FLOTTBEK MACHT ES SPÄT NOCH EINMAL SPANNEND
30. May 2026
Die gleiche Paarung des zweiten Halbfinals der Damen wie 2025 endete mit demselben Resultat wie im Vorjahr. Mit einem 2:1 (0:0) schlug der Düsseldorfer HC den Großflottbeker THGC und steht zum dritten Mal in Folge im Endspiel.
Einen flotten Start nahm das Spiel. Schon nach 40 Sekunden hatten sich die Hamburgerinnen einen ersten Rückhandabschluss erarbeitet, der aber noch keine ganz große Gefahr für den gegnerischen Kasten bedeutete wie auch die ersten Düsseldorfer Bemühungen. Im Lauf des ersten Viertels bekam der DHC die Partie dann immer besser in den Griff, setzte sich länger in der Flottbeker Hälfte fest. Aber die GTHGC-Defensive um die Innenverteidigerinnen Paula Velmans und Kaja Hansen behielt die Ruhe, konnte auch wichtige Zweikämpfe vor und im Kreis gewinnen.
Nach 14 Minuten dann der erste zwingende Torschuss der Partie, als Lisa Nolte nach einem Freischlag über links in den Kreis eindrang und Marta Kucharska mit einem Schuss prüfte, der von der routinierten Torfrau aber ebenso sicher pariert wurde wie Friederike Heusgens hoher Rückhandschlag (26.).
Kurz danach hatte Düsseldorf seine erste Ecke herausgearbeitet. Der geplante Ablegerschlenzer von Clara Ycart Canal wurde von Flottbeks erster Welle erfolgreich abgelaufen. Weil ein aussichtsreicher Konter der Hamburgerinnen dann im Düsseldorfer Schusskreis von der Pausensirene gestoppt wurde, ging es torlos in die Halbzeit.
Die Überlegenheit des DHC nahm mit Beginn der zweiten Halbzeit noch weiter an Intensität zu. Ein Solo von Friederike Heusgen konnte vom GTHGC noch zur langen Ecke verteidigt werden. Dann holte Sara Strauss die zweite Ecke für Düsseldorf heraus. Diesmal wählte der DHC die Schlagvariante und lag rgenau ichtig damit. Lisa Noltes Schlag kam als Bogenlampe auf das Schlägerecke von Kucharska, wo die Torhüterin den Ball noch in die Maschen ablenkte – 1:0 (34.).
Auch wenn Flottbek in der Folge ein Mal im DHC-Kreis war (wo Nicola Pluta das Zuspiel von Tyra Stark leichtfertig sich an den eigenen Fuß lenkte/38.), so war die Düsseldorfer Überlegenheit im dritten Viertel doch ziemlich erdrückend. Bei der dritten Ecke (Oruz-Schrubber vom TW-Brett entschärft; 40.) lag das 2:0 ebenso in der Luft wie beim Duell zwischen Strauss und Kucharska (41.) sowie beim Stecherversuch der quirligen Annika Schönhoff nach Heusgen-Flanke (44.).
Im Schlussviertel meldete sich zunächst das Hamburger Team mit einem Stecher von Nicola Pluta (von Femke Jovy pariert; 48.) zurück, ehe dann Düsseldorf auf 2:0 erhöhte. Flottbek bekam nach einem DHC-Angriff den Ball nicht aus dem Kreis, so dass Elisa Gräfe von halblinks die Kugel nochmal scharf machen konnte. Ihren Schlag Richtung Tor fälschte die sehr auffällige Friederike Heusgen gedankenschnell vor Kucharska in den Kasten (51.).
Die Entscheidung? Konnte man angesichts der Kräfteverhältnisse auf dem Platz denken. Doch fast wie aus dem Nichts holte sich Flottbek wieder in die Partie zurück. Im tiefen eigenen Mittelfeld verlor Selin Oruz einen Ball an Jette Fleschütz. Die GTHGC-Nationalspielerin hatte auf einmal etwas, was ihr Düsseldorf sonst im gesamten Spiel nicht ließ: Platz. Und den nutzte Fleschütz mit ihrer Schnelligkeit sofort aus. Was nach einem ihrer typischen Sololäufe aussah, mündete aber vor dem Kreisrand in ein feines Zuspiel auf die mitgelaufene Tyra Stark, die den Ball dann von halblinks mit einem strammen Schlag ins lange Eck beförderte – 1:2 (53.).
Mit neuem Mut wagten sich die offensiv bis dahin selten in Szene getretenen Hamburgerinnen weiter nach vorn. Eine glasklare Ausgleichschance oder wenigestens eine Ecke kam nicht mehr heraus, aber Charlotte Hendrix brachte den Ball zumindest noch einmal auf den Kasten (55.), stellte Jovy aber vor keine Probleme damit. Dann war die Zeit abgelaufen. Auch wenn Düsseldorf am Ende tatsächlich noch ein bisschen unter Druck geriet, so reichte es verdientermaßen erneut ins DM-Endspiel.
Foto: Worldsportpics