MANNHEIM DREHT PAUSENRÜCKSTAND GEGEN HTHC
30. May 2026
Mit einem 2:1 (0:1)-Sieg im ersten Halbfinale schafften die Damen des Mannheimer HC gegen den Titelverteidiger Harvestehuder nicht nur den Einzug ins Endspiel, sondern konnten ihr Vorjahresausscheiden gegen den gleichen Gegner endgültig in die Geschichtsbücher ablegen.
Vor der Partie wurden Stine Kurz (MHC) und Laura Saenger (HTHC) vom Hockeyligapartner Volvo E.R.B. Autohaus als mit jeweils 14 Treffern beste Bundesligaschützinnen geehrt. Eine erste Kostprobe ihrer Schusskünste bei Strafecken gab Saenger nach 12 Minuten ab, als sie die erste Ecke des Spiels links oben in den Winkel des Mannheimer Kastens setzte. Harvestehude belohnte sich mit dem Führungstreffer für eine dominante Anfangsphase. Erst ab der Hälfte des ersten Viertels hatte auch der MHC mehr Ballbesitz, brachte aber in der ersten Viertelstunde keinen einzigen gefährlichen Ball auf den Kasten von Finja Starck. Einen Abschluss aus gefährlicher Position durch Felber konnte die Hamburger Abwehr rechtzeitig blocken.
Mit dem Rückstand auf der Anzeigetafel war Favorit Mannheim gefordert und übernahm dann mit Beginn des zweiten Viertels auch das Spielgeschehen. Doch die HTHC-Abwehr stand erst einmal sicher, ließ nicht mehr als ein paar Rückhandabschlüsse aus sehr spitzem Winkel zu. Bis zur Pause musste Starck nur ein einziges Mal eingreifen, alles andere hatte ihre Abwehr sauber wegverteidigt. Bei einem der ganz seltenen Konter (27.) war für den HTHC mehr drin als nur eine lange Ecke. So ging es mit einem 0:1 in die Pause.
Die zweite Hälfte hätte trotz des erwarteten Mannheimer Drucks nach vier Minuten fast das 2:0 gebracht, als Harvestehude über Kiefer rechts bis an die Grundlinie im MHC-Kreis kam und der Pass in die Mitte auch eine Abnehmerin fand, doch Chirra Vischer im Mannheimer Tor bewahrte ihr Team gegen Katharina Bauer mit einer ganz wichtigen Parade vor dem Einschlag.
Und statt 0:2 hieß es nur ein paar Minuten später 1:1, als Mannheim den Gegner mal richtig weit ins eigene Viertel zurückgedrängt hatte und Stine Kurz sehr unbedrängt einen harten Schrubber in den HTHC-Kreis spielen konnte. Aus rund zwölf Metern Torentfernung gab Charlotte Gerstenhöfer dem Ball eine kleine, aber ausreichende Richtungsänderung. Finja Starck konnte nicht mehr reagieren – 1:1 (38.).
Mannheim hatte natürlich Oberwasser, holte kurz danach auch seine ersten beiden Ecken, die jedoch beide zu unsauber ausgeführt wurden, um einen Erfolg damit erzielen zu können. Im Schlussviertel blieben die Rollen verteilt. Mannheimer war deutlich mehr im Vorwärtsgang als der HTHC, dem es auch lange nicht mehr so gut gelang, die Bälle in den eigenen Reihen zu halten. Die Zahl der Eigenfehler hatte mit der Zeit zugenommen bei den Hamburgerinnen.
Sechs Minuten vor Ende kippte die Partie dann vollends zugunsten des Ligagewinners. Halblinks im HTHC-Viertel wurde Ines Wanner hart von zwei Verteidigerinnen in die Zange genommen. Es gab die dritte Ecke für Mannheim. Der Wanner-Schlenzer wurde zwar pariert, doch im Nachschuss traf Carolin Seidel die Liniensteherin Fenja Poppe am Fuß – Siebenmeter. Der HTHC focht die Entscheidung zwar noch an, weil angeblich ein Pfiff zuvor kam, doch nach langem Videobeweis blieb der Siebenmeter stehen. Stine Kurz verwandelte ins rechte Ecke, wo Finja Starck zwar noch dran war, aber den Einschlag nicht verhindern konnte – 2:1 (54.).
Knapp drei Minuten vor Ende nahm HTHC-Coach Tobias Jordan seine Torhüterin vom Feld, und tatsächlich brachte die künstliche Überzahl wenige Sekunden vor Ende noch einen Eckenpfiff, als Teresa Martzin Pelegrina bi ihrem Solo im MHC-Viertel körperlich gestoppt wurde.
Eine Serie von drei Versuchen verlief im Sande, am Ende blockte Lucina von der Heyde den Saenger-Schlenzer ins Aus. Mannheim stand im Finale, aufgrund seiner Steigerung in der zweiten Halbzeit sicherlich auch nicht unverdient.
.
Foto: Worldsportpics