MÜLHEIM SETZT DAS ENDE DER KÖLNER SIEGESSERIE
30. May 2026
Nach zuletzt elf gewonnenen Spielen ist die Serie von Rot-Weiss Köln gerissen. Im zweiten Halbfinale der Herren unterlag Köln im West-Derby gegen den HTC Uhlenhorst Mülheim. Ein bis drei Minuten vor Schluss 1:1 unentschiedenes Spiel ging dann noch klar mit 4:1 an die Uhlenhorster, die somit der Finalgegner des Hamburger Polo Club sind.
Die beiden Westrivalen neutralisierten sich über weite Strecken des ersten Viertels. Mülheim hatte ein wenig mehr Ballbesitz und optisches Übergewicht – und vor allem die beste Chance in der ersten Viertelstunde. Nach vier Spielminuten lenkte Lukas Mertgens einen scharf geschlagenen Ball in den Kölner Kreis raffiniert ab. Gegen viele Torhüter hätte dieser Stecher wahrscheinlich zum Erfolg geführt, aber im Kasten von Rot-Weiss stand eben der aktuelle Welttorhüter Jean Dannebertg, der die Kugel mit einem Wahnsinnsreflex um den Pfosten drehte. Auch Dannebergs Vor-Vorgänger bei der Wahl eines Welthockeyschlussmanns, der Ire David Harte, bekam im ersten Viertel eine einzige Bewährungsprobe. In der 14. Minute kreuzte Kölns Henry Kunz frei vor dem Mülheimer Keeper auf, der sich groß machte und den Rückhandball parierte.
Im zweiten Viertel nahm Köln das Geschehen mehr an sich, drängte Uhlenhorst oft weit zurück. Den Lohn dafür gab es nach 21 Minuten, als Rot-Weiss die erste Ecke der Partie zog. Daraus wurde die zweite, dritte und vierte, weil sich die Uhlenhorster Läufer immer richtig in den Weg gestellt hatten. Doch bei Versuch Nummer vier hatte Tom Grambusch dann die Lücke gefunden – 1:0 (22.). Doppelt bitter für Mülheim. Beim Versuch, eine der Eckenwiederholungen für ungültig erklären zu lassen, verloren sie auch ihren Videobeweis. Und genervt dürfte es die Uhlenhorster dann auch haben, dass noch in der gleichen Spielminute, als sie sich schon über ihre erste Ecke freuten, diese dann von einem erfolgreichen VAR-Einspruch des Gegners wieder zunichte gemacht wurde.
Eigentlich drei Nackenschläge in kürzester Zeit. Umso erstaunlicher, dass Mülheim ausgerechnet kurz nach diesen schweren Minuten der Ausgleich gelang. Nach einer Ludwig-Flanke von rechts eroberten in der Mitte des Kölner Kreises Mertgens und Hellwig den zunächst von Rot-Weiss abgewehrten Ball. Und am langen Pfosten wartete William Sanda, der im Fallen zum 1:1 (24.) einlenkte.
Damit ging es dann auch in die Pause. Im zerfahrenen dritten Viertel hatte Köln zwar eindeutig das Spiel im Griff, doch bis auf eine klare Chance, als Michel Struthoff am Mülheimer Viertel den Ball abgeluchst hatte und dann ziemlich frei in den Kreis eintreten und schießen konnte, er aber sein Ziel knapp verfehlte (33.), lag für die Rot-Weissen kein Treffer in der Luft. Mülheims einzige Gelegenheit auf ein Tor gab es nach 41 Minuten, als Uhlenhorst endlich seine erste Ecke ausführen durfte. Nach Ablegervariante kam Lukas Windfeder zum Schlenzball, den Danneberg auf der Linie entschärfte.
Kurz nachdem im Schlussviertel erneut Struthoff einigermaßen nahe am Kölner Führungstreffer vorbeischrammte (51.), kassierte der Favorit eine grüne Karte (Kunz). Dass die zweiminütige Unterzahl mit Defensivarbeit ausgefüllt war, erschien völlig logisch. Erstaunlich war aber, dass Köln, als es wieder vollzählig spielen konnte, sich weiter minutenlang hinten reindrängen ließ. Erst vergaben Malte Hellwig und Pepe Steinau zwei Riesengelegenheiten (52.) für die Grün-Weißen, zweimal forderte Mülheim vergeblich Strafecke von Schiedsrichter Raphael Adrien.
Doch in der 57. Minute gab es keine Zweifel an der Korrektheit der zweiten Uhlenhorst Ecke. Lukas Windfeder schlenzte, blieb an der ersten Kölner Welle hängen, erkannte aber sofort die Chance, den hoch in die Luft prallenden Ball im Nachschuss aufs Tor befördern zu können. Es wurde ein Überkopfvolleyknaller ins Glück – 1:2 (57.)
Danneberg verließ sofort den Kasten, um Köln mit elf Feldspielern auf den Ausgleich drängen zu lassen. Eine klare Torchance gab es nicht - dafür noch zwei Empty-net-Treffer auf der Gegenseite. Malte Hellwig 47 Sekunden und William Sanda zwei Sekunden vor Ende trieben das Resultat zum 1:4-Endstand hoch.
Foto: Worldsportpics