BONN BLEIBT EIN GOLDIGES PFLASTER FÜR DEN DÜSSELDORFER HC
31. May 2026
Bonn bleibt ein goldiges Pflaster für die Damen des Düsseldorfer HC. Bei der dritten DM-Endrunde im Bonner THV holte sich der DHC zum dritten Mal den Meistertitel. Und immer hieß der geschlagene Finalgegner Mannheimer HC. Nach einem 1:1-Unentschieden siegte Düsseldorf im 80. DM-Finale der Damen mit 3:2 im Shoot-out und holte sich zum vierten Mal den Feldwimpel.
Gleich zwei frühe Erfolgserlebnisse gab es für den DHC. Erst wurde per Videobeweis die vermeintliche erste Strafecke gegen Düsseldorf abgewendet, weil es doch kein Fußspiel von Julia Schedl war, wie von Schiedsrichterin Teresa Lipsky vermutet (3.), und nur 60 Sekunden später lag der Ball im Mannheimer Kasten, als Julia Hemmerle im Mittelfeld den Ball an Clara Ycart Canal verlor. Die Spanierin im DHC-Dress trieb die Kugel noch ein paar Meter und spielte dann einen wunderbaren Steckpass auf die hinter die letzte MHC-Linie eingelaufene Sara Strauss. Die Nationalstürmerin nahm den Ball direkt und beförderte ihn an der herausstürzenden Chiara Vischer vorbei ins Tor – 0:1 (4.).
Mannheim versuchte nach dem doppelten Rückschlag das Spiel an sich zu reißen, vor allem Sonja Zimmermann war sehr umtriebig im offensiven Mittelfeld, doch der zwingende Durchstoß gelang dem MHC nicht. Auch, weil die DHC-Defensive um die Routiniers Annika Sprink und Pia Llotak, unterstützt von den Nebenleuten und dem defensiven Mittelfeld um „Staubsauger“ Selin Oruz keine Schwäche zeigte.
Während die Zuschauer bis zur ersten Viertelpause vergeblich auf eine echte Abschlusssituation für Mannheim warteten, hätte es nach 12 Minuten auf der Gegenseite fast den zweiten Strauss-Einschlag gegeben. Nach einem Ball in die Spitze rutschte Lucina von der Heyde als letzten MHC-Spielerin weg, und so hatten Sara Strauss und Annika Schönhoff plötzlich freie Bahn. Die herausrutschende Vischer verhinderte in höchster Not einen erfolgreichen Abschluss von Strauss.
Im zweiten Viertel bekam Mannheim das Spiel besser in den Griff. Düsseldorf musste sich notgedrungen voll auf Abwehrarbeit und gelegentliche Konter, meist über die rechte Seite, beschränken. Näher als bis zum Kreisrand gelangte Düsseldorf nicht. Auf der anderen Seite kam der MHC in den letzten sechs Minuten bis zur Pause endlich zu seinen ersten gefährlichen Torannäherungen. Charlotte Gerstenhöfer prüfte Femke Jovy per Rückhandschlag (24.), gleich danach holte Wanner die erste Ecke des Spiels, bei deren Ausführung der Schlenzer von Stine Kurz erfolgreich von Lisa Nolte abgelaufen wurde (25.). Sonja Zimmermann hatte nach präzisem Schlenzanspiel durch von der Heyde die nächste Chance, scheiterte aber ebenfalls an Jovy (26.). So ging es mit der knappen DHC-Führung in die Halbzeit.
