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ENDLICH AM ZIEL: HAMBURGER POLO CLUB ERSTMALS MEISTER

31. May 2026

Im dritten Finalanlauf hat es endlich geklappt. Der Hamburger Polo Club ist erstmals Deutscher Meister. Im Endspiel um die 83. Feld-DM der Herren schlugen die Hanseaten den Rekordmeister HTC Uhlenhorst Mülheim am Ende deutlich mit 4:0 (1:0).

Die vor dem Anpfiff so enthusiastischen Mülheimer Fans, die mit Feuerwerk und Sprechchören für riesigen Alarm auf den mit 3000 Zuschauern vollbesetzten Tribünen sorgten, bekamen bereits nach vier Spielminuten einen Stimmungsdämpfer verpasst, als gleich der erste Polo-Vorstoß zum Erfolg geführt hatte. Über Kaufmann und Brand waren die Hamburger über links in den Mülheimer Kreis gekommen. Nach einem ersten Schuss stand am langen Posten Justus Weigand völlig blank und musste dem Ball nur noch den letzten Touch geben – 1:0 (4.). Auch nach längerem Videostudium, den Schiri Raphael Adrien selber angefordert hatte, blieb der Treffer bestehen.

Der Rekordmeister wirkte keinesfalls geschockt vom frühen Rückstand, sondern baute in der Folge ein gut strukturiertes Angriffsspiel auf. Das hatte nach sieben Minuten die erste Ecke zur Folge, die Niklas Enaux nach Windfeder-Pass an den Pfosten des Polo-Gehäuses stach. Es kam aber nach Hamburger Fußspiel gleich zur Folgeecke, die Kane Russell nach Schlenzer von Lukas Windfeder stark von der Linie pflückte. Nach zwei weiteren gefährlichen Szenen im Polo-Kreis stand zur ersten Viertelpause eine am Spielgeschehen gemessen eher glückliche 1:0-Führung für Hamburg.

Im zweiten Viertel holte Polo gleich zu Beginn seine erste Ecke, die nach Russell-Schlenzer Mülheim einmal zur Folgeecke und dann regelkonform durch Moritz Ludwig ablaufen konnte (17.). Ansonsten lief das Spiel wie im ersten Viertel eher Richtung Hamburger Kreis, wo die Verteidiger aber einen sauberen Job ablieferten, allen voran Kane Russell. Bis zur Halbzeit ergaben sich deswegen keine zwingenden Ausgleichschancen mehr für die Mülheimer.

Im dritten Viertel hatte sich Mülheim früh über den Pfiff zur dritten Uhlenhorst-Ecke gefreut (34.), die nach VAR-Intervention von Polo aber wieder zurückgenommen wurde. Mülheim versuchte weiter den Druck hochzuhalten, doch Polo ließ einfach keine wirklichen Chancen des Gegners zu. Bei einem der Polo-Konter zog dann Tom Craig ein Foul von Windfeder, für das dieser dann mit grün auf die Strafbank musste (38.). Erstaunlich, dass in der Unterzahlphase Mülheim durch ein Herzbruch-Solo eher Kreisgefahr entfachte als Polo, das im Anschluss selber eine Unterzahl (grün für Russell/41.) folgenlos überstand.

Dann fiel kurz vor Ende des Viertels etwas gegen den Spielverlauf das 2:0. Mülheim hatte einen Ball aus dem eigenen Kreis geklärt, der dann aber Lukas Kossel vor die Füße fiel. Dessen Flanke vor den Kasten lenkte Paul Smith gedankenschnell an David Harte vorbei ins Tor (44.).

Eine ähnliche Situation brachte in der 50. Minute die Vorentscheidung. Wieder bekam Uhlenhorst in einen harten Ball in den Kreis kein Abwehrbrett dazwischen. Davon profitierte Jan-Hendrik Bartels. Der im Halbfinale noch aus dem starken Polo-Kader rausrotierte Offensivspieler stach mittig zum 3:0 in den Kasten.

Mülheim-Trainer Thilo Stralkowski zog schnell den letzten Strohhalm, indem er Torhüter Harte für einen elften Feldspieler opferte. Letztlich nutzte es nichts. Polo verteidigte hinten leidenschaftlich jeden Ball weg und ließ einfach nichts mehr zu.

Für etwas Zunder zwischen den Teams sorgte dann die letzte Aktion des längst entschiedenen Spiels. Tim Craig drang rechts in den Mülheimer Kreis ein. Bei seiner Mischung aus Flankenball und Torschuss war der Australier im Polo-Trikot von Uhlenhorst-Kapitän Jan Schiffer noch geschubst worden. Der Ball ging knapp am leeren Tor vorbei. Dass Hamburg acht Sekunden vor Schluss noch den Videobeweis zog und dann auch tatsächlich einen Siebenmeter von Schiedsrichter Ole Ingwersen bekam, empfanden viele als unnötig. Kane Russell verwandelte gegen den eingewechselten Uhlenhorster Nachwuchskeeper Janus Schiffer sicher zum 4:0-Endstand.

Während sich der Hamburger Polo Club als 24. Verein in die Liste der deutschen Feldmeister einschreiben lassen konnte, blieb für den unterlegenen Finalisten der Trost, dass Lukas Windfeder mit dem MVP-Preis als bester Endrundenspieler ausgezeichnet wurde.

 

Foto: Worldsportpics