KANE RUSSELL SICHER VOM PUNKT UND AUCH BEI DER ECKE
30. May 2026
Unerwartet deutlich mit 5:1 (2:0) setzte sich im ersten Halbfinale der Herren der Hamburger Polo Club gegen den Lokalrivalen Harvestehuder THC durch.
Den besseren Start in dieses Hamburger Derby hatte der Außenseiter. Harvestehude drängte Polo über weite Strecken des ersten Viertels in die eigene Hälfte. Weil die international erfahrene Polo-Abwehr um die Routiniers Kane Russell, Mathias Müller und Nic Woods sich aber in keine Fehler verstricken ließ, konnte der HTHC aus seiner optischen Überlegenheit bis zur ersten kleinen Pause keine zählbaren Vorteile herausholen.
Mit Beginn der zweiten Viertelstunde übernahm der Favorit zunehmend die Spielkontrolle und verschob einen Großteil des Geschehens in die gegnerische Hälfte. Doch auch hier galt: die Abwehr des HTHC um Corey Weyer, Xaver Hasun und Niclas Schippan funktioniert auch unter Gegnerdruck erst einmal fehlerfrei.
Die beste Chance des Spiels hatte nach 20 Minuten wie aus dem Nichts Nqobile Ntuli. Der südafrikanische HTHC-Angreifer kam nach einem abgefälschten Flankenschlag plötzlich sehr frei im Polo-Kreis in Abschlussposition, verzog – offenbar selber überrascht – aber deutlich.
In der Schlussphase der ersten Hälfte schlug dann Polo zweimal zu. In der 27. Minute bediente Tim Brand seinen australischen Landsmann Tom Craig mit einem hohen Ball in die geöffnete Gasse. Weyer und Hasun griffen am Ball vorbei, so dass Craig freie Bahn hatte. Dieser entschied sich aber nicht für einen Torschuss, sondern legte auf zum mitgelaufenen Paul Smith, dessen Abschluss der zurückgeeilte Vincent Scholz regelwidrig vor der Linie aufhielt. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Kane Russell sicher zum 1:0 (27.). Acht Sekunden vor Ende der Halbzeit holte Brand die erste Polo-Ecke, die dann im mehrfachen Nachfassen an den Russell-Schlenzer von Paul Smith über die Linie bugsiert wurde – 2:0 (30.).
Um wieder Hoffnung schöpfen zu können, hätte Harvestehude gleich nach der Pause wohl seine erste Ecke (33.) verwandeln müssen, doch der in der letzten Saisonphase so treffsichere Andrew McConnell fand seinen Meister in Joshua Onyekwue Nnaji. Besser machte es ein paar Minuten später auf der anderen Seite Kane Russell, als auch die zweite Polo-Ecke zum Erfolg führte, diesmal per Direktschlenzer ins lange Eck - 3:0 (38.).
Und es sollte noch bitterer für den HTHC kommen. Sekunden vor der letzten Viertelpause wurde gegen die anrennenden Harvestehuder der Polo-Angreifer Paul Smith mit einem Schlenzball in den Konter geschickt. Alleine vor Ditzer zwang Smith diesen ganz abgezockt zu einem Foul, was für den zweiten Siebenmeter des Spiels sorgte. Und wieder gewann Kane Russell das Duell vom Punkt gegen den Torwart – 4:0 (45.).
Wenn es für eine Mannschaft mal richtig blöd läuft, dann kommt zu fehlendem Glück oft auch Pech dazu. So in der 49. Minute. Bei der fünften Polo-Ecke hatte Ditzer den Ball nach Russell-Schlenzer so abgewehrt, das er hoch in der Meute herunterkam. Alles rechnete mit einem erneuten Eckenpfiff von Schiedsrichter Hendrik Völlker. Doch der wartete erstmal ab, und das richtige Timing beim Nachfassen hatte nur Polo-Kapitän Luca Müller, der gedankenschnell mit der Rückhand zum 5:0 einschoss.
Natürlich war die Partie damit endgültig entschieden. Polo konnte m Schlussviertel bei schwüler Hitze noch ein paar Körner fürs Finale sparen. Und für den HTHC ging es eigentlich nur noch darum, wenigstens nicht ganz ohne eigenen Torerfolg aus dem Turniuer zu gehen. Harvestehude musste lange darauf warten. 23 Sekunden vor Ende hob Andrew McConnell bei seiner fünften Ecke den Ball nach etwas improvisierter Dribbelvariante tatsächlich noch zum 1:5 (60.) in die Maschen.
Es war wahrlich nicht der Tag des Harvestehuder THC, der als einziger Verein zwei Teams zum Final4 gebracht hatte und nun beide bereits am ersten Tag ausscheiden sah. Gegen die jeweiligen Bundesliga-Sieger bestimmt keine Schande
Foto: Worldsportpics