspiele im Viertelfinale gab es für beide Mannschaften die Fahrkarte zum Final4 nach Frankfurt. Für den Mannheimer HC ist das keine echte Neuheit, war er doch bereits 2023 und 2024 (damals sogar als Gewinner) in der Süwag Energie Arena dabei. Beim HTC Uhlenhorst Mülheim ist das anders, er war noch nie in Frankfurt dabei Zuletzt schafften die Westdeutschen 2020 den Sprung unter die besten Vier, der letzte von drei Mülheimer Hallen-DM-Titeln liegt gar zehn Jahre zurück. Als West-Zweiter überraschte Uhlenhorst im Viertelfinale den Nordmeister Harvestehuder THC und warf den Titelverteidiger in dessen Halle mit einem 6:6 und 1:0 im Shoot-out aus dem Wettbewerb. Der Süd-Zweite MHC bewies bei seinem 5:3-Viertefinalsieg beim Ostmeister Zehlendorfer Wespen, dass die beste Defensive der Liga (nur 32 Gegentore in zehn Ligaspielen) auch gegen den erfolgreichste Bundesligaangriff (120 Tore) bestehen kann. Es wird die ultimative Herausforderung für Mülheim, hier Mittel und Wege durch die Mannheimer Abwehrriegel zu finden.

 

2.Halbfinale Herren: TSV Mannheim Hockey – UHC Hamburg (18:45 Uhr)

Mit einem am Ende überzeugenden 10:4-Viertelfinalsieg über den Ostzweiten TC Blau-Weiss Berlin hat sich der TSV Mannheim Hockey zum dritten Mal in Folge für das Final4 qualifiziert. 2024 ging der Weg bis ins Finale weiter, wo man sich ausgerechnet dem Stadtrivalen MHC beugen musste. Voriges Jahr war deutlich mit 3:11 im Halbfinale gegen den Crefelder HTC Schluss. Weil auch das Endspiel 2019 (4:6 gegen Alster Hamburg) für den TSV verloren ging, dürfte der Hunger nach dem Meistertitel bei den Kurpfälzern besonders ausgeprägt sein – es wäre der erste. Drei Mal schon hielt der UHC Hamburg den blauen Siegerwimpel in die Höhe, zuletzt 2018. Der heutige Trainer Jan Philipp Rabente war als Spieler beteiligt. Die von vielen als Geheimfavorit auf den Hallentitel 2026 gehandelten Hanseaten mussten zwar bis zuletzt um ihren Platz im Viertelfinale kämpfen, zeigten dort aber beim 12:8 gegen Krefeld eine titelreife Leistung, die für den ersten UHC-Auftritt in Frankfurt viel erwarten lässt. Bei ihrer letzten Endrunde (2019) scheiterten die Uhlenhorster im Halbfinale am TSV Mannheim. Damals spielte Nicolas Proske noch im TSV-Trikot. Nun trifft er mit dem UHC auf sein langjähriges Team.

 

Die Sieger der vier Halbfinalspiele bestreiten am Sonntag die Endspiele. Um 12 Uhr geht es um den Titel der Damen, um 14:45 Uhr um die Meisterschaft der Herren.

 

Foto: W. Chruscz