Dass der Spielstand großen Einfluss auf die weitere Rollenverteilung nach der Pause haben würde, war klar. Und so war es wenig verwunderlich, dass sich Düsseldorf nach dem Seitenwechsel auf gelegentliche Vorstöße aus einer gesicherten Abwehr beschränken konnte, während Mannheim gezwungen war, den Angriffsdruck weiter zu erhöhen. Das gelang mit nur mäßigem Erfolg. Spätestens in der heißen Zone, im Düsseldorfer Viertel oder gar im Kreis, fand Mannheim im dritten Viertel kein Durchkommen. Die Gefahr, den Ausgleich zu kassieren, gab es tatsächlich nur zwei Mal. Als der MHC einmal das Spielfeld so groß ziehen konnte, dass Julia Hmmerle links an der Grundlinie im DHC-Kreis gefährlich vors Tor flanken konnte, wo aber eine runde Seite des MHC die Situation unterband (41.). Und zwei Minuten später wähnte sich Mannheim bei seiner zweiten Ecke, als Lhotak den Ball unstrittig an den Fuß bekommen hatte. Doch per VAR bog Düsseldorf das drohende Unheil noch ab, denn die DHC-Verteidigerin wurde bei der Aktion tatsächlich unsauber attackiert.
Eine ähnlich aussichtsreiche Ballbesitzposition wie vor Hemmerle hatte zu Beginn des Schlussviertels Fiona Felber, doch auch ihre Flanke von der Grundlinie vor den Kasten überstand Düsseldorf schadlos (48.). Doch neun Minuten vor Schluss wurde Mannheims Anrennen dann endlich belohnt. Als Düsseldorf nach einem MHC-Rechtsangriff bekam Düsseldorf den Ball mal nicht sauber aus dem Kreis rausgespielt. Gerstenhöfer konnte nochmal flanken und fand am langen Pfosten Nadine Fieber. Im letzten Hockeyspiel ihrer Karriere lenkte sie den Ball über die Linie – 1:1 (51.).
Alles war wieder offen. Düsseldorf merkte, dass es wieder offensiv mehr machen musste, und tat dies in der Restspielzeit auch. Lohn der Bemühungen war die erste Ecke, die Elisa Gräve drei Minuten vor Ende herausholte. Der Schlenzer von Clara Ycart Canal schlug auch halbhoch im Netz ein, doch Mannheim nahm sofort den Videobeweis. Tatsächlich hatte der Ball den Kreisrand nicht verlassen. Doch statt Freischlag MHC gab es die nächste Ecke für den DHC, denn Ycarts Schlnzer hatte auf dem Weg ins Netz einen Mannheimer Körper tangiert. Aber die beiden Wiederholungen verpufften ohne Effekt.
Es blieb beim 1:1, und folglich musste der neue Meister im Shoot-out gefunden werden. Schnell entwickelte sich ein Vorteil für Düsseldorf, als Sonja Zimmermann und Lucina von der Heyde beim MHC hängen blieben und auf der anderen Seite Heusgen und Schwabe gegen MHC-Penaltytorhüterin Leonie Weioßenberger die Oberhand behielten. Als dann auch noch Fiona Felber an Femke Jovy hängen blieb, hatte Düsseldorf bereits mit seinem dritten Versuch den ersten Matchball. Sara Strauss konnte die Sache aber nicht zum Abschluss bringen. Das galt auch für die nächsten Matchbälle von Selin Oruz und Lisa Nolte, während der MHC unter enormen Druck durch Charlotte Gerstenhöfer und Ines Wanner die Nerven behielt und tatsächlich zum 2:2 ausgleichen konnte.
Dann wechselte die Reihenfolge, und Düsseldorf leistete sich zu Beginn des Sudden Death durch Schwabe tatsächlich den vierten Fehlversuch in Folge. Plötzlich hatte Mannheim den ersten Matchball, konnte diesen durch Gerstenhöfer aber nicht nutzen. Die sicherste Penaltyschützin des Tages, Friedrike Heusgen, erzielte dann das 3:2. Lucina von der Heyde musste jetzt verwandeln, brachte den Ball aber lediglich ans Außennetz.
Im insgesamt vierten Feld-Finalduell zwischen Düsseldorf und Mannheim hieß zum vierten Mal der Sieger DHC.
Foto: Worldsportpics